Gehörlosenseelsorge: Priska Gundi übernimmt
Die Gehörlosenseelsorge ist Teil der Behindertenseelsorge der Katholischen Kirche im Kanton Luzern und der ökumenischen Behindertenseelsorge des Kantons Zug. Sie fördert die Teilhabe von gehörlosen und schwerhörigen Menschen im Alltag und setzt sich für eine barrierefreie, inklusive Kirche ein, zum Beispiel mit Übersetzungen in Gebärdensprache in Gottesdiensten und kirchlichen Feiern oder mit Ausflügen.
Neue Ansprechperson dafür ist Priska Gundi. Sie arbeitet seit 2007 mit ihrem Vorgänger P. Christian Lorenz zusammen und weiss ebenso wie er, was es heisst, nichts zu hören: Gundi (63) ist seit Geburt gehörlos, Lorenz (77) wuchs mit drei gehörlosen Brüdern auf. Er war seit 1979 Seelsorger und erteilte 24 Jahre lang Religionsunterricht am Heilpädagogischen Zentrum Hohenrain. Gundi, gelernte Hochbau- und Vermesserungszeichnerin, war bis zur ihrer Pensionierung Geomatikerin bei der Stadt Luzern. Mit Hilfe eines Audiopädagogen lernte sie, besser mit Hörenden zu kommunizieren, durch das Miteinander mit P. Christian wuchs sie in ihre neue Aufgabe hinein.
Sich auf Augenhöhe begegnen
«Hörbehinderte brauchen den Kontakt auf Augenhöhe», sagt Lorenz und verweist auf die Geschichte von der Heilung des Taubstummen in der Bibel. Gundi weiss um diese Brücke zwischen Hörbehinderten und Hörenden. Sie will sich dafür einsetzen, «dass beide miteinander in Kontakt kommen und sich ohne Hemmungen und Vorurteile begegnen».
Am Palmsonntag, als der Wechsel von P. Christian Lorenz zu Priska Gundi mit einem Gottesdienst und kleinem Fest in Rothenburg gefeiert wurde, gelang dies wie an vielen Anlässen der Behindertenseelsorge. Lorenz freut sich, seine Aufgabe weitergeben zu können: «Wir schreiben Geschichte für die Gehörlosenkultur. Eine hörbehinderte Frau wird Ansprechperson für Hörbehinderte in religiösen Fragen.»
Dominik Thali
