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Das Auszeithaus in Beromünster: aus der Stille Lebenskraft schöpfen

Das Führungsteam vor den beiden Auszeithäusern im Stift Beromünster: Anita Estermann-Egli (Präsidentin des Trägervereins, Mitte) und die Hausleitung mit Jörg Gerber und Brigitte Drescher-Baumeler. | © 2017 Dominik Thali
Das Führungsteam vor den beiden Auszeithäusern im Stift Beromünster: Anita Estermann-Egli (Präsidentin des Trägervereins, Mitte) und die Hausleitung mit Jörg Gerber und Brigitte Drescher-Baumeler. | © 2017 Dominik Thali

Im Auszeithaus im Stift Beromünster suchen Menschen Abstand vom Alltag, um sich darin neu auszurichten. Das sind immer mehr. Deshalb hat der Trägerverein im September ein zweites Haus eröffnet.

Die zehn Auszeitwochen und drei Wochen Wander- und Tanzexerzitien, die das Auszeithaus jährlich anbietet, sind gut belegt. Und viele Gäste kehren wieder. «Auf der Suche nach Lebenssinn», fasst Jörg Gerber zusammen, weshalb Frauen und Männer ins Auszeithaus kommen. «Versöhnung ist ein grosses Thema. Manche sind ausgebrannt, zunehmend auch jüngere Menschen. Andere wollen ihre Trauer verarbeiten. Oder eine Beziehungsfrage klären», sagt Brigitte Drescher-Baumeler.

Gerber ist Theologe und Spitalseelsorger, Drescher-Baumeler Pflegefachfrau und Berufsschullehrerin, beide sind 61 und ausgebildet in geistlicher Begleitung und Exerzitienleitung. Das Auszeithaus haben sie 2014 eröffnet, 2015 wurde dafür ein Verein gegründet, der vor drei Monaten das angrenzende Haus dazumieten konnte. Damit stehen acht Zimmer zur Verfügung. Den Verein präsidiert die frühere Kirchgemeindepräsidentin von Beromünster, Anita Estermann-Egli.

480 Jahre alte Gebäude
Die beiden Gebäude stammen aus dem Jahr 1555. Das Auszeithaus-Team will darin fortsetzen, was die Chorherren im Stift vor Jahrhunderten begonnen haben: Einen Ort des spirituellen Lebens pflegen und damit einen Dienst für die Menschen leisten. «Menschen auf christlicher Basis ganzheitlich begleiten», heisst es dazu im Konzept. Dabei sind die Tage, wie im Stift, immer gleich gestaltet. Ein persönliches Gespräch, Meditation, Körperarbeit und – freiwillig – meditativer Tanz sind die wiederkehrenden Elemente. Es gibt viel persönliche Zeit, Bewegung in der Natur und Gelegenheit, zu schreiben und zu malen. «Die gegebene Stuktur […] half mir, wieder meine innere Stimme zu hören», schrieb ein Gast nach seiner Auszeitwoche.

Auszeittage für Bauern
Die Gäste kommen aus allen Kantonen und teilweise aus Deutschland. Die meisten sind 35 bis 55 Jahre alt, drei Viertel sind Frauen. Und die Nachfrage steigt. «Immer mehr würden gerne zwei bis drei Wochen bleiben», sagt Jörg Gerber. Doch dies kann das Team, das durchwegs ohne Lohn arbeitet, nicht leisten. Noch nicht. Ziel sei aber, das Haus ganzjährig öffnen zu können. «Doch wir wollen langsam wachsen», betont Brigitte Drescher.

Eines der neuen Angebote sind einzelne Auszeittage, darunter besondere für Bauern. Ausserhalb des Auszeithauses bietet dieses auch Meditationen für die Bevölkerung an.

Dominik Thali

Tag der offenen Tür am Sa, 9.12, 10–17 Uhr

Eingebettet in «ultra fines»

Das Auszeithaus Beromünster wird von der Landeskirche und Kirchgemeinde finanziell unterstützt. Weiter finanziert es sich aus den Kursgeldern und Spenden.
Das Auszeithaus ist eingebettet in das Projekt «ultra fines», das im März vorgestellte Zukunftsprojekt des Stifts Beromünster. Es belegt 2 der 34 Stiftshäuser.