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Notfallseelsorge/Care-Team: anhaltend hohe Anzahl Einsätze

Die Mitglieder von Notfallseelsorge/Care-Team helfen, wenn Menschen Hilfe dringen benötigen. | © 2019 Dominik Thali
Die Mitglieder von Notfallseelsorge/Care-Team helfen, wenn Menschen Hilfe dringen benötigen. | © 2019 Dominik Thali

Notfallseelsorgende und Care Givers haben im vergangenen Jahr 90 Einsätze geleistet, fast gleich viele Einsätze geleistet wie im Rekordjahr 2018. Am häufigsten gefragt waren die Teams erneut bei Suiziden und ausserordentlichen Todesfällen.

Medienmitteilung vom 21. Januar 2020

Die Organisation Notfallseelsorge/CareTeam (NFS/CT , siehe Kasten unterhalb des Textes) kümmert sich in Notsituationen um Angehörige, unverletzte Beteiligte und Zeugen, sie leistet den Hinterbliebenen Beistand bei Suizid oder beim Überbringen von Todesnachrichten. 2019 wurden Mitglieder des Teams 90 Mal aufgeboten, fast gleich oft wie im Vorjahr. 2018 war die Anzahl Einsätze mit 91 so hoch gewesen wie noch nie seit der Gründung der Notfallseelsorge 2006.

Am häufigsten aufgeboten wurden Notfallseelsorgende und Care Givers wiederum bei Suiziden (23, Vorjahr 25) und ausserordentlichen Todesfällen (36, Vorjahr 33). Der Aufwand an Personal und Stunden sank leicht: auf 863 Stunden gegenüber 956 im Vorjahr. Das ergibt immer noch weit über neun Stunden pro Einsatz. Bei manchen Einsätzen rücken mehr Notfallseelsorgende/Care Givers aus als die üblichen zwei.

Angehörige überfordert

Augenfällig ist, dass NFS/CT wiederum bei vielen Suiziden im Einsatz stand. Dies kommt immer häufiger vor. Die Belastung der Angehörigen ist bei einem Suizid besonders gross, da neben dem meist unverhofften Todesfall immer auch Abklärungen durch Polizei und Untersuchungsbehörden stattfinden müssen.

Aussergewöhnliche Todesfälle, von denen es 2019 leicht mehr gab als im Jahr zuvor, sind beispielsweise plötzliches Herzversagen in der Öffentlichkeit oder daheim. In diesen Bereich fallen auch Todesfälle nach längerer Krankheit. Hier gelangen auch Aufgebote an die NFS/CT, die keine eigentlichen Care-Einsätze sind und früher von den ortsansässigen Pfarrämtern übernommen wurden. Notfallseelsorge/CareTeam haben es immer wieder mit Betroffenen zu tun, die kaum ein soziales Netz und niemanden haben, der sie in der Not auffangen könnte.

Der Aufwand bleibt damit weiterhin gross, verglichen mit den früheren Jahren. Die Care-Arbeit hat sich weiter gefestigt und wird von den Betroffenen gerne in Anspruch genommen. Es werden, um professioneller arbeiten zu können, grundsätzlich Zweierteams statt wie früher Einzelpersonen aufgeboten.

Getragen von Kirchen und Kanton

Die Organisation Ökumenische Notfallseelsorge/Care Team Kanton Luzern besteht in dieser Form seit rund sieben Jahren, als sich die beiden Partner zusammenschlossen. Sie wird gemeinsam getragen von den drei Luzerner Landeskirchen und vom Kanton.

Aufgeboten werden die Notfallseelsorgenden und Care Givers vom Rettungsdienst 144, von der Polizei oder der Feuerwehr. 365 Tage, rund um die Uhr, sind zwei Seelsorgende/Care Givers auf Pikett. Die Zusammenarbeit mit den Blaulichtorganisationen ist sehr gut. Die Leitung des NFS/Care-Teams teilen sich Christoph Beeler-Longobardi, Leiter des Pastoralraums Oberseetal, und Pastoralraumleiter, sowie Thomas Seitz. Das Team besteht zurzeit aus 37 aktiven Mitarbeitenden. Von diesen sind 3 Frauen und 3 Männer in der Seelsorge tätig, die weiteren in anderen Bereichen, etwa der Pflege, Betreuung oder Coaching. Der Soll-Bestand beträgt 45 Mitarbeitende.