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Notfallseelsorge/Care Team Kanton: 2015 so viele Einsätze wie noch nie

Wenn Menschen in einem Notfall den Boden unter den Füssen verlieren, leistet die Organisation Notfallseelsorge/Care Team Beistand. | © 2014 Dominik Thali
Wenn Menschen in einem Notfall den Boden unter den Füssen verlieren, leistet die Organisation Notfallseelsorge/Care Team Beistand. | © 2014 Dominik Thali

Bei Unfällen, Suiziden oder aussergewöhnlichen Todesfällen kümmern sie sich um Angehörige, Augenzeugen und unverletzte Beteiligte: Notfallseelsorgende und Care Givers. Ihre hohe Stundenzahl im vergangenen Jahr liegt darin begründet, dass die Fälle komplexer geworden sind und vermehrt Zweierteams aufgeboten werden.

2015 stand die Notfallseelsorge/CareTeam Kanton Luzern (NFS/CT) 82 Mal im Einsatz, am häufigsten bei ausserordentlichen Todesfällen und Suiziden. 718 Stunden waren Notfallseelsorgende und Care Givers insgesamt präsent.

Die Anzahl Einsätze und vor allem die aufgewendete Zeit pro Einsatz ist damit erneut gestiegen (*). Dies liegt daran, dass die Einsätze komplexer wurden. Es werden mehr Personen pro Fall betreut, was mehr Notfallseelsorger und Care Givers erfordert. Die Care-Arbeit hat sich inzwischen stark gefestigt und wird von den Betroffenen gerne in Anspruch genommen. Weiter werden, um professioneller arbeiten zu können, vermehrt Zweier-Teams statt Einzelpersonen aufgeboten. Anderseits gelangen gelegentlich Aufgebote an NFS/CT, die keine eigentlichen Care-Einsätze sind und früher von den ortsansässigen Pfarrämtern übernommen wurden. Notfallseelsorge/CareTeam haben es vermehrt mit Betroffenen zu tun, die kaum ein soziales Netz und niemanden haben, der sie in der Not auffangen könnte.

Das Team besteht zurzeit aus 30 Mitarbeitenden. Diese kümmern sich in Notsituationen um Angehörige, unverletzte Beteiligte und Zeugen, sie leisten Angehörigen Beistand bei Suizid oder beim Überbringen von Todesnachrichten. Aufgeboten werden die Notfallseelsorgenden und Care Giver vom Rettungsdienst 144, von der Polizei oder der Feuerwehr. 365 Tage, rund um die Uhr, sind zwei Seelsorgende/Care Givers auf Pikett. Die Zusammenarbeit mit den Blaulichtorganisationen ist sehr gut.

Bereichsleiter von NFS/Care-Team ist seit1. November 2014 Christoph Beeler-Longobardi, Gemeindeleiter der Pfarreien Schongau und Aesch/Mosen. Er leitet zusammen mit Thomas Seitz die Notfallorganisation.

(*) 2013 13.8 Stunden; 2014 7.7 Stunden; 2015 8.7 Stunden. 2013 ausserordentlich hohe Zahl wegen Amoklauf Menznau.

 

Medienmitteilung vom 25. Januar 2016

Zwei Partner

Die ökumenische Notfallseelsorge Luzern bestand seit 2002, die heutige Organisation Ökumenische Notfallseelsorge/Care Team Kanton Luzern entstand vor rund vier Jahren, als sich die beiden Partner zusammenschlossen. Sie wird gemeinsam getragen von den drei Luzerner Landeskirchen und vom Kanton. Zurzeit stehen ihr 30 Personen zur Verfügung, von denen 7 Frauen und Männer in der Seelsorge tätig sind, die weiteren in anderen Bereichen, etwa der Pflege, Spitex oder der Notfallpsychologie. – Die Leitung von Ökumenische Notfallseelsorge/Care Team Kanton Luzern haben Christoph Beeler-Longobardi, kath. Gemeindeleiter in Schongau, und Thomas Seitz, hauptberuflich bei der Swisscom tätig.