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Sich fair verpflegen – auch im Lager

Sie sind ein eingespieltes Team: Alex Zeier (links) und Dave Blättler als Köche in einem Lager der Pfadi Reuss aus Luzern. Sie achten auf eine fair und nachhaltig produzierte Verpflegung. | ©  pd
Sie sind ein eingespieltes Team: Alex Zeier (links) und Dave Blättler als Köche in einem Lager der Pfadi Reuss aus Luzern. Sie achten auf eine fair und nachhaltig produzierte Verpflegung. | © pd

Wie muss die Kirche handeln, damit das «gemeinsame Haus» Erde, wie es Papst Franziskus in seiner Enzyklika «Laudato si’» nennt, auch morgen noch steht? Das «Kirchenschiff» nimmt das Thema in seiner Serie 2016 und 2017 auf. In der Juli-Ausgabe des «Kirchenschiffs»: das Projekt «Faires Lager».

«Die Küche ist für mich und meine Coach-Rolle als Präses und Koch ein genialer Ort. Einerseits kann ich mich hier als Lagerkoch nützlich machen. Und noch wichtiger: Hier kommen alle vorbei. Die Küche ist wohl einer der wichtigsten Dreh- und Angelpunkte im Lager.

Bereits das fünfte Mal bin ich im Zeltlager der Pfadi Reuss aus Luzern dabei und – wie bereits im vergangenen Jahr – zusammen mit Dave Blätter zuständigfür die Verpflegung der 35 bis 40 Pfader. Dieses Jahr schlagen wir unsere Zelte in Lengwil im Kanton Thurgau auf.

Kirchgemeinde Luzern unterstützt Projekt

Seit zwei Jahren unterstützt die Kirchgemeinde Luzern das Projekt ‹Faires Lager›; als Abteilung der Pfadi haben wir uns schon 2014 in der Pilotphase dazu beteiligt. Im Zentrum steht für uns der faire und nachhaltige Einkauf der Lebensmittel. Dies ist organisatorisch nicht immer einfach: Wir haben ein kleines Budget; aber die Unterstützung von zwei Franken pro Kind und Tag durch die Kirchgemeinde macht es möglich, bewusst auch Bioprodukte und Lebensmittel aus der Region einzukaufen. Weil wir dieses Jahr wieder einen Kühlschrank haben, können wir Joghurt und Milch vom Bauern in der Nachbarschaft beziehen.

Schwierigkeiten gibt es etwa dann, wenn ein Hofladen zum Beispiel gar nicht jene Mengen liefern kann, die wir als Lagergruppe benötigen. Da gilt es dann, pragmatisch zu bleiben und das organisatorisch Machbare im Auge zu behalten. Und: Nachhaltige Verpflegung und Zubereitung bedeutet für uns auch, dass es halt nicht jeden Tag Fleisch gibt. Dies kommt nicht bei allen gleich gut an; löst auf der anderen Seite aber spannende Diskussionen aus.

Und darum geht es uns schliesslich ja auch: Wir möchten die Kinder zum kritischen Nachdenken über das eigene Konsumverhalten anregen. Dabei gilt das Motto ‹Steter Tropfen höhlt den Stein›. Auch deshalb ist das Engagement der Kirchgemeinde wertvoll. Das Thema wird so ‹strukturell› gehütet und gefördert, bleibt über mehrere Jahre aktuell und ist nicht von einzelnen Personen abhängig.»

Alex Zeier

Alex Zeier, 33, ist seit sechs Jahren Präses der Pfadi Reuss Luzern. Er arbeitet in der offenen Jugendarbeit der katholischen Kirche Stadt Luzern.

Mehr auf www.faires-lager.ch. Hier findet sich auch eine «Werkzeugkiste» mit Ideen, Hilfsmitteln und Rezepten für eine faire Lagerküche.


Mehr Nachhaltigkeit im Lager

Leiterin des Projekts «Faires Lager» ist Helen Joss von «youngCaritas». Mit verschiedenen Aktionen bringt sie das Thema der Nachhaltigkeit in Jungwacht Blauring und Pfadi ein. So schult sie angehende Leiterinnen und Leiter, wie diese mit ihren Scharen Bewusstseinsarbeit angehen können. Zudem wird jedes Jahr ein Wettbewerb lanciert. «Mit Essen spielt man (nicht)!? – Oder doch?» – Dieses Jahr gilt es, ein Brett-, Gelände- oder «Hosesackspiel» zum Thema Lebensmittel und Nachhaltigkeit zu gestalten. Helen Joss: «Ohne leckeres Essen auf dem Lagerplatz läuft in einem Sommerlager gar nichts. Und auch ohne Spiele wäre es eine ziemlich fade Angelegenheit. Der Wettbewerb 2016 verknüpft die beiden Themen.»