«Transparenz schaffen ist mir wichtig»
Fleur Budry
Zuerst der Job, dann die Wohnung, das hat bei Andrea Bütlers Lebensstationen immer funktioniert. In Biel aufgewachsen, absolvierte sie die Kunstgewerbeschule in Basel, danach folgten Stellen und Weiterbildungen in Sursee und Zürich, bis sie in der Produktionsleitung bei der «Luzerner Zeitung» landete, wo sie noch die Ausbildung zum Medienmanager obendraufsetzte. «Ich könnte eigentlich auch einen Verlag leiten.» Seit kurzem ist sie nun aber Synodalrätin. 2004 ist Bütler in der Zentralschweiz sesshaft geworden, sie lebt mit Ehemann Thomas und der zwölfjährigen Tochter Valérie in Meggen, wo sie nach wie vor gerne unterwegs ist, meistens zu Fuss. Hier kennt sie viele, es kennen sie viele, im Café Kreyenbühl hat sie einen Stammplatz. Trotzdem entdecke sie auch nach 20 Jahren immer noch Neues im Dorf.
Zauber des Anfangs
Bei der ersten Synodalratsitzung nach den Sommerferien wurden die zwei neuen Mitglieder Andreas Wigger und Andrea Bütler mit jenen Worten begrüsst, laut denen einem Anfang immer auch ein Zauber innewohnt. «Ich möchte wirklich so lange wie möglich den Zauber des Anfangs, den Zauber des Neuen im Herzen behalten. Das passt auch zu meinem Typ.» Letzendlich mache das auch den Zauber der Arbeit aus. Und sie arbeitet gerne. Als Typografin und Medienmanagerin war Bütler in verschiedenen Projekten tätig, unterstützt Freiwilligenarbeit, macht dann z.B. die Website fürs Frauennetz. In Meggen war sie acht Jahre im Kirchenrat und vier Jahre in der Synode. Der Einstieg in die neue Arbeit als Synodalrätin war steil, da macht sie keinen Hehl draus, lachen kann sie aber noch immer. Und am Sonntag bleibt der Computer dann eben strikte ausgeschaltet.

Brückenschlag im Miteinander
Nicht unwichtig bei dem Entscheid, für das Amt anzutreten, war für Bütler das Ressort. «Vor allem das Aussendepartement, der Blick auf die ganze Schweiz, das hat mich gepackt.» Mit Ressortwechseln musste sie zwar rechnen, ihr Wunschdepartement, offiziell das «Ressort Bistum Basel, landeskirchliche Instanzen», hat sie nun jedoch inne. Passt. Bütler ist überzeugt, in der Kirche etwas bewegen zu können. Mit der staatskirchenrechtlichen Seite vertraut, hat sie mit dem dualen System immer gute Erfahrungen gemacht. «Es ist ein Miteinander.» Und dieses Miteinander sei für sie selbstverständlich. Dass aber nicht überall die gleiche Transparenz herrsche, das falle ihr auf. Und es ist ihr ein grosses Anliegen, eben diesen Gleichstand an Wissen, diese Transparenz zu schaffen, sei es in Gremien oder Arbeitsgruppen. Im Bewusstsein, dass das wahrscheinlich ein frommer Wunsch sei. Es müsse ihr nicht zufliegen, aber sie «möchte es wenigsten probieren».
Bütler ist offen und kommunikativ, geht direkt auf Menschen zu, vermittelt gerne. Sie bringt das Bild des Brückenbauens ins Spiel. Es sei ein Bild, das ihr gefalle und zu ihr passe. Denn am allermeisten freue sie sich darauf, ihr Netzwerk erweitern zu dürfen, kantonal und in der ganzen Schweiz.