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Synode bewilligt Beitrag an den Neubau der Schweizergarde-Kaserne im Vatikan

Er brachte alle Geschäfte durch die Session: Synodepräsident Martin Barmettler (Willisau) bei einer der Abstimmungen. | © 2021 Dominik Thali
Er brachte alle Geschäfte durch die Session: Synodepräsident Martin Barmettler (Willisau) bei einer der Abstimmungen. | © 2021 Dominik Thali

Die katholische Landeskirche Luzern schliesst das Jahr 2020 mit einem unerwartet hohen Überschuss ab. Daraus unterstützt sie den Bau der neuen Kaserne der päpstlichen Schweizergarde in Rom mit 250‘000 Franken. Der Antrag war an der Frühjahrssession der Synode praktisch unbestritten.

Medienmitteilung vom Mittwoch, 26. Mai 2021

Rund 78‘000 Franken Plus hatte die Landeskirche für das vergangene Jahr veranschlagt, knapp 1,05 Millionen sind es geworden. Dafür gibt es vorab zwei Gründe: Die höheren Steuererträge 2019 der Kirchgemeinden, die für deren Beiträge an die Landeskirche 2020 massgebend waren, und der tiefere Sachaufwand. Wegen der Corona-Pandemie konnten viele Projekte nicht oder nur eingeschränkt durchgeführt werden. Der finanzverantwortliche Synodalrat Armin Suppiger rechnet aber mit roten Zahlen in den kommenden Jahren: «Die Pandemie wird sich sicher auf die Finanzen der Kirchgemeinden und damit auch der Landeskirche auswirken», sagte er.

Luzern will Familienwohnungen

Das ohne Wortmeldungen genehmigte gute Ergebnis 2020 trug indessen dazu bei, dass die Synode den Antrag des Synodalrats, den Neubau der Kaserne der Schweizergarde in Rom mit 250‘000 Franken zu unterstützen, bei nur wenigen Gegenstimmen und einigen Enthaltungen annahm. Dagegen sprach sich nur Stefan Waldis (Luzern) aus. Der Neubau sei nötig, sagte Waldis, aber er frage sich, ob es Aufgabe der Landeskirche sei, diesen mitzufinanzieren, wenn gleichzeitig Millionen von Menschen auf der Flucht und ohne Obdach seien.

Stefan Waldis (Luzern) wehrte sich als einziger Synodale gegen den Beitrag der Landeskirche an den Neubau der Schweizergarde-Kaserne. | © 2021 Dominik Thali

Die 250‘000 Franken entsprechen rund einem Franken pro Katholikin und Katholik im Kanton Luzern. «Wir sind ein Kanton mit einer langen Gardetradition, der zudem schon etliche Kommandanten gestellt hat», sagte Synodalrat Thomas Räber. Die Summe fliesst nun, verteilt auf fünf Jahre, in eine Stiftung, welche die Mittel für das 50-Millionen-Projekt beschafft.

Die Synode will zudem, dass der Luzerner Betrag für den Bau der geplanten Familienwohnungen verwendet wird. Vielleicht mache «der eine und andere Kirchenmann im Vatikan sich vermehrt Gedanken um die Modernisierung und Öffnung der katholischen Kirche», wenn es dort mehr Familien gebe, welche die alten Mauern belebten, heisst es dazu in der Botschaft. Der Synodale Fredy Suter (Emmen) hatte noch weiter gehen wollen. Er beantragte, der Beitrag von 250’000 Franken sei «gezielt und ausschliesslich für die Planung und Erstellung der Unterkunft für Gardistinnen einzusetzen». Damit solle «die Gleichstellung in der Kirche und Garde» vorangetrieben werden. Fredy Suter zog seinen Antrag aber zurück, nachdem Synodalrat Thomas Räber auf die schon in der Botschaft bekundete Absicht verwiesen und versichert hatte, Suters Anliegen werde protokollarisch festgehalten.

Erste Kirchgemeindefusion bestätigt

Einstimmig genehmigte die Synode die Fusion der Kirchgemeinden Dagmersellen und Uffikon-Buchs zur Kirchgemeinde Hürntal. Sie bestätigte damit den Urnenentscheid der beiden Kirchgemeinden vom 31. Januar. Die erste Kirchgemeindefusion im Kanton Luzern wird damit nächstes Jahr Tatsache. «Ein weiterer Meilenstein», freute sich der Synodale Marco Fellmann, der auch Präsident der Kirchgemeinde Dagmersellen ist. Für ihn ist der Zusammenschluss «auch ein Solidaritätsprojekt». Dagmersellen und Uffikon-Buchs sind die ersten Kirchgemeinden, die vom neuen Fusionsfonds profitieren, den die Synode im November beschloss. Sie erhalten daraus einen Beitrag von 30‘000 Franken. Der Synodalrat rechne mit weiteren Fusionen, sagte Thomas Räber.

Marco Fellmann, Synodale und Kirchgemeindepräsident von Dagmersellen, bedankte sich für die Zustimmung des Parlaments zur Fusion der Kirchgemeinden Dagmersellen und Uffikon-Buchs. | © 2021 Dominik Thali

Und ausserdem hat die Synode…

  • Franziska Fluder (Root), Elisabeth Hänzi (Luzern) und Guido Estermann (Kriens) als neue Mitglieder vereidigt. Sie folgen auf Blanka Adamek, Emil Banz und Cyrill Müller.
  • die Jahresberichte ihrer Kommissionen und des Synodalrats sowie dessen Rechenschaftsbericht genehmigt.
  • ermöglicht, dass die Guthaben der bei der Landeskirche-Pensionskasse versicherten Personen nächstes Jahr höher verzinst werden können, um die Rentenverschlechterungen teilweise aufzufangen. Dazu wird eine Rückstellung der Landeskirche teilweise aufgelöst.
  • der Neuumschreibung der sieben Synodalkreise zugestimmt. Es gibt nun keine Pastoralräume mehr, deren Kirchgemeinden unterschiedlichen Synodalkreisen angehören. Die neue Einteilung gilt ab dem 1. Juni 2022 und führt zu teilweise neuen Sitzzahlen in den Synodalkreisen, die auch Wahlkreise sind. Das Kirchenparlament wird nächstes Jahr neu gewählt.
  • den neuen Zusammenarbeitsvertrag der Landeskirche für den «Bildungsgang kirchliche Jugendarbeit mit Fachausweis» genehmigt.
  • den Beitragssatz für die Kirchgemeinden genehmigt, welche den Lastenausgleich mitfinanzieren. Er bleibt für die kommenden drei Jahre unverändert.
  • Monica Andrea Arce (Hochdorf) als neues Mitglied in die Delegiertenversammlung der Migrantenseelsorge, also deren Parlament, gewählt. Sie folgt auf Oliver Marroquin.
Elisabeth Hänzi (Luzern) wurde neben Franziska Fluder-Schaffhauser (Root) und Guido Estermann (Kriens) als neues Mitglied der Synode vereidigt. | © 2021 Dominik Thali
Ruth Jossen (Ebersecken, links) und Rosmarie Wagner (Zell) studieren die Informationsbroschüre zum Schweizergarde-Neubau. Das Parlament genehmigte den Luzerner Beitrag dazu klar. | © 2021 Dominik Thali