Zur Startseite Zur Navigation Zum Inhalt Zur Kontaktseite Zur Sitemapseite Zur Suche

«Blick über den Tellerrand oder»: Was wir essen – und verschwenden

Mattia, Valentin, Laura und Yara von der Klasse 1a der Kantonsschule Luzern Alpenquai macht das Spiel «Blick über den Tellerrand» Spass. Und sie lernen viel über den Umgang mit unseren Lebensgrundlagen. | © 2018 Benno Bühlmann
Mattia, Valentin, Laura und Yara von der Klasse 1a der Kantonsschule Luzern Alpenquai macht das Spiel «Blick über den Tellerrand» Spass. Und sie lernen viel über den Umgang mit unseren Lebensgrundlagen. | © 2018 Benno Bühlmann

Das Fastenopfer und Jungwacht Blauring Schweiz haben gemeinsam das neue Brettspiel «Blick über den Tellerrand» herausgegeben. Es soll Jugendliche und Erwachsene für nachhaltige Ernährung und fairen Handel sensibilisieren.

Sechs Jugendliche im Alter von 12 und 13 Jahren sitzen im Schulzimmer um einen Tisch herum, vor ihnen befindet sich ein Welt-Teller-Tischset, das als Spielfeld dient. Seit einer Viertelstunde sind sie eifrig damit beschäftigt, knifflige Fragen rund um den Umgang mit Nahrungsmitteln zu diskutieren: Wie viel Wasser braucht es für die Produktion eines Kilos Brot? Wie hoch ist der jährliche Schokoladenkonsum in der Schweiz? Wie viele Lebensmittel landen in schweizerischen Haushalten jährlich im Abfall? Wer die Aufgaben richtig löst, kann eines der Food-Waste-Teilchen verdienen und damit seinen Food-Recycling-Ausweis füllen. Ziel ist, durch geschicktes Würfeln und die korrekte Beantwortung von Rate- und Fragekarten die persönlichen Spielfiguren von der Mitte bis an den Tellerrand zu führen.


Spiel regt zum Nachdenken an

Spielgestalterin Lucia Weingartner : «Die Wertschätzungh für Nahrungsmittel fördern.» | © 2018 Benno Bühlmann

Mit einigem Erstaunen nehmen die Jugendlichen die Antwort des Spielleiters auf die zuletzt gestellte Frage zur Kenntnis: «In den schweizerischen Haushalten landen jährlich 117 Kilo Lebensmittel im Abfall.» Diese Menge entspreche etwa einem Viertel der gekauften Nahrungsmittel oder fast einer ganzen Mahlzeit pro Person und Tag.

Yara und Mattia spielen «Blick über den Tellerrand» das erste Mal und sind beeindruckt. «Ich finde dieses Spiel eine gute Idee, weil ich mich sonst im Alltag nicht so oft mit meinem Essen beschäftige», meint Yara. Mattia doppelt nach: «Der Name ‹Blick über den Tellerrand› trifft es perfekt – es ist ein kreatives Spiel zu einem ernsten Thema.»

Die Erfinderin des ungewöhnlichen Spiels heisst Lucia Weingartner. Sie ist auf einem Bauernhof in Nottwil aufgewachsen, begann vor eineinhalb Jahren in Zürich ein Agronomiestudium und hatte bereits in ihrer Kindheit eine enge Beziehung zur Natur. In ihrer Freizeit war für sie als Blauringleiterin die spielerische Gestaltung von Gruppenstunden immer wieder eine Herausforderung. Deshalb war es für sie auch naheliegend, als Maturaarbeit an der Kantonsschule Sursee ein Lernspiel für Kinder zu entwickeln. «Mein Anliegen war es, mit diesem Spiel die Wertschätzung für Nahrungsmittel zu fördern und damit einen Beitrag zu einem nachhaltigen Lebensstil zu leisten», sagt Lucia Weingartner. Natürlich sei sie auch stolz darauf, dass das Ergebnis ihrer Maturaarbeit bei Jungwacht Blauring und beim Fastenopfer Interesse gefunden habe (siehe Kasten). In einer ersten Auf­lage wurden im September 500 Exemplare des Spiels hergestellt. Die Nachfrage hat die Erwartungen bereits übertroffen.


Ein Teil der Wertevermittlung

Valentin Beck, Bundespräses von Jungwacht Blauring Schweiz (Jubla), freut sich über die grosse Resonanz. «Blick über den Tellerrand» sei in verschiedenen Jubla-Leiterkursen getestet worden und eigne sich sehr gut, um Diskussionen rund um einen nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung und Fragen des gerechten Handels anzustossen. Das Spiel sei dar­über hinaus eingebettet in die nationale Solidaritäts- und Senisbilisierungsaktion «jubla.infanta» zugunsten philippinischer Kinder sowie in die langjährige Partnerschaft der Jubla mit dem philippinischen Jugendverwand «Chiro».


Den Glauben auch leben

Der Bundespräses betont, die Wertevermittlung sei schon immer ein wichtiger Bestandteil der Jugendarbeit von Jungwacht Blauring gewesen und passe deshalb sehr zu den Grundsätzen «Glauben leben» und «Natur erleben». Erfreulich sei für ihn auch, dass Papst Franziskus mit seiner En­zyklika «Laudato si’» ein deutliches Signal gesetzt habe, wonach ökolo­gische und soziale Anliegen für ihn eine grosse Aktualität und Dringlichkeit aufweisen. Dem gleichen Anliegen fühle sich auch Jungwacht Blauring heute verpflichtet, betont Valentin Beck.

Benno Bühlmann

Verantwortung übernehmen

Mit dem neuen Brettspiel «Blick über den Tellerrand» wollen Jungwacht Blauring und das Fastenopfer einen Beitrag zur persönlichen Horizonterweiterung leisten, die in Zeiten zunehmender Lebensmittelverschwendung dringend notwendig sei. «Blick über den Tellerrand» will auf spiele­rische Art Jugendliche und Erwachsene dazu sensibilisieren, im Alltag verantwortungsbewusst mit den Lebensgrundlagen umzugehen. Das Spiel zeigt, dass es notwendig ist, sozial, ökonomisch und ökologisch umzudenken, und motiviert zu nachhaltigem Handeln. Zudem erhalten die Mitspielenden am Beispiel der Philippinen einen Einblick in das Leben einer weniger privilegierten Welt.

Fr. 39.95, Bezug über Fastenopfer, Alpenquai 4, 6002 Luzern, mail@fastenopfer.ch