Zur Startseite Zur Navigation Zum Inhalt Zur Kontaktseite Zur Sitemapseite Zur Suche

Zeit haben, Zeit schenken, Zeit segnen

Kann man Zeit eigentlich sparen? Wenn ja, was tun wir mit der gesparten  Zeit? (Collage aus -Aufnahmen im und um den Bahnhof Luzern) | © 2016  Dominik Thali
Kann man Zeit eigentlich sparen? Wenn ja, was tun wir mit der gesparten Zeit? (Collage aus -Aufnahmen im und um den Bahnhof Luzern) | © 2016 Dominik Thali

Wie muss die Kirche handeln, damit das «gemeinsame Haus» Erde, wie es Papst Franziskus in seiner Enzyklika «Laudato si’» nennt, auch morgen noch steht? Das «Kirchenschiff» nimmt das Thema in einer Serie auf. In der Januar-Ausgabe des «Kirchenschiffs»: Die Zeit und unser Umgang damit.

«Haben Sie sich einen Moment Zeit genommen, das Titelbild dieser Ausgabe des ‹Kirchenschiffs› (das Bild zu diesem Beitrag) zu betrachten? Nein? Dann lade ich Sie ein, nochmals zurückzublättern und das Bild 15 Sekunden zu betrachten – 15 Sekunden reichen.

Eine Erfahrung, die womöglich Viele von uns machen mit Terminen, Bildern, Texten, Musik, Geräuschen, Begegnungen: Wir nehmen sie kurz wahr – und weiter gehts. Wir leben in einer dichten Welt. Es gibt kaum Zwischenräume, Pausen oder einfach Stille.

Die Zeit ist Thema einer Veranstaltung unserer Fachbereiche vom 25. Januar (siehe unten). Die Zeit? Wie gehe ich mit meiner eigenen um? Wofür nehme ich mir Zeit? Verändert sich meine Wahrnehmung von Zeit mit zunehmendem Alter? Fragen, die ich nicht allgemein beantworten kann. Dafür muss ich mir wohl eigens Zeit nehmen.

Arbeitszeit schenken
Und: Wie klingen sie wohl für Menschen, die sich um ihre Zukunft sorgen, weil sie um ihre Arbeit bangen? Wie für Menschen, deren Fähigkeiten bereits nicht mehr gefragt sind? Wie gerne würden sie ihre Lebenszeit mit Arbeit gestalten!

Im Rahmen unseres Zweijahres-Themas ‹Kirche – weitsichtig handeln› legen wir im neuen Jahr den Schwerpunkt auf die Integration von Menschen mit einer Benachteiligung in den Arbeitsmarkt. Wir wollen mit verschiedenen Institutionen Arbeitszeit für solche Menschen schaffen und sie so am Leben teilhaben lassen. Denn auch daran sparen wir, wenn wir Sparpakete schnüren, wie es die politische Agenda derzeit verordnet. Wenn wir damit auch nur wenig Lebenszeit von Menschen mit neuer Hoffnung und Zuversicht füllen können, so ist dies doch mehr, als wenn wir uns nicht darum bemühen würden. Gott, so hoffe und glaube ich, wird das Seine dazu geben.

Diese Hoffnung und dieses Vertrauen sollen uns in dieser Zeit leiten und stärken. Dazu müssen wir – siehe oben – manchmal etwas zurückblättern und uns noch einmal etwas Zeit nehmen. Es braucht nicht «Alle Zeit der Welt», aber ein wenig davon schon; dazu Aufmerksamkeit, Geduld und Ausdauer.

Ich wünsche uns allen in unserem Tun – und auch im Lassen – eine gesegnete Zeit!»

Gregor Gander

Der Autor, 54, ist Theologe und Leiter der Fachbereiche der Landeskirche