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«Woche der Religionen»: Hindus laden zum Diwali-Lichtfest zu sich ein

Am Schluss des Gottesdienstes wird das zuvor geopferte Licht zu den Gläubigen gebracht, damit diese die göttliche Wärme in sich aufnehmen. | © 2018 Benno Bühlmann
Am Schluss des Gottesdienstes wird das zuvor geopferte Licht zu den Gläubigen gebracht, damit diese die göttliche Wärme in sich aufnehmen. | © 2018 Benno Bühlmann

In fast allen Religionen spielen Lichterfeste eine wichtige Rolle: Die Hindus etwa feiern am 6. November das Diwali-Fest, das vielfältige Parallelen zum christlichen Weihnachtsfest aufweist.

Am 6. November ist es wieder soweit: Gläubige Hindus feiern im neuen Hindu-Tempel in Emmenbrücke, der im Juni des vergangenen Jahres der Göttin Sri Rajarajeswary Amman geweiht wurde, ihr traditionelles Divali-Lichterfest eines der wichtigsten Feste der Hindu-Religionen. Die tamilischen Hindus nennen dieses Fest auch «Deepavali».

Das Läuten der Tempelglocke signalisiert die offizielle Eröffnung einer farbig-opulenten Zeremonie, die vom Hindu-Priester Saseetharen Ramakrishna Sarma angeleitet wird und für westliche Besucher fremd anmutet: Im Zentrum der Puja stehen die zahlreichen Altäre und Götterstatuen, an denen bereits vor dem Gottesdienst vom Priester vielfältige Weiherituale durchgeführt wurden: Die Vorhänge der Altäre werden dabei zurückgezogen und die Gottheiten «geweckt», damit sich ihre Aufmerksamkeit später auf die Gläubigen richtet. Sie werden gewaschen, gekleidet und mit Blumen geschmückt.

Später spricht der Hindu-Priester die traditionellen Gebete zu den hinduistischen Gottheiten in der altindischen und für Hindus heiligen Sprache «Sanskrit» – eine Sprache, die für die meisten Gläubigen so wenig verständlich ist wie in früheren Zeiten das Latein in den Gottesdiensten der katholischen Kirche.

Mit Licht um den Frieden bitten

Neben den vielfältigen Gaben wie Blumen, Milch, Honig oder Früchte, die den Göttern dargebracht werden, ist während der Zeremonie vor allem auch die Licht-Symbolik von zentraler Bedeutung: Die Verehrung eines Gottes oder einer Göttin wird jeweils dadurch abgeschlossen, dass der Priester dreimal die Kampferflamme vor der Gottheit schwenkt, wie Saseetharen Ramakrishna Sarma erklärt: «Wenn ich die Flamme zum ersten Mal schwenke, bitte ich um Frieden in der Welt, beim zweiten Mal um Frieden für das Land und beim dritten Mal um Frieden für alles Leben.» Am Schluss des Gottesdienstes bringt der Hindu-Priester das zuvor geopferte Licht zu den Gläubigen. Diese streichen mit ihren Händen dreimal über die Flamme und berühren damit Gesicht, Augen und Haare, womit sie die göttliche Wärme in sich aufnehmen.

«Das Divali-Fest ist vergleichbar mit dem christlichen Weihnachtsfest», erklärt Ramakrishna: «Es ist ein fröhliches Fest, an dem es gutes Essen, Süssigkeiten und Geschenke gibt.» Vielerorts würden Öllämpchen in einer Reihe aufgestellt, um daran zu erinnern, dass einst ein böser Dämon namens Narakasura besiegt wurde.

Das rettende Wirken von Gott Vishnu

Gemäss Martin Baumann, Professor für Religionswissenschaft an der Universität Luzern, sind solche Legenden im Hinduismus typisch, um den Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen in unserer Welt zu thematisieren. Auch die Symbolik des Lichtes spiele in vielen Religionen – im Hinduismus und Buddhismus wie im Christentum und im Judentum – eine grosse Rolle: «Mit den Lichtern wird der Sieg des Guten und Reinen über das Böse und die Finsternis gefeiert.»
Die Christen bringen in der Adventszeit mit dem schrittweisen Anzünden der vier Kerzen auf dem Adventskranz die Ankunft von Jesus zum Ausdruck. Die Lichterketten im Hinduismus verweisen indessen auf das rettende Wirken von Gott Vishnu und seiner Gemahlin Lakshmi. In Sir Lanka werden am hinduistischen Lichterfest zudem grosse Feuerwerke entzündet.

Benno Bühlmann

Ein Ritual des Luzerner Hindu-Priester Saseetharen Ramakrishna Sarma (links) im Hindu-Tempel in Emmenbrücke. | © 2018 Benno Bühlmann

In den Tempel eingeladen

Die Woche der Religionen ist eine Veranstaltungsreihe Anfang November in der ganzen Schweiz, die der Begegnung zwischen Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit sowie solchen ohne Religionszugehörigkeit dient. Auch im Kanton Luzern gibt es dazu viele Gelegenheiten; auf diesem Flyer findet sich die Übersicht.

Das Diwalifest findet am Dienstag, 6. November, um 18.30 Uhr im Hindutempel an der Emmenweidstrasse 58b in Emmenbrücke statt. Zu dieser Feier des hinduistischen Lichterfests sind alle eingeladen. Es gibt eine kurze Einführung