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Notfallseelsorge: 2018 viel mehr Stunden und Einsätze

Hilfe, wenn sie dringend nötig ist: Notfallseelsorgende und Care Givers stehen bei akuten Krisen Beteiligten und Angehörigen bei. | Bild: unsplash.com
Hilfe, wenn sie dringend nötig ist: Notfallseelsorgende und Care Givers stehen bei akuten Krisen Beteiligten und Angehörigen bei. | Bild: unsplash.com

Notfallseelsorgende und Care Givers haben im vergangenen Jahr so viele Einsätze geleistet wie noch nie seit Bestehen der Organisation, vor allem der vielen Suizide und aussergewöhnlichen Todesfälle wegen.

Die Organisation Notfallseelsorge/CareTeam (NFS/CT) kümmert sich in Notsituationen um Angehörige, unverletzte Beteiligte und Zeugen, sie leistet den Hinterbliebenen Beistand bei Suizid oder beim Überbringen von Todesnachrichten. 2018 standen Mitglieder des Teams 91 Mal im Einsatz (Vorjahr 72), am häufigsten bei Suiziden (25, plus 8) und ausserordentlichen Todesfällen (33, plus 15). 956 Stunden (731) waren Notfallseelsorgende und Care Givers (NFS/CG) insgesamt präsent.

Die Anzahl Einsätze war damit so hoch wie noch nie seit der Gründung der Notfallseelsorge 2006. Der Aufwand an Personal und Stunden stieg um über die Hälfte – um 56 Prozent oder von 8,45 auf 10,5 Stunden pro Einsatz. Dies lag daran, dass bei einigen Einsätzen mehr Care Givers im Einsatz waren als üblich. Ferner waren über 10 Mitglieder an der kantonalen Übung Traffico III beteiligt, die in der Statistik als Einsatz mitgerechnet wurde.

Suizide belasten mehrfach
Augenfällig ist, dass NFS/CT bei mehr Suiziden aufgeboten wurde. Dies kommt immer häufiger vor. Die Belastung der Angehörigen ist bei einem Suizid besonders gross, da neben dem meist unverhofften Todesfall immer auch Abklärungen durch Polizei und Untersuchungsbehörden stattfinden müssen.

Aussergewöhnliche Todesfälle, von denen es 2018 ebenfalls fast doppelt so viele gab wie im Jahr zuvor, sind beispielsweise plötzliches Herzversagen oder der Tod infolge Krankheit.

Der Aufwand bleibt damit weiterhin gross, verglichen mit den früheren Jahren. Die Care-Arbeit hat sich weiter gefestigt und wird von den Betroffenen gerne in Anspruch genommen. Es werden, um professioneller arbeiten zu können, häufig Zweierteams statt wie früher Einzelpersonen aufgeboten. Weiter gelangen Aufgebote an die NFS/CT, die keine eigentlichen Care-Einsätze sind und früher von den ortsansässigen Pfarrämtern übernommen wurden. Notfallseelsorge/CareTeam haben es immer wieder mit Betroffenen zu tun, die kaum ein soziales Netz und niemanden haben, der sie in der Not auffangen könnte.

Von den Rettungsdiensten aufgeboten
Aufgeboten werden die Notfallseelsorgenden und Care Givers vom Rettungsdienst 144, von der Polizei oder der Feuerwehr. 365 Tage, rund um die Uhr, sind zwei Seelsorgende/Care Givers auf Pikett. Die Zusammenarbeit mit den Blaulichtorganisationen ist sehr gut.

Die Leitung des NFS/Care-Teams teilen sich Christoph Beeler-Longobardi, Gemeindeleiter der Pfarreien Ballwil, Eschenbach und Inwil, und Thomas Seitz. Das Team besteht zurzeit aus 38 aktiven Mitarbeitenden. Von diesen sind 3 Frauen und 3 Männer in der Seelsorge tätig, die weiteren in anderen Bereichen, etwa der Pflege, Spitex oder der Notfallpsychologie. Der Soll-Bestand beträgt 45 Mitarbeitende.

Einsatzstatistik 2007 bis 2018: hier herunterladen

Medienmitteilung vom 28. Januar 2019

Seit 13 Jahren bestehend

Die Organisation Ökumenische Notfallseelsorge/Care Team Kanton Luzern besteht in dieser Form seit rund sechs Jahren, als sich die beiden Partner zusammenschlossen. Sie wird gemeinsam getragen von den drei Luzerner Landeskirchen und vom Kanton. Die Notfallseelsorge selbst war 2006 gegründet worden und bestand damals neben dem Care Team.

Einsatzstatistik 2007 bis 2018: hier herunterladen