100 Jahre Pfadi Luzern
Jungwacht Blauring (Jubla) hat katholische Wurzeln, Pfadi ist unabhängig: Historisch ist das korrekt, im Kanton Luzern aber anders. Für Pfadigründer Baden Powell (18457–1941) sei der christliche Glaube wichtig gewesen, sagt Simon Hofstetter, OK-Präsident des Jubiläums 100 Jahre Kantonalverband Pfadi Luzern. Einigen Priestern war die Pfadibewegung aber zu of fen, als diese sich auch in der Schweiz auszubreiten begann. Sie unterstützten zwar die Idee, gründeten aber – nach Pfadi Vorbild – eigene Jugendverbände. So enstand unter anderem 1932 die erste Jungwacht.
Deswegen gebe es, so Hofstetter, auch in der Pfadi Luzern zweierlei Abteilungen: Vollständig unabhängige und solche, die einer Kirchgemeinde angeschlossen sind, von der sie mit Räumen und Beiträgen an Projekte und Lager unterstützt wer den. Von den 31 Luzerner Abteilungen trifft Letzteres auf 14 zu. Kirchennahe Pfadis helfen da und dort bei Bräuchen mit – zum Beispiel beim Palmen binden – und haben einen Präses. Hofstetter betont indessen für die Pfadi, was auch für die Jubla gilt: «Bei uns sind alle Menschen willkommen, unabhängig ihres religiösen Hintergrunds.»
Die Pfadi zählt kantonsweit über 4000 Mitglieder. Zum Vergleich: Jungwacht Blauring Luzern, der grösste Kantonalver band, hat 73 Scharen und rund 7600 Mitglieder.
Kirche unterstützt beide grossen Jugendverbände
Jetzt feiert der Kantonalverband Pfadi Luzern das 100-jährige Bestehen, unter anderem mit einem grossen Jubiläumsanlass am 12. September mitten in der Stadt Luzern. Die Katholische Kirche im Kanton Luzern unterstützt den runden Geburtstag als Hauptsponsorin mit 8000 Franken. Beide grossen Jugend verbände, Jubla und Pfadi, erhalten von der Kirche jährlich Betriebs- und gelegentlich Projektbeiträge.
