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Rebberge in Luzerner Kirchgemeinden: Eigengewächse mit Gottes Segen

Der neue Rebberg der Kirchgemeinde Zell unterhalb des kürzlich umgebauten Pfarrhauses. | © 2016 Paul Berger
Der neue Rebberg der Kirchgemeinde Zell unterhalb des kürzlich umgebauten Pfarrhauses. | © 2016 Paul Berger

Im Weinberg des Herrn nicht nur arbeiten, sondern auch einen eigenen bebauen: Das tun im Kanton Luzern die Kirchgemeinde Hitzkirch und – seit diesem Sommer – Zell. Was auch den Kanton freut.

Ein «langersehnter Traum» von ihm sei es gewesen, einmal einen eigenen Kirchenwein zu haben, sagt der Zeller Gemeindeleiter Paul Berger. Nun, bis er den ersten verkosten kann, muss sich Berger noch etwa drei Jahre gedulden. Markus Maurer aus Fischbach, Pächter der Kirchgemeinde, hat die 700 Weinstöcke auf den 1600 Quadratmetern des neuen Rebbergs erst diesen Sommer gepflanzt – weisse der Sorte Solaris und rote Divico, resistente Trauben, die sich gut für nördliche Anbaugebiete eignen.

Pächter pflegt und vermarktet
Die Kirchgemeinde hat die Terrassierung des steilen Südhangs unterhalb des Pfarrhauses finanziert. Anbau, Pflege und Vermarktung hat sie der Pächterfamilie Maurer übergeben, die ihr dafür einen Zins bezahlt. Kirchenrat Erwin Johann, der das Projekt begleitet hat, freut sich über den gelungenen Abschluss. «Der Rebberg und das kürzlich umgebaute Pfarrhaus, das darüber thront – das passt ausgezeichnet zusammen.» Zuvor hatten Schafe das Bord beweidet.

Der Kirchenrat als Erntehelfer
Der kantonale Rebbaukommissär Beat Felder hakt hier ein: «Der Rebbau macht die sakralen Räume attraktiv, von der Nutzung und vom Bild der Landschaft her», sagt er. Der Luzerner Rebbau wächst nach seinen Angaben stark, «die Grenzen des Absatzes scheinen noch nicht erreicht». Ziel sei ein jährlicher Ertrag von etwa 400 000 Flaschen, «in etwa so viele wie Einwohner». Zurzeit sind es laut Felder um die 350 000.
Der Zeller Kirchen-Rebberg dürfte etwa 700 weitere Flaschen beitragen. Um die 500 sind es schon seit einigen Jahren aus Hitzkirch, wo die Kirchgemeinde oberhalb des Pfarrhauses schon 2008 450 Rebstöcke der Sorte Cabernet Jura angepflanzt hat. «Der Rebberg ist nach Südwesten ausgerichtet und eignet sich vorzüglich für den Weinbau», sagt Kirchenrat Werner Peter. Für die Pflege ist Rebmeister Jakob Abt verantwortlich, die Kelterung obliegt der ortsansässigen Weinmanufaktur Brunner. Der Wümmet ist jedes Jahr ein gesellschaftliches Ereignis: «Da hilft jeweilen der ganze Kirchenrat mit», sagt Peter.

Ein exklusiver Wein
Benannt sind die Hitzkircher Kirchenweine nach den Kirchenpatronen; der rote nach dem heiligen Pankraz, der weisse (zugekaufte und mit einer eigenen Etikette versehene) der heiligen Elisabeth. Kaufen kann man beide nicht, sie werden exklusiv an verschiedenen Anlässen der Kirchgemeinde ausgeschenkt.
Für die künftigen Zeller Weine gibt es noch keine Namen; die Vermarktung ist ebenfalls offen.

Dominik Thali