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Dem Leben dienen, Menschen befähigen: scheidende Synodalratsmitglieder blicken auf ihre Amtszeit zurück

Am 30. Juni 2018 hatten sie ihren «Letzten» im Synodalrat: Maria Graf-Huber, Ruth Mory-Wigger und Thomas Trüeb (von links) anlässlich der Session vom 23. Mai im Lichthof des Regierungsgebäudes.| © 2018 Dominik Thali
Am 30. Juni 2018 hatten sie ihren «Letzten» im Synodalrat: Maria Graf-Huber, Ruth Mory-Wigger und Thomas Trüeb (von links) anlässlich der Session vom 23. Mai im Lichthof des Regierungsgebäudes.| © 2018 Dominik Thali

Ende Juni geben sie ihre Synodalrats-Akten weiter: Maria Graf-Huber (Oberkirch) und Thomas Trüeb (Meggen) nach zwölf Jahren, Ruth Mory-Wigger (Wauwil) nach acht Jahren. Wir haben die drei um eine persönliche Bilanz gebeten.


Jungen Menschen Glaubensräume öffnen

Wir brauchen sie, die katechetisch Tätigen. Sie sind für die Pfarreien und Kirchgemeinden tragende Mitarbeitende. Ihnen Aus- und Weiterbildung, Medien für ihren Unterricht anzubieten, gehört zu den Aufgabe unserer Landeskirche. Gerne arbeitete ich auf der strategischen Ebene zu diesen Themen.

Mehrmals durfte ich den frisch ausgebildeten Katechetinnen und Katecheten im Rahmen eines Gottesdienstes ihr Zertifikat überreichen. Sternstunden für mich! Es war spürbar, mit welcher Freude diese Frauen und Männer ihre Aufgabe übernahmen. Erfolgreich Religionsunterricht zu erteilen, ist für mich eine Meisterleistung. Nur wer – neben dem Fachwissen – durch sein Wesen überzeugt, kann Kindern und jungen Menschen Glaubensräume öffnen.

Bewährte Katechetinnen und Katecheten übernehmen oft weitere Aufgaben. Ich wünsche mir, dass ForModula für die Pfarreiarbeit zusätzliche Module anbietet, damit diese Frauen und Männer das nötige Rüstzeug bekommen. Doch dazu braucht es die Zusammenarbeit mit Bistum und Bildungsrat. – Bleibt dran! Wir brauchen sie!

Maria Graf-Huber, 65, Oberkirch, Synodalrätin 2006–2018


Die Kirchenverwaltung miliztauglich halten

Die Kirchenverwaltung befindet sich im Spannungsfeld zwischen den wachsenden Ansprüchen der Gesellschaft und der Miliztauglichkeit. Als ich vor zwölf Jahren an meinem 43. Geburtstag in den Synodalrat gewählt wurde, war ich bereits zehn Jahre im Kirchenrat von Meggen und über ein Jahr in der Kommission zur Erarbeitung des Kirchgemeindegesetzes tätig. Als Gesetzesredaktor durfte ich den Entwurf damit selber im Kirchenparlament vertreten und das Synodalgesetz in der vorberatenden Sonderkommission und den zwei Beratungen in der Synode mitgestalten. – Die Bereinigung der kirchlichen Stiftungen im Kanton Luzern war die zweite grosse Herausforderung. Nach jahrelanger Arbeit zusammen mit der Bistumsleitung durfte ich dieses Projekt in meinem letzten Amtsjahr abschliessen.

Die Verbesserung der Struktur der Kirchenverwaltung stand im Zentrum. Es war mir auch während meiner beiden Präsidialjahre 2014/2015 ein Anliegen, unser komplexer werdendes System miliztauglich zu halten und mit den nötigen Beratungen und Schulungen für die geforderte Qualität zu sorgen.

Thomas Trüeb, 55, Meggen, Synodalrat 2006–2018

 

Das Geld und welchem Leben es dienen soll

Dem Leben dienen: Dieser Satz umschreibt die Tätigkeit der Landeskirche wie eine Losung und beschreibt viele Facetten, die ich kennen lernen durfte. Eine davon ist die Verfügbarkeit des Geldes. Mitreden dürfen und entscheiden können, dass Nachhaltigkeitskriterien vorrangig beachtet werden müssen beim Umbau der Liegenschaft Agnes Ost, das war eindrücklich.

Dann kamen die schwierigen Jahre für Organisationen, Einrichtungen und Gesuche, die sich mit weniger Unterstützung zufrieden geben mussten. Welche dienen dem Leben in welcher Weise? Und nun zum Schluss – ein Überschuss. Und was für einer! So, dass man sich Gedanken machen darf, was den Menschen am meisten dienen würde? Ein neuer Kurs? Zusätzliche Unterstützung Hilfsbedürftiger? Oder dürfte es auch einfach ein Fest sein mit allen, die kürzlich gefirmt worden sind?
Ein Erlebnis, bei dem Bekanntschaften entstehen, die wiederum dem Leben dienen. Für diese bereichernden Erfahrungen im Rat, bei den Jugendverbänden und in anderen Gremien bin ich von Herzen dankbar.

Ruth Mory-Wigger, 49, Wauwil, Synodalrätin 2010–2018