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Menschen mit einer Behinderung begleiten: «Jedes Mal eine grosse Bereicherung»

Käthy Wirz mit zwei Gästen im Ferien- und Besinnungskurs für Menschen mit einer geistigen Behinderung in Delsberg 2015. | © 2015 Gregor  Gander
Käthy Wirz mit zwei Gästen im Ferien- und Besinnungskurs für Menschen mit einer geistigen Behinderung in Delsberg 2015. | © 2015 Gregor Gander

Vergangenes Jahr erhielten Begleiterinnen und Begleiter von Menschen mit einer Behinderung den dritten «Dank dir!»-Preis. Eine dieser Freiwilligen ist Käthy Wirz aus Horw. Ihr Tun erlebt sie als Bereicherung: «Es ist jedes Mal mehr ein Nehmen als ein Geben.»

Käthy Wirz liebt Herausforderungen. Sie leitete einen Kinderhort, war 40 Jahre technische Leiterin im Turnverein, nahm Ferienkinder aus schwierigen Verhältnissen auf, macht seit 24 Jahren Fahrdienst fürs Altersheim und betreut zwischendurch die Grosskinder. «Öppis muss ich immer machen», sagt die tatkräftige Rentnerin. Dabei zögerte sie, als sie 2006 im Pfarreiblatt den Hinweis las, die Behindertenseelsorge der Landeskirche suche für ihre Ferien- und Besinnungskurse in Delsberg Hilfe. «Ob da auch ältere Frauen noch gefragt sind?», dachte sie sich – und lacht heute darüber. Denn Käthy Wirz gehört seither sozusagen zum Inventar im Delsberger Lager für Menschen mit einer geistigen Behinderung. Für die Mithilfe hatte sie sich damals zu ihrem 60. Geburtstag gemeldet. Und war sich schon nach dem ersten Mal gewiss: «Das Beste, was ich mir je schenken konnte.» Die Woche ist für Käthy Wirz «eine grosse Bereicherung. Sie holt mich einmal im Jahr auf den Boden zurück.»

Menschen, die «jetzt leben»
Weil Menschen mit einer geistigen Behinderung – Käthy Wirz spricht lieber von Beeinträchtigung – «jetzt leben», wie sie immer wieder feststellt. «Sie studieren nicht, was gestern war und morgen sein könnte. Das fasziniert mich.» So ganz in der Gegenwart zu sein sei für sie schwierig. «Aber es tut mir gut.»
Käthy Wirz erinnert sich gut an ihr erstes Lager; das «tolle Team» – damals mit Pater Eugen Wirth und Claire Calcagni – habe ihr den Einstieg leicht gemacht. In allen Bereichen mitzuhelfen – etwa auch in der Körperpflege – habe sie freilich anfänglich Überwindung gekostet. «Aber die Arbeit ist wertvoll. Und ich werde nie so oft und überschwenglich begrüsst am Morgen wie in Delsberg.» Überhaupt, diese Herzlichkeit: «Diese Spontaneität und Dankbarkeit, das muss man selbst erleben», erzählt Käthy Wirz. Diese Menschen seien «wirklich echt». Ihr Umgang untereinander, in der Freude wie Trauer – «das kann man gar nicht beschreiben». Die Lagerwochen seien für sie auf jeden Fall «mehr ein Nehmen als ein Geben».

«Eine grosse Anerkennung»
Dass die Landeskirche und der Seelsorgerat Menschen wie sie vergangenes Jahr mit dem «Dank dir!»-Preis ausgezeichnet hat (siehe Kasten), freut sie. «Das ist eine grosse Anerkennung.» Ob sie dieses Jahr wieder als Betreuerin in Delsberg dabei sein wird, liess Käthy Wirz lange Zeit offen. Sie zögerte – wie damals, vor dem ersten Mal. Jetzt sei sie schon elf Mal dabei gewesen, fand sie, und nun schon 70. Doch das Dutzend soll voll werden, Käthy Wirz hat sich angemeldet. Sie schmunzelt: «Ich würde die Woche wohl vermissen…»

Dominik Thali

Informationen: www.lukath.ch/behindertenseelsorge | 041 419 48 43

2016 den dritten «Dank Dir!»-Preis erhalten

Die Begleiterinnen und Begleiter von Menschen mit einer Behinderung haben vergangenes Jahr den dritten «Dank dir!»-Preis der katholischen Kirche im Kanton Luzern erhalten. Die Auszeichnung wurde stellvertretend den Betreuerinnen und Betreuern im Delsberger Ferien- und Besinnungskurs der Landeskirche am 26. Mai übergeben. Der Preis soll sichtbar machen, was an Freiwilligenarbeit in diesem Bereich geschieht.

Der vierte «Dank dir!»-Preis wird wiederum um Pfingsten übergeben. Die Eingabefrist lief Ende Februar ab.