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Zehn Schritte | 3 – Bescheidenheit

© 2021 Katholische Kirche im Kanton Luzern
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Die Pfarreiteams verzichten auf jede Form von spiritueller Überhöhung von Ämtern und Menschen. Dies kann dadurch zum Ausdruck kommen, dass alle in einer schlichten Albe feiern und regelmässig beim Volk sitzen, als Zeichen, dass alle das Volk Gottes bilden.

Es ist entscheidend wichtig, dass sich alle kirchlich Beauftragten bewusst sind, dass das Wesentliche und Verbindende auch im kirchlichen Dienst die Taufe ist. Ob Bischof, Laie, Ordensfrau oder Professor, alle sind und bleiben Getaufte. Die Unterscheidung zwischen Laien und Klerikern wurzelt im mittelalterlichen Zwei-Standes-Denken und ist nicht mehr zeitgemäss. Hier braucht die Theologie neue Impulse, um den auch von Papst Franziskus beklagten Klerikalismus zu überwinden. Bescheidenheit in den Pfarreiteams bedeutet, dass man sich nicht selbst ins Zentrum stellt, gleich, welche Beauftragung man hat. Kein Mensch ist näher bei Gott als andere. Zum Teil können auch bauliche Veränderungen nötig sein, damit im Altarbereich das Miteinander stärker betont wird. Die Unterscheidung zwischen Geweihten und Nichtgeweihten, Frauen und Männern soll in den Hintergrund treten.

Diese Bescheidenheit als Getaufte wird sich auch in der Liturgie in kleineren oder grösseren Zeichen ausdrücken. In der einen Pfarrei wird der Priester beim Vater Unser zwei Schritte zurück treten, um im Halbkreis gemeinsam mit LektorInnen und MinistrantInnen zu beten. An einem anderen Ort werden z.B. an einem Hochfest Priester und Pfarreiseelsorgende  die Albe (Zeichen der Taufe) tragen und nicht im Altarraum Platz nehmen, sondern in der vordersten Kirchenbank beim Volk. Es gilt die Spannung auszuhalten zwischen den verschiedenen Rollen in der Liturgie und dem Ausdruck von Geschwisterlichkeit und Gleichwertigkeit (Priester und Pfarreiseelsorgende).