Jetzt geht es ans konkrete Umbauen
Andrea Pfäffli, Esther Kühne, Projektleitung
Es wurde diskutiert, gefragt, ausprobiert und vernetzt an diesem Samstag im Campus Sursee. Die positiven Rückmeldungen haben die Verantwortlichen gefreut. Wichtiger ist aber, was seither passiert: An verschiedenen Orten wird weitergedacht. Pastoralräume und Kirchgemeinden machen sich Gedanken über ihre Zukunft, erste Verantwortliche haben sich nach Unterstützung für Veränderungsprozesse erkundigt. Und die nächsten Angebote von «Kirche im Umbau» nehmen Form an.
Was braucht es vor Ort?
Die Ausgangslage ist unterschiedlich. Manche Pastoralräume und Kirchgemeinden stehen vor strukturellen Fragen, andere beschäftigen sich mit Zusammenarbeit, Rollen, Ressourcen oder der Beteiligung von Mitarbeitenden und Freiwilligen. Einige sind bereits mitten in einem Veränderungsprozess, andere fragen sich erst: Wo sollen wir überhaupt anfangen?
«Kirche im Umbau» gibt keinen einheitlichen Bauplan vor. Die Verantwortung liegt vor Ort. Das Projekt schafft aber Möglichkeiten, um die Entwicklung anzustossen und zu unterstützen: mit Wissen und Methoden, Austausch und Vernetzung, spiritueller Auseinandersetzung und – wo sinnvoll – mit professioneller Begleitung.
Wunsch der Verantwortlichen ist deshalb: Nicht abwarten, bis der Veränderungsdruck noch grösser wird. Sich Zeit nehmen für die Frage, was im Pastoralraum, in der Pfarrei oder Kirchgemeinde in den nächsten Jahren ansteht. Miteinander darüber reden. Und die notwendigen zeitlichen und finanziellen Spielräume schaffen, um einen solchen Prozess professionell gestalten zu können.
Im Herbst beginnt die nächste Phase
Eine Möglichkeit, Entwicklungen zu starten, bietet das eintägige Workshop-Format, ein fachliches Umbau-Training mit einem spirituellem Kraftraum, das im kommenden Herbst beginnt. Dieses richtet sich an Menschen aus Pastoralräumen, Pfarreien und Kirchgemeinden – also an die pastorale wie staatskirchenrechtliche Seite. Auch Mitarbeitende ohne Leitungsverantwortung sind willkommen, wenn sie Veränderung an ihrem Wirkungsort mitgestalten möchten.
Die Umbau-Trainings sind jeweils einem thematischen Schwerpunkt gewidmet und finden vormittags statt. Sie verbinden fachlichen Input mit konkreten Situationen der Teilnehmenden. Ziel ist es, Zusammenhänge besser zu verstehen, Methoden kennenzulernen, eigene Fragen zu bearbeiten und nächste Schritte für den eigenen Wirkungsort zu entwickeln.
Veränderung braucht Mut, Vertrauen, die Bereitschaft, loszulassen und die Kraft, mit Unsicherheit umzugehen. Daher richtet sich der Fokus gezielt auf die vertiefte spirituelle Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema. Wir flechten vormittags im Umbau-Training kleinste spirituelle Einheiten ein, die wir am Nachmittag im Spirituellen Kraftraum in Resonanz mit Texten aus der Bibel und Reflexionssequenzen vertiefen.
Ein wichtiger Teil der Tage ist der Austausch untereinander. Denn vielerorts stellen sich ähnliche Fragen. Es hilft zu erleben: Wir sind nicht allein unterwegs.
Drei Angebote
Es steht allen frei, sich nur für den Vormittag oder für Vor- und Nachmittag anzumelden. Die ersten drei Tage greifen folgende Fragen auf, die in Veränderungsprozessen immer wieder auftauchen:
«Kirche im Umbau» ist ein Projekt zur Kirchenentwicklung im Kanton Luzern mit Schulungs- und Austauschangebote. Dies ist eines davon. Thema: Wo stehen wir? Welche Dynamiken...
