Zur Startseite Zur Navigation Zum Inhalt Zur Kontaktseite Zur Sitemapseite Zur Suche

Polizeiseelsorger Robert Knüsel: durchatmen und bei sich sein

Vor gut einem halben Jahr eingestiegen: Robert Knüsel-Glanzmann, Luzerner Polizei- und Feuerwehrseelsorger. | © 2017 Arthur Reinhold, Redaktion «Füürhorn»
Vor gut einem halben Jahr eingestiegen: Robert Knüsel-Glanzmann, Luzerner Polizei- und Feuerwehrseelsorger. | © 2017 Arthur Reinhold, Redaktion «Füürhorn»

Drei Jahre blieb die Stelle des Feuerwehr- und Polizeiseelsorgers Luzern unbesetzt. Dann übernahm im November 2016 Robert Knüsel das 30-Prozent-Pensum. Engagiert berichtet er von den ersten Monaten.

Robert Knüsel erwartet mich am Empfang der Feuerwache an der Kleinmattstrasse in Luzern. Mit ihm, locker plaudernd, eine Frau und ein Mann, Mitglieder der Feuerwehr der Stadt Luzern. Schnell wird klar, der Feuerwehr- und Polizeiseelsorger ist einer von ihnen. Die Leute freuen sich, wenn er kommt.

Bei Übungen dabei
Knüsel machte sich rasch bekannt, baute Beziehungen auf: «Ich fühlte mich sofort willkommen, bei verschiedenen Rapporten konnte ich mich vorstellen.» Besonders schätzt er die Möglichkeit, an Einsätzen teilzunehmen, bei Übungen der Feuerwehr oder auch schon eine ganze Nachtschicht mit der Sicherheitspolizei Süd. Knüsel freut sich, wenn so seine Hauptbotschaft deutlich wird: «Ich bin da, wenn Ihr mich braucht.» Das passt zum paradoxen Echo, das er auch schon hörte: «Gut, dass es Dich gibt, aber wir hoffen, dass wir Dich möglichst wenig brauchen.»

Unabhängig und vertraulich
Der an sich schon pensionierte Seelsorger ist viel vor Ort, hat aber bewusst kein Büro bei Feuerwehr oder Polizei. Seine Stelle ist unabhängig, vertraulich. Alle sollen sich an ihn wenden können, die spüren, dass sie Unterstützung brauchen, wenn die Belastungen im Beruf überhandnehmen oder private Sorgen den Einsatz erschweren. Die Gespräche mit ihm, so Knüsel, unterliegen grundsätzlich dem Seelsorgegeheimnis.
Lächelnd, aber doch ernsthaft bekennt Robert Knüsel, dass er die Zeitung anders lese, seit er bei Feuerwehr und Polizei eingestiegen sei.Überdies habe sich sein Bild von Polizei und Feuerwehr verändert. «Der konkrete Einblick bei den Einsätzen hat mir gezeigt, welchen Spannungen Polizei- und Feuerwehrangehörige ausgesetzt sind.»

Berufung mit hohem Einsatz
Hier gibt der erfahrene Geistliche seine Impulse. Einsatzkräfte müssten ja notgedrungen alle Sinne hellwach nach aussen richten, erläutert Knüsel. Das berge die Gefahr, wenig durchzuschnaufen, um wieder ganz bei sich zu sein. Oft helfe, innerlich einen Schritt zurückzutreten. Robert Knüsel unterstreicht, wie wichtig es gerade im Einsatz für die Öffentlichkeit sei, sich selber gern zu haben.
Die Begegnung mit Knüsel lässt spüren: Er mag die ihm anvertrauten Menschen. Feuerwehr und Polizei seien für ihn Berufungen mit hohem, persönlichem Einsatz, sagt er und ergänzt: «Mit unserer Wertschätzung können wir beitragen, dass Feuerwehr- und Polizeiangehörige bei ihren oft sehr anspruchsvollen Einsätzen gesund bleiben und motiviert ihren Dienst erfüllen.»

Andreas Wissmiller

 

Polizei-Gottesdienst

Am Fest des Hl. Erzengel Michael, seit 2002 Schutzpatron der Polizei in der Schweiz, findet ein Gottesdienst für die Luzerner Polizei und Interessierte in Luzern-St. Michael statt. Musikalische Begleitung durch den Männerchor und das Spiel der Luzerner Polizei.
Freitag, 29. September 2017,  19 Uhr, Kirche St. Michael, Luzern, Rodteggstrasse 6; anschliessend Apéro, offeriert von der katholischen, reformieren und christkatholischen Kirche.