Pfadi und Caritas wollen «Lager för alli»

Sammelaktion für Outdoor-Ausrüstung

Schlafsack und Matte, Wanderschuhe und Regenjacke: Für das Sommerlager ist manches nötig, was armutsbetroffene Familien sich kaum leisten können. Caritas Zentralschweiz und der Kantonalverband der Pfadi Luzern haben deshalb im März die Aktion «Lager för alli» gestartet.
Noch brauchbar und nützlich: Die Pfadi Seppel Luzern hat als eine von vielen Abteilungen für «Lager för alli» Outdoor-Ausrüstung gesammelt. | © Pfadi Seppel

Den ganzen Monat haben 14 Pfadiabteilungen und Caritas  an ihren Standorten gut erhaltene Outdoor-Bekleidung und -Ausrüstung gesammelt. Jetzt wird die Ware geprüft, allenfalls repariert und ab 19. Mai dann zu günstigen Preisen in den Caritas-Läden in Emmenbrücke, Hochdorf und Sursee verkauft. – Wanderschuhe etwa schon für zehn Franken.

Die Aktion heisst «Lager för alli» und will dazu beitragen, «dass auch Familien mit wenig Geld sich leisten können, was es für das Pfadi-, Jungwacht- oder Blauringlager braucht», sagt Lucia Weber, Projektleiterin der Caritas Zentralschweiz. «Lager för alli» solle nicht nur sichtbar machen, «wie eng Armut und soziale Teilhabe zusammenhängen», erklärt sie die Idee, sondern auch das ökologische Bewusstsein schärfen. Die Stichworte dazu: Wiederverwerten, Ressourcen schonen.

«Armut ist ein Tabuthema»

Für die Pfadi Rothenburg etwa sind dies gute Gründe, bei «Lager för alli» mitzumachen. Es sei wichtig, dass alle Kinder, unabhängig ihrer sozialen Herkunft, ins Sommerlager kommen könnten, sagt Lagerleiterin Celina Zeier. Gleichzeitig sei Armut schwierig auszumachen. Das bestätigt Abteilungsleiterin Sarina Vogel von der Pfadi Reiden. «Oft wird die Situation erst sichtbar, wenn Kinder ins Lager kommen und auffällt, dass ihre Ausrüstung unvollständig ist», stellt sie fest. «Armut ist ein Tabuthema», sagen Zeier und Vogel übereinstimmend.

Anouk Huber, Abteilungsleiterin der Pfadi St. Michael in Luzern, pflichtet ihr bei. Auf jeder Anmeldung werde auf die Möglichkeit hingewiesen, eine Vergünstigung beim Lagerbeitrag zu erhalten. Gleichwohl habe sie dies noch nie erlebt. Material für Kinder und Jugendliche habe ihre Abteilung hingegen schon oft besorgt: «Wenn zum Beispiel jemand keinen Schlafsack oder Rucksack hat, schauen wir im Leitungsteam, ob jemand etwas ausleihen kann.» Mit der Aktion «Lager för alli» kämen nun lauter solche Gegenstände zusammen. «Da können wir mit wenig Aufwand viel Hilfe leisten.»
 

Auch Kulturlegi hilft

Kinder, deren Familien den Lagerbeitrag nicht aufbringen können, erhalten oft Hilfe von der Jugendorganisation selbst oder der örtlichen Pfarrei/Kirchgemeinde. Armutsbetroffene können aber auch über die KulturLegi der Caritas Zentralschweiz die Hälfte des Lagerbeitrags erstattet bekommen. 

Kirche unterstützt Jubiläum der Pfadi Luzern

Der Kantonalverband Pfadi Luzern, mit der die Caritas Zentralschweiz das Projekt «Lager för alli» durchführt, feiert dieses Jahr das 100-jährige Bestehen. Die Katholische Kirche im Kanton Luzern unterstützt das Jubiläum als Hauptsponsorin mit 8000 Franken. «Jungwacht Blauring und Pfadi sind unsere beiden Jugendverbände. Ihre Arbeit ist von unschätzbarem Wert», sagt Synodalrätin Sandra Huber, für die kirchliche Jugendarbeit verantwortlich. Die Kirche unterstützt beide Verbände regelmässig, die Jubla jährlich mit 92 000, die Pfadi mit 37 000 Franken. Hinzu finanziert sie Projekte mit. 2025 flossen etwa an das nationale Jubla-Pfingstlager rund 30 000 Franken.

Jubiläumsfestival im September

Bei der Pfadi Luzern ist die kirchliche Unterstützung willkommen. «Der Beitrag ermöglicht es uns, Ideen umzusetzen, die ohne dieses Geld nicht möglich wären», sagt OK-Präsident Simon Hofstetter. Er verweist auf das Jubiläumsfestival, das am 12. September auf dem Platz vor dem Musikpavillon am Quai in Luzern stattfindet. Das Sponsoring sei auch eine Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements der Pfadi.

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