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Sprache bildet Wirklichkeit ab, sichtbare und auch verborgene Wirklichkeiten. Wenn ich etwa von Wählerinnen und Wählern spreche, werden Frauen und Männer sichtbar. Spreche ich hingegen nur von Wählern, bleibt der weibliche Anteil der Wählerschaft unsichtbar, nur angeblich mitgemeint.

Sprache kann auch Wirklichkeit vorwegnehmen und Entwicklungen beeinflussen. Was sprachlich möglich, denkbar, begrifflich fassbar ist, kann den Boden dafür bereiten, mit neuen Wirklichkeiten vertraut zu werden, sie zu begreifen und anzuerkennen – von der Bundesrätin bis zur US-Vizepräsidentin.

Wenn ich davon ausgehe, dass Christus unter uns auch Frauen zu Diakoninnen, Priesterinnen, Vikarinnen und Bischöfinnen beruft, sei es schon jetzt als verborgene Wirklichkeit oder als künftige, mit der es gilt vertraut zu werden, dann will ich mir sprachlich keine Grenzen setzen lassen. Um Kommendem den Weg zu bereiten, es zu begreifen, denkbarer zu machen, verwende ich klar Begriffe wie «Priesterin» und «Bischöfin». Warum übrigens nicht auch für Priester und Priesterinnen beten und für die Gemeinschaft der Bischöfe und Bischöfinnen?

Andreas Wissmiller MA, Lic. theol., Leiter der Katholischen Pfarrei Willisau