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Behindertenseelsorge: den Kanton erkundet statt ins Lager in den Jura

In der Kleintieranlage Sursee erhalten die zwei im Hintergrund grad mehr Aufmerksamkeit als die jungen Tauben auf dem Tisch (von links): Antoinette Emmenegger, Heidi Bühlmann, Rachèle Ryf, Katharina Bochsler, Christoph Fischer und Hugo Töngi. | © 2021 Dominik Thali
In der Kleintieranlage Sursee erhalten die zwei im Hintergrund grad mehr Aufmerksamkeit als die jungen Tauben auf dem Tisch (von links): Antoinette Emmenegger, Heidi Bühlmann, Rachèle Ryf, Katharina Bochsler, Christoph Fischer und Hugo Töngi. | © 2021 Dominik Thali

Mit der Ferienwoche in Delsberg wurde wegen Corona auch dieses Jahr nichts. Die Behindertenseelsorge lud ihre Gäste dafür an sechs Tagen zu Ausflügen in die nähere Umgebung ein. Das kam bei den rund 25 Menschen mit einer geistigen Behinderung gut an. Die Erlebniswoche brachte nicht nur Abwechslung in ihren Alltag; für viele sind solche Angebote auch eine von wenigen Möglichkeiten, Freundschaften zu pflegen.

Der Tag in der Kleintieranlage Sursee ist abwechslungsreich: Handörgeler Seppi Arnold spielt zum Tanz auf, Behindertenseelsorger Bruno Hübscher und seine Mitarbeiterin Heidi Bühlmann laden mit der Gitarre zum Mitsingen ein, zum Zmittag gibts Pizza und Dessert Glacé, und die zwei Wochen jungen Tauben aus dem Schlag von Marlis und Hans Rinert wollen alle von nahe sehen. Marlis Rinert ist pensionierte heilpädagogische Katechetin und langjährige Mitarbeiterin der Behindertenseelsorge. Deren Team, zu dem auch ein Dutzend freiwillige Helferinnen und Helfer gehören, lud vom Freitag der Vorwoche bis Freitag vergangener Woche jeden Tag zu einem Ausflug ein, als Ersatz für die Ferien- und Besinnungswoche für Menschen mit einer geistigen Behinderung, die in dieser Zeit Delsberg stattgefunden hätte. Corona machte dieses Angebot zum zweiten Mal unmöglich.

Füttern erlaubt: Benno Bühlmann mit Betreuer Michi Iten auf dem Erlebnisbauernhof in WInikon. | © 2021 Behindertenseelsorge

Viel Organisationsarbeit

Die Behindertenseelsorge wollte die Woche aber nicht einfach ausfallen lassen. Die rund 25 Gäste, die sich für die Delsberg-Woche angemeldet hatten, erhielten deshalb Anfang Juni einen Fragebogen, auf dem sie ankreuzen konnten, an welchem Angebot der Erlebniswoche sie teilnehmen wollten. Am Montag gings auf einen Bauernhof in Winikon, am Dienstag und Donnerstag aufs Schiff auf den Vierwaldstättersee, an den beiden Freitagen in die Kleintieranlage Sursee und am Donnerstag ins Landwirtschaftsmuseum Burgrain. Wer wollte, konnte auch um einen persönlichen Besuch oder einen kleinen Ausflug in der Nähe bitten. Das alles wurde rege nachgefragt und gab aber auch viel zu organisieren: Wer kann allein reisen, wer braucht Hilfe? Wer holt wen ab, und wie kommt dieser oder jener Gast wieder nach Hause? Die Fäden liefen bei Heidi Bühlmann zusammen, die betont, wie sehr sie sich jeweils auf die freiwilligen Helferinnen und Helfer verlassen könne.

Sie nehmen’s gemütlich: Helena Baumeler (links) und Betreuerin Ursula Stiner auf der Vierwaldstättersee-Rundfahrt | © 2021 Behindertenseelsorge

Delsberg-Woche im September soll stattfinden

Im Herbst geht’s dann wieder richtig ins Lager: Die Ferien- und Besinnungswoche für Menschen mit einer Körperbehinderung, die im Mai hätte stattfinden sollen, wurde auf den 27. September bis 2. Oktober verschoben. Schon Anfang September, vom 3. bis 5., lädt die Behindertenseelsorge Menschen mit einer geistigen Behinderung zu einem Wochenende im Hotel und Bildungszentrum Matt in Schwarzenberg ein. Dieses steht unter dem Titel «Lebendiges Wasser».

Auf Tuchfühlung: Beat Grüter beim Ausflug auf den Erlebnisbauernhof in WInikon, | © 2021 Behindertenseelsorge

Die Behindertenseelsorge

Die Seelsorge für Menschen mit einer Behinderung ist ein Angebot der katholischen Kirche im Kanton Luzern, das seit 1974 besteht. Sie ist offen auch für Menschen anderer Konfessionen und Religionen. Zum engeren Team gehören Seelsorger Bruno Hübscher  als Leiter und Heidi Bühlmann, die das Sekretariat der Behindertenseelsorge führt, die Besinnungs- und Ferienwochen in Delsberg mitorganisiert und das Freizeitprojekt «Mein Weg» leitet. Pater Christian Lorenz kümmert sich um Menschen mit Hörbehinderung, Yvonne Rihm leitet den Beratungsdienst für Religionsunterricht an Sonderschulen und Marlis Rinert  ist Projektverantwortliche Andachten, Kurse, Besinnungstage sowie Begegnungsgottesdienste.

Die Ferienwochen in Delsberg sind zwei von vielen Angeboten der Behindertenseelsorge. Besuche und Gespräche in den Einrichtungen für Menschen mit einer Behinderung gehören zu Alltag, Gottesdienste dort und gemeinsam mit Pfarreien, Sakraments- und Abschiedsfeiern,  Wallfahrten und andere Ausflüge sind weitere Angebote. Die Behindertenseelsorge unterstützt auch Eltern und Angehörige sowie Mitarbeitende in den Einrichtungen.