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Hilfe für Asylsuchende und Flüchtlinge – das Beispiel Horw

Pastoralraumleiter Romeo Zanini, Deborah Gerber und Beat Hüppi (TUK-Leitung) vor dem Eingang der TUK Horw, der kontrolliert wird. Bewohner Sayed Ahmad Walid Abdoli (in der Kabine) hat heute Dienst. | © 2016 Matthias Bättig
Pastoralraumleiter Romeo Zanini, Deborah Gerber und Beat Hüppi (TUK-Leitung) vor dem Eingang der TUK Horw, der kontrolliert wird. Bewohner Sayed Ahmad Walid Abdoli (in der Kabine) hat heute Dienst. | © 2016 Matthias Bättig

Seit Anfang Juni sind in der temporären Unterkunft (TUK) Horw vorwiegend junge asylsuchende Männer aus 13 Nationen einquartiert. Sie leben in der Zivilschutzanlage «unter Tag» und freuen sich über Beschäftigung jeglicher Art. Der Pastoralraum Horw bietet Unterstützung an. Es zeigt sich: Beschäftigung ist das Wichtigste.

Oben auf dem Kirchfeld-Hügel in Horw treffe ich beim Eingang zum Zivilschutzraum Romeo Zanini. Er ist Diakon und Leiter des Pastoralraumes Horw. Wir werden begrüsst von Beat Hüppi und Deborah Gerber. Die beiden führen die Anfang Juni eröffnete TUK Horw. Nach einer kurzen Besichtigung der Schlaf- und Aufenthaltsräume wie auch der Küche nehmen wir Platz im «Deutschzimmer» und kommen ins Gespräch.

Mit Strukturen und Arbeit gegen die Langeweile

«Eine unserer zentralen Aufgaben ist es, den rund 60 Männern im Alter zwischen 18 und 43 Jahren eine Tagesstruktur zu bieten», sagt Beat Hüppi. Tagwache ist um sieben Uhr morgens. Um 22 Uhr wird die Anlage geschlossen. Um die Verpflegung kümmern sich die Bewohner selber. «Die meisten Männer haben zu Hause als Junggesellen in der Familie gelebt. Das Kochen, Waschen und Putzen ist für sie dieselbe Herausforderung wie sie es auch für Schweizer Jugendliche ist, die frisch von zu Hause ausziehen», weiss Hüppi. «Diese Haushaltsarbeiten lernen sie oft erst hier. Wir bereiten die Männer vor, damit sie später allenfalls selbständig wohnen können».

Deborah Gerber ergänzt: «Solche täglichen Arbeiten sind wichtig, damit unsere Bewohner eine sinnvolle Beschäftigung haben. Toll ist es auch, wenn Leute oder Organisationen zu uns kommen und in irgendeiner Form ein kleines Programm oder gar eine gemeinnützige Arbeit anbieten. Jegliche Form der Beschäftigung ist sehr willkommen: Eine Frau hat uns letzthin eine Nähmaschine vorbeigebracht. Einige der jungen Männer waren in ihrem Heimatland als Schneider tätig. Sie haben dann sofort begonnen, ihre Kleider zu flicken oder sogar umzugestalten.» Auch das «Armbändeli-Knüpfen», Zopfbacken und Malen fanden grossen Anklang.

Projekte bauen Berührungsängste ab

«Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen wünschen sich, in Kontakt zu kommen mit der Bevölkerung, wissen jedoch nicht wie sie dazu kommen. Zudem haben sie oft Angst davor, etwas falsch zu machen», meint Hüppi. Dagegen helfen Projekte, wie sie auch im Pastoralraum Horw angegangen wurden. Im Juni zum Beispiel setzte die Kirche zusammen mit Flüchtlingen, die im Dorf wohnen, das Theaterprojekt «Melodie des Lebens» um. «Das war für alle eine spannende Erfahrung. Auch das von uns mitorganisierte gemeinsame Fussballspiel sorgte für positives Echo», erzählt Romeo Zanini. «Wenn sich Kulturen und Generationen aufeinander einlassen, bieten sich enorme Chancen».

Der Pastoralraum Horw will auch künftig Projekte und von der Gemeinde koordinierte Aktionen unterstützen. Dazu will die Kirchgemeinde Räume, finanzielle Hilfe und ein breites Netzwerk an freiwilligen Helferinnen und Helfern anbieten.

Seit Mitte September wohnt zudem eine irakische Frau mit ihrer Tochter in der Wohnung im Pfarrhaus Horw, welche die Kirchgemeinde dem Kanton vermietet.

Matthias Bättig

Erfahrungs-Austausch

Wie können Kirchgemeinden und Pfarreien die Integration fördern? Beim nächsten Austauschtreffen am Mittwoch, 26. Oktober im Refektorium des Klosters Sursee (17.30–19.30 Uhr) geht es vor allem um die Begleitung von asylsuchenden Menschen, die bereits in Wohnungen leben. Wertvoll ist das Treffen auch für jene, die am Anfang solcher Erfahrungen stehen. Sie erhalten Unterstützung und Hilfestellungen.

Anmeldung bis 17. Oktober an Fachbereich Pastoral, 041 419 48 40, thomas.villiger@lukath.ch.