Religionsunterricht und Katechese

Die Unentbehrlichen im Klassenzimmer

Klassenassistenzen Religionsunterricht

Klassenassistenzen unterstützen Religionslehrpersonen im Unterricht. So können Kinder in Gruppen auf unterschiedlichem Niveau arbeiten. Die Crashkurse, welche die Landeskirche dafür seit drei Jahren anbietet, sind gefragt. Manchen Teilnehmenden machen sie Lust auf mehr.
Zehn der zwölf neuen Klassen­assistentinnen Religionsunterricht am letzten Kursabend mit den beiden Kursleiterinnen Gabrijela Odermatt (rechts) und Yvonne Rihm (hinten, zweite von links). | © Dominik Thali

Der Crashkurs ist nicht etwa eine Schnellbleiche. Sondern eine dicht gestaltete Weiterbildung, die an vier Abenden das Wichtigste zum Religionsunterricht vermittelt. Der Kurs erleichtert Teilnehmenden den Einstieg in den Alltag im Klassenzimmer und gibt anderen, die schon länger im «Unti» mithelfen, mehr Boden. «Klassenassistenzen sind im Religionsunterricht nicht mehr wegzudenken», sagt Gabrijela Odermatt. Sie und ihre Kollegin Yvonne Rihm von den Fachbereichen der Katholischen Kirche im Kanton Luzern haben den Kurs entwickelt. Rund 30 Personen haben ihn seit 2023 abgeschlossen.

Die Idee dafür entstand an einem Treffen der Teamleitungen Katechese im Kanton Luzern. Diese stellten fest, dass der Bedarf nach Unterstützung im Klassenzimmer steigt, «weil immer mehr Kinder und Jugendliche mit höchst unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in der Regelklasse integriert werden», erklärt Rihm. An dem Treffen wurde deshalb beschlossen, für Klassenassistenzen eine Werkzeugkiste zusammenzustellen. 

Mit unterschiedlichen Situationen umgehen

Der Kurs habe ihr einen guten Einblick verschafft und Sicherheit gegeben, sagt Karin Walker (59). Sie unterstützt seit dem vergangenen August in St. Erhard in einer 3. und 5. Klasse die Religionslehrperson und gehört zur Gruppe, die im Januar den dritten Crashkurs abschloss. Wie Giulia Issa (53) aus Steinhausen, die schon seit vier Jahren Klassenassistentin ist. Issa sagt, im Kurs habe sie neue Möglichkeiten kennengelernt, mit unterschiedlichen Situationen und Bedürfnissen umzugehen. Sie spricht damit an, dass es in der integrativen Schule auch Kinder gibt, die mehr Begleitung brauchen. Yvonne Rihm, heilpädagogische Katechetin, vermittelt im Crashkurs deshalb Wissen über verschiedene Beeinträchtigungen – ADHS oder Autismus etwa. Das hilft auch, Erfahrungen einzuordnen. Davon habe sie profitiert, sagt Ursula Schuler (60), Klassenassistentin in der Emmer Pfarrei Gerliswil: «Jetzt weiss ich besser, wie man auf Kinder mit besonderen Bedürfnissen zugehen kann.» Klassenassistenzen könnten die Religionslehrpersonen in anspruchsvollen Situationen entlasten, sagt Rihm. «Sie helfen so mit, ein gutes Lern- und Arbeitsklima zu schaffen.» Die Unterstützung von Jeanette Keist (66) etwa, ebenfalls in Emmen tätig, ermöglicht es, einen Buben mit einer Behinderung eins zu eins zu begleiten.
 

Der Anfang von mehr

Der Crashkurs vermittelt aber nicht nur Grundlagen und bestärkt, er ist für manche Teilnehmende auch Einstieg dafür, selbständig Religionsunterricht zu erteilen. So waren für Andrea Ballina (48), die in Kriens seit Oktober Klassenassistentin ist und ebenfalls den jüngsten Crashkurs absolviert hat, die vier Abende «eine super Gelegenheit, mir das erste Fachwissen anzueignen». Wer den Crashkurs absolviert hat, kann direkt in die katechetische Ausbildung einsteigen. Ballina beginnt diese im laufenden Monat. Wie sie sind schon vier weitere Crashkurs-Absolventinen anschliessend in die Vollausbildung eingestiegen.

Den dritten Crahskurs abgeschlossen haben: Andrea Ballina, Luzern; Gisela Baumeler, Malters; Isabelle Bucher, Ruswil; Magdalena Dietrich, Ennetmoos; Elisa Nascimento, Weggis; Giulia Issa, Steinhausen; Natascha Iten, Dietwil; Jeanette Keist, Emmenbrücke; Franziska Schäppi, Knonau; Ursi Schuler, Emmenbrücke; Karin Walker, St. Erhard; Franziska Züger, Emmenbrücke

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