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Gedenkfeier für Menschen, die an Drogen und ihren Folgekrankheiten gestorben sind

Für jede verstorbene Person eine Kerze: An der Gedenkfeier 2019. | © 2019 Jutta Vogel
Für jede verstorbene Person eine Kerze: An der Gedenkfeier 2019. | © 2019 Jutta Vogel

03.02.2022, 19:00 bis 21:00

Um das würdevolle gemeinsame Erinnern an Menschen, die an Drogen und ihren Folgekrankheiten gestorben sind, in die Öffentlichkeit zu tragen, findet jeweils Anfang Februar eine öffentliche Gedenkfeier statt, an der allen Verstorbenen des Vorjahres gedacht wird. Eingeladen sind alle: Klient*innen und Personal der Gassenarbeit und der Partnerorganisationen, Angehörige und die breite Öffentlichkeit.

Datum und Ort

  • Donnerstag, 3. Februar
  • 19 Uhr
  • Matthäuskirche Luzern

Anschliessend gemeinsames Suppenessen im Gemeindesaal der Matthäuskirche, Hertensteinstrasse 30

Aktuell gültige Covid19-Schutzmassnahmen und allfällige Programm-Anpassungen ab 20. Januar unter gassenarbeit.ch/angebote/seelsorge

Gassenseelsorger Valentin Beck schreibt zu dieser Feier:

Menschenwürde: ein grosses Wort, über das viele weise (nicht nur weisse) Köpfe lange Bücher geschrieben und Gedanken gemacht haben. Wer es einfacher und praktischer mag, macht in der Welt die Augen auf und wird erkennen bzw. spüren, wo Menschenwürde gefährdet und wo gefördert wird.

Ein zentrales Anliegen des Vereins kirchliche Gassenarbeit ist es, Menschen mit Sucht- und Armutsbetroffenheit darin zu bestärken, ihre Würde zu erhalten:
Vom warmen Essen, modischen Haarschnitt, sauberen Kleidern über Einkommensverwaltung, Erziehungsunterstützung, stressfreien Konsum bis hin zum… Tod – beziehungsweise sogar darüber hinaus. Denn Menschenwürde macht auch vor dem Grab nicht halt – weder für die Verstorbenen noch für die Zurückgelassenen.

Für jede*n Verstorbene*n halten wir in der Gassechuchi eine kleine Abdankungsfeier. Während dieser Zeit ruht in den Konsumräumen der Betrieb. Ein Tisch wird mit Blumen, Tüchern und Kerzen geschmückt und darauf das «Totenbuch» mit dem Foto der*s Toten aufgestellt. Ein musikaffiner Klient wählt passende Stücke aus, die über die imposanten Chuchi-Boxen erklingen. Dazwischen folgen Gedanken über das Leben (des*r Betroffenen, aber auch der Anwesenden), sowie Segensworte – ebenfalls für Lebende und Tote. Ein ganz wichtiges Element ist das Entzünden von kleinen Kerzen, verbunden mit ausgesprochenen oder stillen Erinnerungen oder Wünschen.

Um das würdevolle gemeinsame Erinnern in die Öffentlichkeit zu tragen, findet jeweils Anfang Februar eine öffentliche Gedenkfeier statt, an der allen Verstorbenen des Vorjahres gedacht wird. Eingeladen sind alle: Klient*innen und Personal der Gassenarbeit und der Partnerorganisationen, Angehörige und die breite Öffentlichkeit. Nachdem die jährliche Gedenkfeier 2021 Covid-bedingt nur in eingeschränktem Namen stattfinden konnte, haben wir 2022 voraussichtlich wieder Gelegenheit, diesen Moment des gemeinsamen Erinnerns mit mehr Menschen zu teilen und anschliessend bei Suppe noch beisammen zu sein.

Das gemeinsame Erinnern würdigt das Leben der Suchtbetroffenen und ihrer Familien – und bietet gleichzeitig Gelegenheit, sich mit Werden, Sein und Vergehen im eigenen Leben auseinanderzusetzen.