Kirche baut um, bleibt aber geöffnet
Dominik Thali
80 Kirchgemeinden, 214'000 Mitglieder, fast 50 Prozent der Bevölkerung: Die katholische Kirche ist im Kanton verwurzelt. Die Bindung der Menschen, vorab der jungen, nimmt jedoch ab, es mangelt an Personal, die Strukturen sind vielerorts veraltet. Landeskirche und Bistum starten deshalb ein Entwicklungsprojekt, für das sie das Bild einer Baustelle brauchen: Es soll um- und neu gebaut werden, ohne das Haus Kirche derweil aber zu schliessen. Entsprechend waren Personen aus den kirchlichen Behörden und aus der Seelsorge am Samstag (20. Juni 2026) zur ersten «Baumesse – wegen Umbau geöffnet» auf den Campus Sursee eingeladen. Rund 200 nahmen daran teil. Sie erhielten Einblick in die Situation und Ermutigung, Schritte zu gehen.
Den eigenen Möglichkeiten und Vorstellungen entsprechend. Das ist den Verantwortlichen wichtig. «Kirche im Umbau» ist kein Projekt, das Lösungen vorgibt. «Die Veränderung muss vor Ort geschehen, die Landeskirche kann lediglich unterstützen», sagte Synodalrätin Annegreth Bienz-Geisseler. Bischofsvikar Hanspeter Wasmer macht deutlich: «Wir hier gestalten die Kirche, nicht in Solothurn beim Bistum. Sie muss im Entlebuch nicht gleich aussehen wie in Luzern.» Regierungspräsidentin Michaela Tschuor knüpfte in einer Videobotschaft hier an: «Veränderung gelingt nicht durch Vorgaben von oben, sondern dort, wo Menschen vor Ort Verantwortung übernehmen.» Sie sei überzeugt, dass die Kirche bedeutend bleibe, weil sie biete, was die Menschen auch in Zukunft bräuchten: Gemeinschaft, Orientierung, Hoffnung, Mitmenschlichkeit.
«Ein Experiment»
Ins Handeln gekommen sind derweil schon viele Kirchgemeinden und Pastoralräume. Im Rontal (Buchrain, Ebikon, Root) oder am See (Greppen, Weggis, Vitznau) werden durch Zusammenschlüsse Strukturen verschlankt. Oder der Pastoralraum Region Werthenstein: Hier gibt es seit drei Jahren eine Stelle für Glaubens- und Erwachsenenbildung. «Ein Experiment», erläuterte Pastoralraumleiter Adrian Wicki. «Wir wollen Formate und Gefässe entwickeln, die Menschen mit Glaubens- und Gottesfragen in Verbindung und untereinander in Austausch bringen.»
Die «Baumesse» sollte den Teilnehmenden ein Wir-Gefühl vermitteln. «Vorfreude wecken auf das, was entstehen könnte», wie Bienz-Geisseler sagte. Es gibt fünf Impulsfelder, über welche den Kirchgemeinden und Pastoralräumen in den nächsten Jahren Unterstützung angeboten wird: Weitere Baumessen, Umbau-Trainings, spirituelle Krafträume, einen digitalen Inspirationsraum sowie Begleitung vor Ort. Dazu gibt es bereits drei Termine im Oktober und November.