14.10.2026
09:00 bis 17:00
Pfarrschüür Aesch
«Kirche im Umbau» ist ein Projekt zur Kirchenentwicklung im Kanton Luzern mit laufenden Schulungs- und Austauschangebote. Dies ist eines davon. Thema: Wie gelingt es,...
04.11.2026
08:00 bis 17:00
Pfarreizentrum Nebikon
Unterstützung dort, wo der Umbau stattfindet
Immer wieder erreicht die Projektleitung auch die Frage, was das Projekt «Kirche im Umbau» für einen einzelnen Pastoralraum oder eine Kirchgemeinde leisten kann. Dabei ist wichtig, die Rollen klar zu benennen: Den lokalen Veränderungsprozess verantworten die Menschen vor Ort. «Kirche im Umbau» nimmt diese Verantwortung nicht ab und gibt auch nicht vor, wie das Ergebnis aussehen muss. Das Projekt kann aber dabei helfen, einen Prozess gut aufzugleisen. Es stellt Grundlagen und Werkzeuge bereit, schafft Lern- und Austauschmöglichkeiten und kann bei Bedarf geeignete externe Fach- und Begleitpersonen vermitteln. Wer merkt, dass vor Ort eine Veränderung ansteht, muss nicht bereits einen fertigen Projektplan haben. Es kann auch darum gehen, gemeinsam zu klären: Wo stehen wir? Was ist unsere eigentliche Fragestellung? Was wäre ein sinnvoller nächster Schritt? Und welche Unterstützung brauchen wir dafür?
Ein digitaler Werkzeugkasten entsteht
Noch in diesem Jahr soll zudem die neue digitale Informations- und Vernetzungsplattform des Projekts «Kirche im Umbau» veröffentlicht werden. Sie soll mehr sein als eine Website mit Informationen zum Projekt. Geplant ist ein digitaler Begleiter für Veränderungsprozesse: mit Wissen und Hintergrundinformationen, Methoden und Werkzeugen, Beispielen aus Pastoralräumen und Kirchgemeinden sowie Hinweisen auf Trainings und weitere Unterstützungsangebote. Ein KI-gestützter digitaler Assistent soll dabei helfen, diese Fragen in Alltagssprache zu stellen und passende Inhalte und Werkzeuge zu finden. Gleichzeitig soll die Plattform sichtbar machen, was andernorts bereits ausprobiert wird. Erfahrungen sollen nicht in einzelnen Pastoralräumen verbleiben, sondern für andere zugänglich werden.
So entsteht Schritt für Schritt ein gemeinsamer Werkzeugkasten – und ein Netzwerk von Menschen, die an unterschiedlichen Orten an derselben grossen Frage arbeiten: Wie gestalten wir eine Kirche, die auch unter veränderten Bedingungen lebendig und nahe bei den Menschen bleibt?
Es tut sich etwas
Seit der Baumesse im Juni ist erst wenig Zeit vergangen. Trotzdem zeigt sich bereits: Im Kanton Luzern ist einiges in Bewegung. Menschen stellen Fragen, Verantwortliche tauschen sich aus, erste Prozesse entstehen. Im Herbst beginnen die Umbau-Trainings, die digitale Plattform wächst, und weitere Angebote werden folgen. Die Projektleitung ermutigt dazu, diesen Moment zu nutzen, im eigenen Pastoralraum oder in der eigenen Kirchgemeinde hinzuschauen. Die Beteiligten sollen darüber sprechen, was sich verändern muss und was bewahrt bleiben soll. Unterstützung soll geholt werden, wenn sie hilfreich ist. «Kirche im Umbau» kann Impulse, Werkzeuge, Vernetzung und Begleitung bieten. Gebaut wird aber vor Ort.
