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Präsidentinnenkonferenz des SKF Kanton Luzern: Frauen gegen Familienarmut

Maria Portmann von Caritas Luzern gab ein Impulsreferat zum Thema Familienarmut. | © 2016 pd/Astrid Bossert Meier
Maria Portmann von Caritas Luzern gab ein Impulsreferat zum Thema Familienarmut. | © 2016 pd/Astrid Bossert Meier

Rund 110 Präsidentinnen von lokalen Frauengemeinschaften aus dem ganzen Kanton trafen sich am Montagnachmittag (21. November 2016) in Hitzkirch. Gemeinsam setzen sie sich gegen Familienarmut ein.

«Bei uns liegen unter dem Weihnachtsbaum nur Nadeln.». Diese aufwühlende Aussage eines «working poor» ist nicht erfunden. Trotz Job lebt seine Familie in Armut. Und das in der reichen Schweiz. An der Präsidentinnenkonferenz des Luzerner Kantonalverbandes des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes (SKF) hielt Maria Portmann von Caritas Luzern ein Impulsreferat zum Thema Familienarmut.

Die Armuts-Spirale

Jede sechste Person in der Schweiz ist nicht in der Lage, eine unerwartete Ausgabe von 2500 Franken zu tätigen. Besonders armutsgefährdet sind Familien mit drei und mehr Kindern oder Alleinerziehende. Schweizweit ist jedes 20. Kind von Armut betroffen. Maria Portmann zeigte die Folgen auf: Ärmere Familien ernähren sich billig und damit oft weniger gesund, sie leben in belasteten Quartieren und beengten Platzverhältnissen, bei Schulschwächen der Kinder fehlt das Geld für den Nachhilfeunterricht. Das erschwert später den Berufseinstieg und erhöht die Chance, dass auch die nächste Generation armutsgefährdet ist.

Nicht wegschauen

Die Referentin zeigte aber auch Unterstützungsmöglichkeiten auf. Statt wegzuschauen, heisse es „hinschauen, jemanden mit der nötigen Umsicht auf die finanzielle Situation ansprechen und zuhören“. Zudem darf auch das eigene Verhalten kritisch hinterfragt werden. Statt die Konsumspirale selber weiterzudrehen, könnte man beispielsweise die nächste Kinder-Geburtstagsparty bewusst konsumarm gestalten. Maria Portmann stellte die «KulturLegi» vor, welche Personen mit schmalem Budget vergünstigten Zugang zu Freizeitangeboten ermöglicht.

SKF schaut hin

Mit dem Frauen- und Familienfonds leistet der SKF Luzern bereits Hilfe in Notsituationen, sagte Kantonalpräsidentin Agnes Hodel nach dem Impulsreferat. Sie rief die regionalen Vereinspräsidentinnen dazu auf, betroffene Familien auf diese Möglichkeit aufmerksam zu machen. Auch manche lokale Frauengemeinschaften haben ein «Kässeli», um mal einen Jahresbeitrag zu erlassen oder einen Lagerbeitrag für ein Kind zu übernehmen. Selbst ein kleiner Beitrag kann für eine armutsbetroffene Familie eine grosse Erleichterung sein.

Kostenlose Weiterbildung

Nebst dem Impulsreferat gab es an der Veranstaltung viele Infos für die Vereinspräsidentinnen. Die SKF-Bildungsverantwortliche Cornelia Lenherr präsentierte das neue Jahresprogramm 2017 mit grösstenteils kostenlosen Weiterbildungsangeboten. Sylvia Villiger vom Ressort Spiritualität, Religion, Kirche verwies auf das Angebot des Kantonalverbands, Frauengemeinschaften bei der Suche nach neuen Wegen zur Spiritualität zu unterstützen. Fusion ist auch unter Frauengemeinschaften ein Thema. Katharina Jost Graf als Verantwortliche für das Coaching legte den Vereinsverantwortlichen ans Herz, diesen Schritt mit der nötigen Sorgfalt zu planen. Der Schweizerische Dachverband hat Unterlagen und einen Mustervertrag ausgearbeitet.

Der wahre Luxus

Nach der Kaffeepause waren die Präsidentinnen zur abschliessenden Adventsmeditation in die Pfarrkirche Hitzkirch eingeladen. Auch diese stand unter dem Thema „Bei uns liegen unter dem Weihnachtbaum nur Nadeln“. Keine leichte Kost. Dafür bot die Meditation die Möglichkeit, den «wahren Luxus» der Weihnachtszeit aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

SKF-Medienmitteilung / Astrid Bossert Meier