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Partnerschaft mit einer Pfarrei des Südens – das Beispiel Hitzkirch

Beim Besuch aus Hitzkirch im vergangenen Sommer: Schulkinder und Gäste singen gemeinsam zum Abschied. | © 2015 Esther Ruckstuhl
Beim Besuch aus Hitzkirch im vergangenen Sommer: Schulkinder und Gäste singen gemeinsam zum Abschied. | © 2015 Esther Ruckstuhl

Hitzkirch in der Schweiz, Endasak in Tansania: Was verbindet, was trennt die beiden Pfarreien? Seit acht Jahren pflegen diese eine Partnerschaft und fühlen sich davon bereichert. Der Kontakt mit der Pfarrei im Süden sei für beide Seiten ein Gewinn.

Schon zweimal, im Sommer 2012 und wiederum im vergangenen Juli, besuchten Angehörige der Pfarrei Hitzkirch Endasak, eine Pfarrei in einer trockenen, armen Gegend im Nordosten von Tansania. Sie zählt um die 10 000 Katholikinnen und Katholiken. Die äussersten Eckpunkte sind 90 Kilometer voneinander entfernt. «Von der unkomplizierten afrikanischen Art können wir lernen», sagt der Hitzkircher Gemeindeleiter Stefan Schmitz, der Endasak 2012 besuchte.
Die Partnerschaft zwischen den Pfarreien Hitzkirch und Endasak begann 2008 über ein Projekt der Helvetas. Markus Diebold trug die Idee in die Weltgruppe der Pfarrei, der er angehört. Dieser Gruppe steht jährlich ein Geldbetrag zur Verfügung, den sie für Endasak einsetzt – für den Schulbesuch minderbemittelter Kinder, aber auch schon für eine Toilettenanlage oder die Küche für den Kindergarten. In Hitzkirch anderseits wird die Partnerschaft sichtbar, wenn zum Beispiel im Büchlein zum Auffahrtsumritt Bilder aus Endasak auftauchen, wenn Fürbitten auf die Pfarrei in Tansania Bezug nehmen oder eine Kollekte dafür aufgenommen wird.

«Bereichert gegenseitig»
Markus Diebold spricht von der «weltumspannenden Dimension von Kirche und Religion», die durch diese Partnerschaft sichtbar werde. Für Kirchgemeindepräsidentin Ottilia Scherer, die im Juli erstmals Endasak besuchte, ist die Partnerschaft «kein Tropfen auf den heissen Stein, sondern sie bereichert gegenseitig und ist nicht mit Geld allein aufzuwägen».

Für beide Seiten ein Gewinn
Der frühere Pfarrer von Endasak weilte schon in Hitzkirch. Weitere Besuche sind wünschenswert, aber kaum möglich – die Pfarrei hilft vor Ort und finanziert zurzeit keine Reisen, auch nicht für Personen aus Hitzkirch. Die Partnerschaft bleibt gleichwohl für beide Seiten ein Gewinn. «Sie sensibilisiert die Pfarreimitglieder für die Situation in Afrika», sagt Markus Diebold. «Es gibt nun Leute bei uns, die die Lebenssituation in Tansania aus eigener Anschauung kennen und diese Erfahrung gerne weitergeben.» Dieses Verständnis komme am Ende auch den Menschen in anderen Ländern des Südens zugute.

Dominik Thali

Aus dem «Luzerner Kirchenschiff» vom Januar 2016. Zur ganzen Ausgabe und früheren Nummern: hier…


Mehreren Brücken

Der Hitzkircher Gemeindeleiter Stefan Schmitz wie Kirchgemeindepräsidentin Ottilia Scherer betonen: Die Partnerschaft von Hitzkirch und dem afrikanischen Endasak sei «Freundschaft von Pfarrei zu Pfarrei» und nicht Entwicklungszusammenarbeit. Hitzkirch unterstütze weiterhin das Fastenopfer, die Beiträge aus der Pfarrei stiegen sogar. «Es muss aber verschiedene Brücken zu den Ländern des Südens geben», sagt Schmitz, «für uns ist die Partnerschaft mit Endasak eine davon.»