Keine Urnenwahlen dank fünf Bisherigen
Kirchenwahlen 2026
Dominik Thali
Die 72 Kirchgemeinden zählen ab dem Amtsantritt am 1. Juni insgesamt 380 Kirchenratsmitglieder, gut 90 davon sind neu. Knutwil-St. Erhard, Oberkirch, Rickenbach, Rothenburg, Triengen, Udligenswil und Ufhusen senken mit dieser Wahl in ihren Räten die Mitgliederzahl, Reiden erhöht sie. In weiteren 8 der 80 Luzerner Kirchgemeinden wird aufgrund von Fusionsprojekten erst im Herbst gewählt.
Schlaflose Nächte
«Es war dieses Jahr nicht nur bei den Kirchenräten schwierig, sondern auch bei den Rechnungskommissionen», sagt Annegreth Bienz-Geisseler. Die Synodalrätin mit dem Ressort Kirchgemeinden und Synodalkreise stand «beim Endspurt bis zum Fristablauf mit mehreren Kirchgemeinden intensiv in Kontakt», spricht von «unzähligen Gesprächen und schlaflosen Nächten». Sie und Synodalverwalter Charly Freitag setzten deshalb alle Hebel in Bewegung, um Lücken füllen zu helfen. Der Einsatz habe sich gelohnt, sagt Freitag: «Alle Kirchgemeinden konnten ihre Gremien fristgerecht besetzen. Urnenwahlen mit leeren Listen wären aufwändig und teuer gewesen.» Diese hätte am 22. März stattgefunden.
In fünf Kirchgemeinden mussten am Ende trotzdem kurzfristig Bisherige einspringen, die eigentlich nicht mehr kandidieren wollten: In Altishofen-Nebikon, Hellbühl, Luthern und Rickenbach war es das Präsidium, in Grossdietwil die Kirchmeierin.
«Jetzt erst recht»
Bisherige, die trotzdem weitermachen: Für Freitag ist dies eine gute Lösung für eine Übergangszeit. Kirche und Verantwortung seien am Ende vielerorts im Vordergrund gestanden und man habe «sich im Gespräch gefunden». Offen bleibt, wie schnell sich für betreffenden Sitze nachträglich neue Namen finden und die Bisherigen doch noch gehen können. Bienz sagt, aufgrund der Kirchenaustritte stünden immer weniger mögliche Personen zur Verfügung. «Andererseits zeigt sich auch bei uns der Trend, dass man sich eher für ein Projekt als für ein Amt zur Verfügung stellt.»
Eines davon heisst «Zukunft Katholische Kirche im Kanton Luzern» und wird die Kirche in den kommenden Jahren auf allen Ebenen beschäftigen. Bienz wie Freitag schöpfen Hoffnung aus den Erfahrungen, die sie bis jetzt mit dem Projekt machten. Strukturanpassungen, etwa Fusionen, seien ein wichtiges Thema der kommenden Legislatur, hat Bienz etwa von Präsidien vernommen. Freitag wiederum nimmt «eine gute Motivation» in den Kirchenräten wahr. «Kirche und Gesellschaft verändern sich. Genau das löst bei vielen auch ein ‹jetzt erst recht› aus.» Er glaubt: «Wenn Klarheit da ist und man den Sinn sieht, entsteht viel Energie.»
Die Neuen an den Spitzen der Kirchgemeinden
14 Kirchgemeinden haben ein neues Präsidium
- Ballwil: Jolanda Stadelmann
- Buttisholz: Franz Zemp
- Egolzwil-Wauwil: Kurt Gassmann, bisher Mitglied
- Entlebuch: Josef Lötscher-Lustenberger
- Meggen: Mario Zwyssig
- Meierskappel: Emma Lang
- Oberkirch: Anastasius Hartmann
- Rain: Daniel Vassali, bisher Mitglied
- Romoos-Bramboden; Jakob Furrer, bisher Mitglied
- Rothenburg: Urs Ebnöther
- Schongau: Patrick Adler, bisher Mitglied
- Schüpfheim: Thomas Zihlmann, bisher Mitglied
- Sempach: Sandra Lütolf
- Wolhusen: Peter Bucher-Kurmann
11 Kirchgemeinden haben eine neue Kirchmeierin / einen neuen Kirchmeier
- Doppleschwand: Manuela Auchli-Zgraggen
- Emmen: Verena Hodel-Eschmann
- Eschenbach: Susanne Blum
- Littau: Heiner Geisseler
- Malters: Barbara Hansmann-Burri
- Menzberg: Isabelle Häfliger-Lötscher
- Reiden: Norbert Kappeler
- Schongau: Evelyn Weibel, bisher Mitglied
- Ufhusen: Nicole Salvisberg-Schmid
- Willisau: Stefan Fries
- Wolhusen: Philipp Steffen, bisher Präsident