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Sie mag die Zwischenräume des Lebens – die neue Synodalrätin Olivia Portmann 

Kreativität  und Unvorher­gesehenes müssen Platz haben in ihrem Alltag: die neue Synodalrätin Olivia Portmann auf dem Spielplatz im Park bei der Landeskirche in Luzern. | © 2018 Dominik Thali
Kreativität und Unvorher­gesehenes müssen Platz haben in ihrem Alltag: die neue Synodalrätin Olivia Portmann auf dem Spielplatz im Park bei der Landeskirche in Luzern. | © 2018 Dominik Thali

In ihrem Berufsleben hangelt sie sich von einer «tollen Stelle» zur nächsten, die neue Aufgabe im Synodalrat erlebt sie als «Glücksfall»: Olivia Portmann, Lehrerin, Schulleiterin und Theologin. Weil sie das Leben gerne «einfach und überschaubar» mag, macht sie immer mal wieder Pause.

Als Olivia Portmann 2003, damals Berufsschullehrerin, das Theologiestudium in Angriff nahm, trieben sie Fragen um, die sie «schon immer» interessiert hatten; gesellschaftliche und ethische, Fragen von Religion und Glauben. In der Theologie stecke das ganze Leben. Das Studium, und was sich daraus machen lässt, sah sie als Fortsetzung dessen, was sie schon als Lehrerin («eine super Berufswahl») begeistert hatte: Menschen in ihrer Vielseitigkeit zu erleben, sie zur Selbständigkeit zu befähigen und in ihren Talenten zu fördern.

 

«Total Happy», in der Kirche zu arbeiten

In den kirchlichen Dienst eintreten, Seelsorgerin werden, mochte Olivia Portmann allerdings nicht. Nach dem Studium fand sie als Koordinatorin bei der katholischen Kirche Stadt Luzern «eine tolle Stelle». Eine jungwe Pflanze aus der «Zukunftsorientierung», an der sie mitwirkte, war die ökumenische Zwitscher-Bar, ein Café für Begegnung und Beratung, das Portmann in den ersten Jahren leitete, 2013 bis 2016. Weil sie gerne führt, übernahm sie 2017 die Leitung der Primarschule Mauensee – «wieder eine tolle Stelle». Da diese Aufgabe aber nur eine halbes Pensum umfasst und sie zuvor eigentlich «total happy» gewesen war, in der Kirche zu arbeiten, überlegte sie nicht lange, als sie gefragt wurde, ob sie Synodalrätin werden wolle. Ein «Glücksfall» seis und «eine wirkliche Freude», nun auf diese Weise kirchliche Themen weiterverfolgen zu können.

Brennende Fragen wie die Rolle der Frauen oder der sexuelle Missbrauch beschäftigen Olivia Portmann zwar, sie mag sich davon allerdings nicht unterkriegen lassen. «Ich richte lieber den Fokus auf diejenigen Bereiche, in denen wir Verantwortung übernehmen und etwas verändern können.» Denn: «So ohnmächtig sind wir womöglich gar nicht», findet sie. Sich gegenseitig zum Leben zu ermutigen und Gelegenheiten zu nutzen, dieses in Dankbarkeit zu feiern, ist Olivia Portmann wichtig. Sie tut dies zum Beispiel, in dem sie einmal pro Woche Salsa tanzt. Oder mit der Familie auf dem Murten- und Neuenburgersee segelt.

 

Zeit haben auch für Unvorhergesehenes

Solche Einschübe sind ihr so wichtig wie Pausen im Alltag überhaupt: Innehalten, «den Reset-Knopf drücken, überlegen, wo ich stehe». Hektik mag Olivia Portmann gar nicht, die deshalb viel Energie dafür aufwendet, feste Abläufe in ihrem Leben einzurichten. Sie habe es gerne «einfach und überschaubar», trotz Pendenzen müsse immer «no e chli Spatzig» für Kreativität und Unvorhergesehenes bleiben.

Steht dieses Bedürfnis nach Ruhe nicht im Widerspruch zum neuen Amt als Synodalrätin mit dessen vielen Themen und Terminen? Das könne man so sehen, räumt Olivia Portmann ein, und erwidert aber: Sie lerne durchaus gerne Neues kennen. «Je mehr ich jedoch selbst ein ruhender Pol bin, desto lieber lasse ich mich darauf ein.»

do

 

Ehemalige Leiterin der «Zwitscher-Bar» in Luzern

Olivia Portmann (51) wuchs in Ebikon auf, ist verheiratet und hat zwei Kinder (1995 und 1998). Sie wohnt in Eich. Nach der Matura und dem Diplom als Primarlehrerin bildete sie sich zur Berufsschullehrerin weiter und arbeitete bis 2004 auf diesem Beruf. Das 2007 abgeschlossene Theologiestudium führte sie zur Kirchgemeinde Luzern und machte sie 2013 zur Leiterin der Zwitscher-Bar, des Cafés für Begegnung und Beratung. Seit 2017 leitet Olivia Portmann die Schule Mauensee. Im Synodalrat hat sie als Nachfolgerin von Maria Graf das Ressort «Religiöse Bildung» übernommen.