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«SchöpfungsZeit» 2017: der Duft der Erkenntnis Gottes

Weihrauch steigt nach oben, ein wohlriechender Duft: Der Geruchssinn ist Thema der «SchöpfungsZeit» 2017. | © 2017 kna-bild.de
Weihrauch steigt nach oben, ein wohlriechender Duft: Der Geruchssinn ist Thema der «SchöpfungsZeit» 2017. | © 2017 kna-bild.de

Der September ist der Monat der «SchöpfungsZeit». Sie regt dieses Jahr an, den Geruchssinn neu zu entdecken und zu üben. Und sie erklärt, was Gott auch heute bisweilen stinkt. Die Aktion ist Teil einer Reihe zu den fünf Sinnen, die von 2016 bis 2020 läuft.

Von Gerüchen und Düften ist in der Bibel oft die Rede. Sie spielen in den Beziehungen zu anderen Menschen, zur Welt und zu Gott eine wichtige Rolle. Beispielsweise riecht Gott das von Noah dargebrachte Opfer gerne («Der Herr roch den beruhigenden Duft…», Gen 8,21). Gerüche werden Gott unangenehm, wenn liturgischer Geruch und praktisches Handeln nicht übereinstimmen («Rauchopfer, die mir ein Gräuel sind», Jes 1,13; «Was soll mir der Weihrauch aus Saba und das gute Gewürzrohr aus fernem Land? Eure Brandopfer gefallen mir nicht…», Jer 6.20). So etwas stinkt zum Himmel. Stimmen aber Glaube und Handeln überein, sagt Paulus, werden wir zu «Christi Wohlgeruch»; Gott verbreitet dann «durch uns den Geruch seiner Erkenntnis an allen Orten» (2. Kor 2,14f).

Stoffe, die nicht riechen
«Gottes Zorn lässt sich nicht mit Düften beschwichtigen, sondern nur mit einem Verhalten, das der Gottesbeziehung entspricht», fasst Pfarrerin Angela Wäffler-Boveland in den Unterlagen zur «SchöpfungsZeit» zusammen. Gott zürnt, wenn die Menschen Gaben zum Tempel bringen, mit denen Rauch- und Brandopfer erbracht werden, die weithin zu sehen und zu riechen sind, dabei jedoch die elementaren Inhalte der Gottesbeziehung vernachlässigen: Recht und Gerechtigkeit, Treue und Gotteserkenntnis. «Ich […] kann eure Feiern nicht riechen, […] sondern das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach», heisst es im Buch des Propheten Amos.
Und heute? «Heute stinken Gott vielleicht die fehlenden Gerüche ganz besonders», schreibt Wäffler. «Denn die lebensbedrohenden Stoffe sind geruchsfrei und bringen doch die Welt durcheinander.» Ozon etwa oder Biowaffen röchen nicht.

Nicht dagegen anstinken
Ihr Fazit: «Der Duft der Erkennis Gottes (2 Kor 2,14) breitet sich nicht durch einen Dienst aus, den Menschen für Gott tun, indem sie rituelle Handlungen vollziehen, sondern indem sie sich darauf einlassen, dass Gott mit seinem Duft mit den Menschen ist und ihnen dienen will. Wir können zwar dagegen anstinken wollen – aber wäre es nicht für die Welt angenehmer, wenn wir uns dem Gottegerucht anschliessen würden?»

 

 

Die «SchöpfungsZeit»

Der 1. September gilt bei den orthodoxen Kirchen als der Tag der Schöpfung. Mit der Veröffentlichung der Enzyklika Laudato si 2015 hat Papst Franziskus diesen Tag als «Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung» auch in der römisch-katholischen Kirche eingeführt.
Die Schweizer Bischofskonferenz empfiehlt seit der Europäischen Ökumenischen Versammlung von Sibiu (2007), das Thema «Schöpfung» vom 1. September bis 4. Oktober, dem Gedenktag des Heiligen Franz von Assisi, in der Liturgie einzubringen. Die «SchöpfungsZeit» schliesst damit das Erntedankfest und den Bettag mit ein. Papst Franziskus wünscht, dass der Weltgebetstag für die Schöpfung möglichst ökumenisch gefeiert wird.