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Claudio Tomassini: Gleisarbeiter und Lokomotivführer

«Das Bild des Gleises bringt das duale System gut zum Ausdruck. Es braucht beide Schienen, die pastorale und die staatskirchenrechtliche»: Der Surseer Gemeindeleiter Claudio Tomassini auf einem Geleise der Sursee-Triengen-Bahn. | © 2018 Ana Birchler-Cruz
«Das Bild des Gleises bringt das duale System gut zum Ausdruck. Es braucht beide Schienen, die pastorale und die staatskirchenrechtliche»: Der Surseer Gemeindeleiter Claudio Tomassini auf einem Geleise der Sursee-Triengen-Bahn. | © 2018 Ana Birchler-Cruz

In der katholischen Schweiz verantworten Seelsorge und Behörden die Kirche gemeinsam. Das «Kirchenschiff» lässt Frauen und Männer zu Wort kommen, die in diesem dualen System tätig sind. Heute: Claudio Tomassini-Balmer, Gemeindeleiter der Pfarrei Sursee.

«Ich lebe das duale System eigentlich in Person. In erster Linie bin ich Seelsorger, mache viele Hausbesuche und begleite Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen. Dazu kommen leitende und organisatorische Aufgaben, die einen Rahmen schaffen, der den Menschen und der Seelsorge dient. Ich stehe fast jeden Tag in Kontakt mit der Kirchenverwaltung, die mir bei meinen Fragen weiterhilft. Wenn es zum Beispiel um Versicherungen geht, habe ich keine Ahnung. Oder ich visiere viele Rechnungen, die ich Gott sei Dank der Verwaltung weiterleiten darf.

Den Kirchenzug voran bringen

Das Bild des Gleises bringt das duale System gut zum Ausdruck. Es braucht beide Schienen, die pastorale und die staatskirchenrechtliche. Beide stehen im Dienst der Bahn, damit der Kirchenzug voran kommt und die Menschen auf ihrem (Lebens-)Weg weiterbringt. Für die Zusammenarbeit stehen die Schwellen, die das System verbinden und halten. Dazu gehört, einander zu vertrauen, im Gespräch zu bleiben, sich zu respektieren und im je eigenen Aufgabenbereich zu bleiben.
So, wie zwischen den Bahnschwellen Spielraum besteht, kann man auch mal anderer Meinung sein. Aber in wichtigen Fragen hält man zusammen und trägt die Entscheidungen gemeinsam. In einem solchen Miteinander kommt die Kirche zum Blühen und wird immer wieder Neues möglich. So kam zum Beispiel vor über zwei Jahren die ökumenische Sozialarbeit der Kirchen in der Region Sursee zustande. Sehr konkret erlebbar wird das duale System im Herbst, wenn über 600 Freiwillige der Pfarrei zum grossen Dankfest eingeladen sind. Dann binden sich das Seelsorgeteam und der Kirchenrat die Schürzen um und verwöhnen die Gäste. Das ist für alle rundum eine Freude und ein Gewinn.

Seit Jahren erlebe ich in vielen und immer wieder neu zusammengesetzten Kirchenräten eine gute Zusammenarbeit zwischen den staatskirchenrechtlichen und pastoralen Gremien. Es ist ein Gewinn – und ich bin sehr dankbar dafür –, wenn der Kirchenratspräsident und der Gemeindeleiter achtsam und in gemeinsamer Verantwortung zusammenwirken.

Sich unter das Leben mischen

Der duale Schienenbau, um es mal so zu sagen, dient der Kirche, die ein offenes System ist. Auf dem zweiten Bild stehe ich deshalb bewusst auf dem grossen Martignyplatz mitten in der Stadt Sursee, wo wir uns als Pfarrei und ökumenisch mit unseren Schwesterkirchen immer wieder unter das bunte Leben mischen und ein Teil der Welt sind.»

Claudio Tomassini-Balmer (52) vor der Chrüzlikapelle auf auf dem Martignyplatz in Sursee. Er ist seit vier Jahren Gemeindeleiter dieser Pfarrei. | © 2018 Ana Birchler-Cruz