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Pastoralraumberater Heinz Wettstein: Die Informationskultur ist wichtig

Die Fragen rechtzeitig auf den Tisch bringen: Berater Heinz Wettstein (Mitte) an einer Projektsitzung für den Pastoralraum Oberseetal, der am 18. Mai errichtet wird. | © 2019  Roberto Conciatori
Die Fragen rechtzeitig auf den Tisch bringen: Berater Heinz Wettstein (Mitte) an einer Projektsitzung für den Pastoralraum Oberseetal, der am 18. Mai errichtet wird. | © 2019 Roberto Conciatori

«Das duale System erlebe ich fast durchgehend als Selbstverständlichkeit, die nicht zu grundsätzlichen Fragen Anlass gibt. Gut, in kleineren Kirchgemeinden/Pfarreien kommt es immer wieder vor, dass sich der Kirchenrat direkt in pastorale Belange einbringt, auch deshalb, weil es keinen Pfarreirat gibt, der den Seelsorgenden beratend zur Seite steht.
Die Pastoralräume sind ja ein pastorales Projekt. In der Projektgruppe sind aber die staatskirchenrechtlich Veranwortlichen ebenfalls vertreten, und umgekehrt ist es der Projektleiter in der Arbeitsgruppe ‹Zusammenarbeit der Kirchgemeinden›. Die jeweiligen Ansprüche kommen deshalb immer auch zur Sprache, und da gibt es zwei Hauptthemen. Die Kirchgemeinden haben oft Angst vor neuen Belastungen und fordern, das Ergebnis der inhaltlichen Arbeit müsse kostenneutral sein. Das zweite ist die Öffentlichkeitsarbeit. Da arbeiten die beiden Linien oft direkt und intensiv zusammen, wenn es um neue Kommunikationskanäle geht, vor allem das Pfarreiblatt und die Pastoralraum-Website.

Wissen um die andere Seite und verstehen
Ich kann jeweils mithelfen, das Verständnis für die Abgrenzung gegenüber der jeweils anderen Führungslinie zu verbessern. Einen wirklichen Konflikt zwischen den beiden Linien habe ich im Rahmen der Pastoralraumprojekte bisher nicht erlebt. Als Knackpunkt hat sich allerdings schon erwiesen, dass in Pfarreien/Kirchgemeinden, in denen es weiterhin Widerstand gab – zum Pastoralraum selbst, zu inhaltlichen Aussagen im Pastoralkonzept oder personellen Vorgaben –, an den Kirchgemeindeversammlungen der Zusammenarbeitsvertrag abgelehnt wurde, weil man nicht direkt über das Pastoralkonzept entscheiden konnte.

Im Umgang mit dem dualen System ist für mich entscheidend, dass in der Startphase eines Pastoralraum-Projekts eine optimale gegenseitige Informationskultur aufgegleist wird, durch die jede Seite jederzeit weiss, was die andere tut. So kommen allfällige Befürchtungen und Fragen rechtzeitig auf den Tisch. Eine Startveranstaltung mit allen Beteiligten, die einen gemeinsamen Informations- und Wissensstand schafft – über die Abgrenzungen, Informations-, Vernehmlassungs- und Entscheidungsabläufe – war da schon oft hilfreich. Meine wichtige Aufgabe als Berater ist es, den Beteiligten Sicherheit im Umgang mit dem ganzen Projekt und den beiden Linien im dualen System zu verschaffen. Ziel ist, eine möglichst reibungslose und effektive Zusammenarbeit zu ermöglichen.»

Heinz Wettstein, 72, Sursee, Dr. iur., seit 30 Jahren selbständig als Supervisor, Organisationsberater und Dozent; war Begleiter bei der Errichtung des Pilot-Pastoralraums Luzern 2009, seither für elf weitere Pastoralräume tätig (gewesen).

Dual stark (XIII)

In der katholischen Schweiz verantworten Seelsorge und Behörden die Kirche gemeinsam. Das «Kirchenschiff», das Informationsmagazon der katholischen Kirche im Kanton Luzern, lässt Personen zu Wort kommen, die in diesem dualen System tätig sind. In dieser Folge: Heinz Wettstein, Pastoralraumberater.