Zur Startseite Zur Navigation Zum Inhalt Zur Kontaktseite Zur Sitemapseite Zur Suche

Mehr Freude machen: Was gute Geschenke ausmacht

Die kirchliche Kampagne «Vivre noël autrement» regt in Frankreich jedes Jahr mit einem Plakat zum bewussten Feiern von Weihnachten an. | © Quelle: Kampagne Vivre autrement
Die kirchliche Kampagne «Vivre noël autrement» regt in Frankreich jedes Jahr mit einem Plakat zum bewussten Feiern von Weihnachten an. | © Quelle: Kampagne Vivre autrement

Weniger schenken, bewusster schenken, Zeit schenken: An Weihnachten wollen wir Freude machen. Das gelingt besser mit genügend Vorbereitungszeit, meint Kurt Aufdereggen.

In der Schweiz herrscht Schenklaune: Schweizerinnen und Schweizer geben pro Jahr rund 300 Franken für Weihnachtsgeschenke aus. Hauptsächlich Bücher werden damit gekauft, aber auch Schmuck, Kleidung und Unterhaltungselektronik. Unter dem Weihnachtsbaum liegen häufig auch Lebensmittel und Süsswaren sowie Geld oder Gutscheine.

In einer Gesellschaft, in der viele schon alles haben, ist die Auswahl von sinnvollen Geschenken nicht einfach. Wie kommt man beim Auswählen zu guten, also besonders persönlichen Geschenken?

Es gibt drei Arten von guten Geschenken:

  • Erstens: Wenn viel Zeit in einem Geschenk steckt, wenn man also zum Beispiel Selbstgebasteltes verschenkt, dann wächst die Freude über die Geste enorm.
  • Zweitens: Wenn Geber die Wünsche der Beschenkten genau treffen, ist die Freude ebenfalls gross. Wünsche von den Augen ablesen ist gut, Nachfragen ist meistens besser.
  • Drittens: Mehr ist nicht unbedingt besser. Ein zweites Geschenk entwertet nämlich gemäss dem «Geber-Paradox» das erste, teurere Geschenk.
    Eine gute Orientierungshilfe sind Geschenke, an denen man selber Freude hat. Statt Materiellem kann das auch geteilte Zeit sein, also ein geschenkter Tag oder der gemeinsame Besuch eines Konzertes.

Bei der Organisation können Männer von den Frauen lernen. Frauen handeln nämlich weitsichtiger und werden entsprechend eher aktiv. Bis Mitte Dezember haben die meisten ihre Präsente beisammen. Kein Wunder, dass der Anteil der «Last-Minute-Shopper» unter den Männern mehr als doppelt so hoch ist wie bei den Frauen. Obwohl kurzfristige Aktionen häufig weniger befriedigende Ergebnisse bringen. Schenken wir also Zeit, schenken wir Freude!

Praktischer Link: www.zeit-statt-zeug.de

Kurt Aufdereggen, 46, ist Umweltbeauftragter des Vereins «oeku – Kirche und Umwelt» in Bern. Der Sozialwissenschaftler arbeitet seit 18 Jahren bei «oeku».

 

Ökotipps zur Weihnachtszeit

Das Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelisch-Reformierten Kirche von Westfalen D hat den Ratgeber «Wissenswertes und Nützliches rund um das Weihnachtsfest» herausgegeben. Einige Tipps daraus:

  • Aus ökologischen Gründen müssen Sie nicht auf einen Weihnachtsbaum verzichten. Es gibt Weihnachtsbäume aus ökologischem und nachhaltigem Anbau. Sinnvoll ist eine einheimische Rotfichte, möglichst vom lokalen Bauern oder Förster oder aus einem FSC-zertifizierten Betrieb. Ein zunehmender Trend sind die Eingetopften, also Weihnachtsbäume im Topf, gekauft oder gemietet.
  • Nach dem Fest kann der vertrocknete Weihnachtsbaum kompostiert werden, im eigenen Garten oder auf der Grüngut-Sammelstelle der Gemeinde. Entfernen Sie den Baumschmuck sorgfältig.
  • Verwenden Sie bei der Herstellung von Adventskränzen und Gestecken natürliche Materialien. Stellen Sie den Adventskranz auf eine feuerfeste Unterlage.
  • Verpackungspapier für Geschenke kann wiederverwendet werden, wenn nicht zu viel Klebstoff verwendet wird.
  • Backen Sie Weihnachtsgebäck als Baumschmuck oder als Geschenk. Kaufen Sie nach Möglichkeit regional gesunde und ökologisch-fair produzierte Waren zum Backen.
  • Planen Sie nicht für jeden Feiertag vier aufwändige Mahlzeiten. Verbringen Sie lieber die gewonnene Zeit im Kreis Ihrer Familie als am Herd.

Die lesenswerte Broschüre kann unter www.zukunft-einkaufen.de bestellt oder online angeschaut werden.