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Zehn Schritte: die Erläuterungen

© 2021 Katholische Kirche im Kanton Luzern
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Entstehungsprozess

Der 2. Juli 2016  ist das «Schlüsseldatum» im Entstehungsprozess der «Zehn Schritte zu einer geschwisterlichen Kirche von Frauen und Männern». An diesem Tag feierte die Pilgergruppe «Kirche mit *den Frauen» mit Bischof Felix Gmür in Rom einen Gottesdienst. Anlässlich dieser Feier bat er die Anwesenden, ihm konkrete Vorschläge für eine geschwisterliche Kirche zu machen. Am Gottesdienst nahmen auch vier Luzernerinnen teil – drei Synodalrätinnen und eine Synodale. Sie haben diesen bischöflichen Wunsch gehört und mit in ihre Gremien genommen (Synodalrat / synodalrät­liche Frauenkommission).

Auf Anregung der synodalrätlichen Frauenkommission setzte der Synodalrat dann die  «Arbeitsgruppe für eine geschwisterliche Kirche» ein. Diese war paritätisch zusammengesetzt (je vier Frauen und Männer) und arbeitete während rund zwei Jahren . Entstanden ist der Flyer »Zehn Schritte zu einer geschwisterlichen Kirche von Frauen und Männern».

Eingrenzung und Ziel

Eine «geschwisterliche Kirche» kann verschieden interpretiert werden (z.B. in Bezug auf Ökumene, Fremdsprachige, Menschen mit anderen sexuellen Orientierungen, usw.). Die Arbeitsgruppe hat sich entschieden, sich auf das geschwisterliche Miteinander von Frauen und Männern in der Kirche zu begrenzen.

Das Ziel wurde wie folgt formuliert: Die «Arbeitsgruppe für eine geschwisterliche Kirche» fördert auf der Grundlage der Anliegen von «Kirche mit *den Frauen» die Bildung dialogischer Strukturen in der katholischen Kirche mit dem Ziel, dass in naher Zukunft nur noch Entscheide gefällt werden, bei denen Frauen mitbeteiligt sind.

Vorgehen

Sehen: Anhand von Interviews mit 25 Personen wurde zunächst die Ist-Situation des geschwisterlichen Miteinanders in der Kirche und ein allfälliger Handlungsbedarf erhoben. Dabei wurden ganz verschiedene Ebenen berücksichtigt: Theologische Fakultät, Seminar, Hilfswerke, Orden, Bistumsleitung, Pastoralraum, Pfarrei, Jugendseelsorge, Politik. Die Fragen lauteten: Wo und wie nehmen Sie positive und negative Erfahrungen von geschwisterlicher Kirche wahr? Welche Chancen und Risiken sehen Sie für die Zukunft? Anschliessend wurden diese InterviewpartnerInnen und andere ausgewählte Personen gebeten,  eine Zukunftsgeschichte zu schreiben würden zum Thema: «Wie sieht die Geschwisterlichkeit von Frauen und Männern in der Kirche im Jahr 2035 aus und wie kam es dazu?»

Urteilen: Die Resultate der Interviews und der Zukunftsgeschichten wurden in der Arbeitsgruppe intensiv besprochen und strukturiert unter folgenden Aspekten: Gottesbilder, Sprache, Empowerment, Rollenbilder und Rollenverständnis, Öffentlichkeitsarbeit, kirchenpolitische Strategie, Liturgie, Ausbildung, Sakramentenpastoral, Leitungskultur. Eine Reduktion auf Wesentliches wurde vorgenommen.

Handeln: Aus diesem zweijährigen Prozess entstand schlussendlich das Kondensat der «Zehn Schritte zu einer geschwisterlichen Kirche von Frauen und Männern». Ausgangspunkt und Hauptmotivation war und blieb die biblisch fundierte gleiche Menschenwürde von Frauen und Männern, die zwingend auch im kirchlichen Miteinander zum Ausdruck kommen soll. Der Fokus wurde in erster Linie auf Themen gelegt, die heute und vor Ort realistische Handlungsoptionen bieten.

Die zehn Schritte sind Teil einer Pilgerreise, die noch länger andauern wird. Dieser Pilgerweg beginnt nicht erst heute, sondern wird in der Schweiz schon lange von Verantwortlichen in den Pfarreien, in den staatskirchenrechlichen Gremien und vom Bischof und seinen Mitarbeitenden begangen. So formulierte Felix Gmür anfangs 2021 in seinem Hirtenwort: «Wir suchen nach einer Kirche, in der Frauen und Männer gleichermassen ihren Platz haben.».

Dieser vorgeschlagene Weg kann gelingen, wo alle bereit sind, aufeinander zu hören und nicht nur einen Teil, sondern das Ganze im Blick zu haben. Wichtig ist nicht nur das Hier und Jetzt, sondern auch die Zeit, die der Prozess benötigt. Alle können ihren Teil beitragen zu einer geschwisterlichen Kirche von Frauen und Männern.

Eine Vision

«Zehn Schritte zu einer geschwisterlichen Kirche» ist eine Vision, die eine Arbeitsgruppe des Synodalrats der katholischen Landeskirche Luzern von 2018 bis 2020 erarbeitet und im April 2021 in die Öffentlichkeit getragen hat.