Neu organisiert, zwei neue Synodalratsmitglieder gewählt
Synodesession vom 17. Juni 2026
Dominik Thali
2026 ist in der katholischen Kirche im Kanton Luzern ein Wahljahr. In 72 der 80 Kirchgemeinden wurden die Kirchenrätinnen und -räte neu gewählt; in der Landeskirche, der kantonalen Dachorganisation der Kirchgemeinden, die 100 Synodalen. 71 von diesen gehörten dem Kirchenparlament bereits an, 29 stossen neu dazu.
An ihrer ersten Sitzung der Legislaturperiode 2026/30 am Mittwoch, 17. Juni, hat sich die Synode neu konstituiert, also ihre Verhandlungsfähigkeit hergestellt. Es standen deshalb ausschliesslich Wahlgeschäfte an. Das Präsidium und Vizepräsidium sowie das Büro der Synode werden jeweils für zwei Jahre gewählt. Für die Zeit vom 1. Januar bis Ablauf der Amtsdauer 2022/26 am 31. Mai war dies am 5. November 2025 geschehen. Für den Rest der Amtsdauer 2026/2027 wurde an der konstituierenden Sitzung Walter Hofstetter (Luzern) als Präsident und Urs Ebnöther (Rothenburg) als Vizepräsident bestätigt. Hofstetter dankte für das Vertrauen und meinte, Synodale zu sein sei «mehr als eine nette Freizeitbeschäftigung». Er erinnerte seine Kolleginnen und Kollegen an ihre verfassungsmässige Auf-gabe: «Die Vorschriften einhalten, die Rechte und Pflichten der Kirche und der Gläubigen achten, die Aufgaben gewissenhaft erfüllen.»
Vier neue Kommissionspräsidien
Gewählt wurden – auf vier Jahre – auch die Mitglieder der fünf Parlamentskommissionen. Diese werden in der neuen Amtsdauer von folgenden Synodalen präsidiert:
- Geschäftsprüfungskommission: Marlis Roos Willi (Geiss, neu)
- Staatskirchenrechtliche Kommission: Michael Günter (Hochdorf, neu)
- Kommission Seelsorge-Bildung: Fabrizio Misticoni (Sursee, neu)
- Kommission Diakonie – soziales Engagement: Angelika Koch (Kriens, neu)
- Sonderkommission Aufarbeitung Missbrauch: Thomas Scherer (Luzern, bisher)
Die Präsidentinnen und Präsidenten der regional organisierten Fraktionen werden von deren Mitgliedern gewählt. Die Namen:
- Entlebuch: Peter Unternährer (Ruswil, bisher)
- Habsburg: Monika Käch (Adligenswil, bisher)
- Hochdorf: Bernadette Steiner (Inwil, bisher)
- Luzern: Michael Zeier-Rast (neu)
- Pilatus: Hermann Fries (Emmenbrücke, neu)
- Sursee: Thomas Arnet (Knutwil, bisher)
- Willisau: Thomas Schmid (Egolzwil, bisher)
Das Büro der Synode wird jeweils für zwei Jahre gewählt. Die Namen für die Amtsperiode 2026/27:
- Walter Hofstetter, Präsident
- Urs Ebnöther, Vizepräsident
- Brigtte Mattmann (Rothenburg), Stimmenzählerin
- Doris Kaufmann (Buchrain), Stimmenzählerin
- Eva Beatrix Hämmerle (Meggen), stellvertretende Stimmenzählerin
- Irène Lütoplf, Ettiswil, stellvertretende Stimmenzählerin
Im dualen Miteinander
Synodalratspräsident Thomas Räber rief in seiner Eröffnungsrede den Synodalen das duale System – die geteilte Führungsverantwortung in der katholischen Kirche Schweiz – in Erinnerung. Die Aufgaben des Parlaments seien klar geregelt. Es gebe jedoch auch Fragen, etwa bei innerkirchlichen Veränderungen, die nicht zu diesen gehörten. Die Synode sei hierin aber eine wichtige Diskussionspartnerin der pastoral Verantwortlichen; beobachtend, fragend «und gelegentlich auch kritisch und mahnend». Für Räber ist das duale System einerseits «einzigartig», andererseits aber «nicht immer einfach».
Synodalrat neu zusammengesetzt
Der neunköpfige Synodalrat – der «Regierungsrat» der Landeskirche – wird, anders als die politische Regierungsbehörde, von der Synode gewählt, nicht vom Volk. Wahltag für die vierjährige Amtsdauer ist jeweils die konstituierende Sitzung der Synode, Amtsantritt am 1. Juli.
Im Amt bestätigt wurden Annegreth Bienz-Geisseler (61, Entlebuch, seit 2012), Sandra Hartmann-Huber (48, Willisau, seit 2018), Thomas Räber (60, Gelfingen, seit 2018), Karin Wandeler-Wüest (59, Schenkon, seit 2021), Nana Amstad-Paul (69, Emmenbrücke, seit 2021), Claudio Spescha (Malters, 41, seit 2024) und Simone Parise (36, Luzern, seit 2024). Thomas Räber bleibt zudem bis Ende 2027 Präsident des Synodalrats, Sandra Hartmann-Huber Vizepräsidentin.
Neu in den Synodalrat gewählt wurden Andrea Bütler (56, Meggen) und Andreas Wigger (59, Luzern). Sie folgen auf Renata Asal-Steger (Luzern), die nach 16 Jahren ihr Amt zur Verfügung stellte, und Armin Suppiger (Kriens), der nach zehn Jahren nicht mehr antrat. Andrea Bütler ist typografische Gestalterin und Medienmanagerin, Wigger Betriebswirtschafter und Partner bei einem internationalen Wirtschaftsberatungs-Unternehmen.

