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Ethik und Religionen im neuen Lehrplan 21: das sind die Fakten

Der Artikel in der «Neuen Luzerner Zeitung» vom 4. Januar 2016 unterstellt einen «Wettstreit» zwischen Kirche und Schule bei der Einführung des Fachs «Ethik, Religionen, Gemeinschaft» auf der Oberstufe. Das trifft nicht zu. | Bildschirmfoto
Der Artikel in der «Neuen Luzerner Zeitung» vom 4. Januar 2016 unterstellt einen «Wettstreit» zwischen Kirche und Schule bei der Einführung des Fachs «Ethik, Religionen, Gemeinschaft» auf der Oberstufe. Das trifft nicht zu. | Bildschirmfoto

Die heutige «Neue Luzerner Zeitung» berichtet über die Einführung des Fachs Ethik und Religionen auf der Sekundarstufe mit den Titeln: «Kirchliches Monopol endet» (Frontseite) und «Kirche und Schule im Wettstreit» (Seite 12). Wer die Artikel liest, merkt schon bald: So heiss, wie die Titel tönen, ist die Problematik nicht.

Die Fakten

  • Mit Einführung des Lehrplans 21 für den 3. Zyklus (Sekundarschule) wird ab Schuljahr 2019/20 im Fach Lebenskunde «Ethik, Religionen, Gemeinschaft» und «Berufliche Orientierung» zusammengefasst. «Ethik, Religionen, Gemeinschaft» ist für diese Stufe neu. Das Fach Lebenskunde wird vom Staat verantwortet und wird von allen Lernenden obligatorisch besucht.
  • Auf der Wochenstundentafel (WOST 2019) ist der konfessionelle Religionsunterricht nach wie vor wie heute aufgeführt. Der Eintrag lautet: «Der konfessionelle Religionsunterricht (1 Lektion in der 7.-9. Klasse) wird im Auftrag der entsprechenden Glaubensgemeinschaft erteilt. Der Besuch wird von den Eltern bestimmt.
  • Auf der Primarstufe wird im Kanton Luzern seit 2005 das Fach «Ethik und Religionen» staatlich verantwortet unterrichtet. Im Lehrplan dazu wird zur Namensgebung aufgeführt: «Mit der Pluralbezeichnung „Ethik und Religionen» wird deutlich, dass verschiedene Religionen thematisiert werden. Dadurch wird eine klarere Unterscheidung zum konfessionellen Religionsunterricht erreicht.
  • Für den katholischen Religionsunterricht und die Katechese ist ein neuer Lehrplan für die Deutschschweiz in Erarbeitung.

Die Auswirkungen des Lehrplans 21 auf den konfessionellen Religionsunterricht

  • Auf der Primarstufe (1.-6. Klasse) sind inhaltlich keine wesentlichen Änderungen zu erwarten, ausser eine Anpassung des Stoffplans an den neu erarbeiteten (kompetenzorientierten) Lehrplan für den konfessionellen Religionsunterricht und die Katechese in der Deutschschweiz. Zeitlich und räumlich wird es für das Erteilen des Religionsunterrichts von der 3.-6. Klasse jedoch enger, da die Wochenstundenzahl für die Lernenden hier erhöht wird. Es werden dazu – zusammen mit der Dienststelle Volksschulbildung – Modelle erarbeitet und nach sinnvollen Formen gesucht.
  • Auf der Sekundarschule werden ab 2019/20 inhaltliche Anpassungen vorgenommen, um eine sinnvolle Zusammenarbeit mit Ethik, Religionen, Gemeinschaft zu ermöglichen.

Die Landeskirche Luzern erachtet es als richtig, dass Ethik, Religionen, Gesellschaft auf der Sekundarschule eingeführt wird. Sie sieht darin eine Chance, dass solch relevante Themen von der Schule behandelt werden. Das Fach „konfessioneller Unterricht“ kann vermehrt den Schwerpunkt auf die vertiefende Auseinandersetzung mit der christlichen Botschaft – im Wissen und Handeln – legen.

Beatrix Späni-Holenweger
Fachbereich Pastoral – Religionsunterricht und Gemeindekatechese

Beitrag in der «Neuen Luzerner Zeitung» vom 4. Januar 2016: hier herunterladen