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Was zu feiern?

«Zelt» von Irene Dworak-Dorowin, in Privatbesitz von Regula Grünenfelder
«Zelt» von Irene Dworak-Dorowin, in Privatbesitz von Regula Grünenfelder

Männer treten zur Seite, damit auch die Stimmen der Frauen Gewicht bekommen. Die privilegierte Hälfte der erwachsenen Schweiz nimmt sich zurück. Die andere Hälfte tritt an ihre Seite.

Woher kommt überhaupt die Idee, dass nur Männer abstimmen und wählen dürfen? Der Ursprung liegt weit zurück in den griechischen Anfängen der Demokratie. Damals bestand Demokratie darin, dass begüterte, freie Militär-Männer miteinander die Geschicke des Gemeinwesens leiteten. Sie galten als die richtigen Menschen. Wie von der Spitze einer Pyramide  schauten sie nach unten auf die Anderen: Zuerst ihre Söhne, dann Sklaven und Frauen, Fremden, schliesslich die Natur.

Und seither hat diese Pyramide Beulen bekommen, sie ruckelt und wölbt sich zurecht. An die Seite der Privilegiertesten treten Frauen, Menschen anderer Hautfarbe und die Jungen, die sich auf ihre Weise Gehör verschaffen. Unsere Zukunft hängt davon ab, dass wir immer mehr Kreis werden und zusammen Wege finden, das Gemeinwesen nachhaltig, froh und gerecht zu gestalten. Sich selbst zurücknehmen ist übrigens eine gesunde, lustige, bereichernde Sache, weil alles bunter wird und wahrer. Die Kreiswerdung der Pyramide feiern, das macht glücklich.  

Dr. Regula Grünenfelder
Leitung Fachstelle Feministische Theologie