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Sakristanin Margrit Riedweg: Den Glauben leben im Beruf

Die Kirche mit Blumen zu schmücken ist eine ihrer vielen Aufgaben: Die Hellbühler Sakristanin Margrit Riedweg. | © 2018 Marcel Schmid
Die Kirche mit Blumen zu schmücken ist eine ihrer vielen Aufgaben: Die Hellbühler Sakristanin Margrit Riedweg. | © 2018 Marcel Schmid

In der katholischen Schweiz verantworten Seelsorge und Behörden die Kirche gemeinsam. Das «Kirchenschiff» lässt Frauen und Männer zu Wort kommen, die in diesem dualen System tätig sind. Heute: Margrit Riedweg, seit 1997 Sakristanin in der Pfarrei Hellbühl.

«Was vor 20 Jahren im Stelleninserat, auf das ich mich meldete, unter ‹Anforderungen› stand, würde ich heute noch unterschreiben: religiöse Grundhaltung, Freude am Umgang mit Menschen, an der Zusammenarbeit im Pfarreiteam und mit den Pfarreiangehörigen, handwerkliches Geschick. Es braucht jedoch noch mehr für den Sakristanendienst: Man muss kreativ und zeitlich sehr flexibel sein. Mitunter muss man organisatorisches und pädagogisches Geschick beweisen und sich gut in andere Menschen einfühlen können. Zum Beispiel bei den Begegnungen auf dem Friedhof: Vor allem ältere und verwitwete Menschen schätzen ein offenes Ohr und Anteilnahme.

Vielseitige Zusammenarbeit

Das duale System ist seit meiner Anstellung Wirklichkeit für mich, es wurde aber nie besonders erwähnt. Bewusst geworden ist mir das erst jetzt durch das Schwerpunktjahr der katholischen Kirche im Kanton Luzern. Angestellt bin ich vom Kirchenrat. An den Kirchmeier wende ich mich bei Fragen rund um das Kirchengebäude oder bei Anschaffungen. Zum Beispiel für eine Putzmaschine. Fragen, welche die Liturgie betreffen, bespreche ich mit Pfarrer Gregor Illi. Da ist schon so mancher bereichernde Austausch entstanden.

Ich erlebe diese vielseitige Zusammenarbeit als interessant und konstruktiv, manchmal aber auch herausfordernd. Es ist wichtig, die eigene Arbeit stets zu reflektieren und die gewonnenen Erfahrungen wieder einfliessen zu lassen. Hellbühl ist eine kleine, besondere Kirchgemeinde, zusammengesetzt aus Teilen von vier politischen Gemeinden: Neuenkirch, Ruswil, Malters und Littau-Luzern. Trotz dieses Aufgeteilt-seins, oder vielleicht gerade deshalb, herrscht hier ein reges Vereinsleben und eine familiäre Atmosphäre. Wir gehören zum Pastoralraum Oberer Sempachersee, in dem wir mit Neuenkirch ein Tandem bilden. Wir Sakristane sind es gewohnt, über unser eigenes Gärtlein hinauszuschauen. Grosse Kirchenfeste wie Weihnachten oder Ostern feiern wir abwechslungsweise in Hellbühl oder Neuenkirch. Den Austausch mit weiteren Sakristaninnen und Sakristanen pflege ich im Verband und an den jährlichen Weiterbildungen. Dies ist mir sehr wichtig, denn alle von uns sind in ihrer Pfarrei und Kirchgemeinde ‹Einzelkämpfer›.

Nahe dem Geschehen am Altar

Als Sakristanin habe ich eine vielseitige Aufgabe, bei der ich sehr selbständig arbeiten kann. Das schätze ich an meinem Beruf. Die vielen wertvollen Begegnungen bereichern meinen Alltag, und ich empfinde es als Privileg, dem Geschehen am Altar so nahe zu sein. Dass ich bei all dem gleichzeitig meinen Glauben leben kann, freut mich.»

Margrit Riedweg

Die Betreuung und Begleitung der Ministrantinnen und Ministranten ist eine wichtige Aufgabe von Sakristaninnen und Sakristanen. | © 2018 Marcel Schmid