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Zwei Harasse voller Akten für die neue Kirchmeierin

4 Ordner von etwa 20: der bisherige Kirchmeier Hans Furrer übergibt seiner Nachfolgerin Brigitte Wey die Akten; rechts Kirchgemeindepräsident Erwin Schmidlin, in der Mitte Synodalverwalter Edi Wigger und Trudi Bättig, Verantwortliche Finanz- und Rechnungswesen der Landeskirche. | © 2018 Dominik Thali
4 Ordner von etwa 20: der bisherige Kirchmeier Hans Furrer übergibt seiner Nachfolgerin Brigitte Wey die Akten; rechts Kirchgemeindepräsident Erwin Schmidlin, in der Mitte Synodalverwalter Edi Wigger und Trudi Bättig, Verantwortliche Finanz- und Rechnungswesen der Landeskirche. | © 2018 Dominik Thali

18 Kirchmeierinnen und Kirchmeier, die Ende Mai aus dem Amt geschieden sind, übergeben dieser Tage die Akten an ihre Nachfolgen. Aber nicht einfach so: Der Synodalverwalter nimmt eine Bestandesaufnahme vor; wer abtritt und wer neu kommt, muss das Protokoll davon unterzeichnen. Damit sind oft auch viel Geschichte und Geschichten verbunden – wie bei Hans Furrer in Rickenbach, der heute zwei Harasse voller Ordner und Mäppchen seiner Nachfolgerin Brigitte Wey übergab.

23 Jahre war Hans Furrer Kirchmeier. «Mit Herzblut», meinte er, inzwischen Rentner, bei der Amtsübergabe. Bei der offiziellen Verabschiedung an Fronleichnam durch Kirchgemeindepräsident Erwin Schmidlin musste er deshalb ein paar Tränen verdrücken. Was ihm «wirklich noch nie passiert» sei, schmunzelt er. Synodalverwalter Edi Wigger versteht das: «Es spricht für dich, dass du das Amt nicht so leicht abgibst.» Er dankt Hans Furrer für die «tolle Arbeit», Trudi Bättig, Verantwortliche für das Finanz- und Rechnungswesen der Landeskirche, gibt ihm seine letzte, von ihr kontrollierte Rechnung zurück, jene fürs 2017: «Tiptop wie immer.» Eine steile Vorlage für seine Nachfolgerin Brigitte Wey. Doch die junge Frau und Mutter ist als Treuhänderin vom Fach und nickt eins ums andere Mal sachverständig.

Viel mehr als nur die Buchhaltung

Edi Wigger begleitet in seiner landeskirchlichen Aufsichtsfunktion, die sich auf das Kirchgemeindegesetz stützt,  alle Amtsübergaben von Kirchmeierinnen und Kirchmeiern; Trudi Bättig unterstützt ihn dabei und führt das Protokoll. Anwesend ist jeweils auch der Präsident oder die Präsidentin der Kirchgemeinde. Wigger und Bättig sind dieser Tage viel unterwegs, denn auf den 1. Juni kam es in den 85 Luzerner Kirchgemeinden zu 18 Wechseln im Kirchmeieramt. 2018 ist ein Wahljahr. Die Übergabe ist eine Bestandesaufnahme, kein Geschäfsuntersuch, wie er alle vier Jahre stattfindet. Der Synodalverwalter prüft, ob alles vollständig vorhanden ist und weitergegeben wird, was zur Amtsführung gehört; am Ende bezeugen die Anwesenden mit ihrer Unterschrift, dass dem so ist. Jede Kirchgemeinde hat freilich ihre Besonderheiten, und die Aufgabenverteilung in den Kirchenräten ist unterschiedlich. Die Amtsübergaben machen jedoch überall deutlich, dass das Kirchmeieramt weit mehr umfasst als nur die Buchhaltung – gerade in kleineren Kirchgemeinden. Der Kirchmeier oder die Kirchmeierin ist in der Regel auch für das Personal verantwortlich und häufig auch für die Liegenschaften. Er oder sie muss deshalb ebenso in den Sozialversicherungen kundig sein wie mit Handwerkern verhandeln. In Rickenbach, einer Kirchgemeinde mit fast 2000 Mitgliedern, sammelt sich da so einiges an.

Und die Liste dessen, was der Synodalverwalter prüft, ist lang. Er fragt nach den aktuellen Kontoauszügen und der EDV, blättert in Verträgen; mahnt, die Zeichnungsberechtigungen zu regeln, nimmt vom Ordner mit den Versicherungen Kenntnis sowie der Schlüssel-Liste – bis zu den Stempeln, die Hans Furrer am Ende in einem Plastiksäcklein Brigitte Wey übergibt. Edi Wigger rät dieser, «eine gewisse Gelassenheit» an den Tag zu legen und sich Zeit fürs Einarbeiten zu nehmen. Als Mitglied des Kirchenrats könne sie zudem die Verantwortung mit diesem teilen. «Du bist nicht allein. Und bei der Landeskirche kann man immer fragen. Wir sind nicht nur Aufsichtsbehörde, wir helfen auch», fügt er mit Blick auf die stets hilfsbereite Trudi Bättig an. «Anrufen oder mailen genügt.» Brigitte Wey nimmt das gerne zur Kenntnis.

Folgende 18 Kirchgemeinden haben seit 1. Juni einen neuen Kirchmeier/eine neue Kirchmeierin:

  • Büron: von Josef Wyss zu Andrea Steiger
  • Ebikon: von André Mühlthaler zu Hugo Christen
  • Egolzwil-Wauwil: von Conny Gehrig zu Daniela Lehni
  • Eich: von Andrea Waldispühl zu Andréa Wermelinger
  • Emmen: von Robert Suter zu Maria Vetter
  • Gettnau: von Doris Meier zu Irène Burkard
  • Geuensee: von Eveline Dahinden zu Daniela Duss
  • Grosswangen: von Bruno Kappeler zu Markus Kunz
  • Hildsrieden: von Urs Amrein zu Sandra Bründler
  • Horw: von Konrad Meyer zu Bettina Beck Bertschmann
  • Marbach: von Benjamin Wigger zu Markus Felder
  • Nottwil: von Beatrice Bieri zu Judith Dobler
  • Rickenbach: von Hans Furrer zu Brigitte Wey
  • Ruswil: von Beat Heini zu Lisbeth Blum
  • Schwarzenberg: von Marie-Theres Niederberger zu Josef Lötsher
  • Sempach: von Andreas Weishäupl zu Max Bachmann
  • St. Urban: von Peter Müller zu Beatrix Imbach
  • Sursee: von Jeannine Bossart zu Inge Venetz