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Notfallseelsorge: 2017 gleich viele Einsätze, aber weniger Stunden

Die Notfallseelsorgen und Care Givers sind da, wenn Menschen Schlimmes widerfährt (gestellte Aufnahme; rechts Notfallseelsorger Christoph Beeler). | © 2017 Dominik Thali
Die Notfallseelsorgen und Care Givers sind da, wenn Menschen Schlimmes widerfährt (gestellte Aufnahme; rechts Notfallseelsorger Christoph Beeler). | © 2017 Dominik Thali

Bei Unfällen, Suiziden oder aussergewöhnlichen Todesfällen kümmern sie sich um Angehörige, Augenzeugen und unverletzte Beteiligte: Notfallseelsorgende und Care Givers. Im vergangenen Jahr haben sie fast gleich viele Einsätze geleistet wie im Vorjahr. Die Stundenzahl sank, weil etliche Fälle weniger komplex waren.

Hier die Einsatzstatistik 2005 – 2017 herunterladen

2017 stand die Notfallseelsorge/CareTeam Kanton Luzern (NFS/CT) 1 72 Mal im Einsatz (Vorjahr 73), am häufigsten bei ausserordentlichen Todesfällen (18) und Verkehrsunfällen (16). 609 Stunden (731) waren Notfallseelsorgende und Care Givers (NFS/CG) insgesamt präsent.

Die Anzahl Einsätze ist damit praktisch gleich geblieben, gesunken ist hingegen der Aufwand an Personal und Stunden – von 731 auf 609, 8,45 Stunden pro Einsatz.2 Dies liegt daran, dass etliche Einsätze weniger komplex waren als in den Vorjahren.

Der Aufwand bleibt jedoch gross, verglichen mit den früheren Jahren. Die Care-Arbeit hat sich weiter gefestigt und wird von den Betroffenen gerne in Anspruch genommen. Es werden, um professioneller arbeiten zu können, häufig Zweierteams statt wie früher Einzelpersonen aufgeboten. Weiter gelangen Aufgebote an die NFS/CT, die keine eigentlichen Care-Einsätze sind und früher von den ortsansässigen Pfarrämtern übernommen wurden. Notfallseelsorge/CareTeam haben es immer wieder mit Betroffenen zu tun, die kaum ein soziales Netz und niemanden haben, der sie in der Not auffangen könnte. Die Zusammenarbeit mit örtlichen Pfarrämtern wurde deshalb weiter intensiviert. Diese können im Rahmen ihrer diakonischen Aufgabe die längerfristige Betreuung übernehmen.

Medienmitteilung vom 29. Januar 2018

 


1 Die Organisation Ökumenische Notfallseelsorge/Care Team Kanton Luzern besteht in dieser Form seit rund fünf Jahren, als sich die beiden Partner zusammenschlossen. Sie wird gemeinsam getragen von den drei Luzerner Landeskirchen und vom Kanton. Zurzeit stehen ihr 34 Personen zur Verfügung, von denen 2 Frauen und 4 Männer in der Seelsorge tätig sind, die weiteren in anderen Bereichen, etwa der Pflege, Spitex oder der Notfallpsychologie. – Die Leitung von Ökumenische Notfallseelsorge/Care Team Kanton Luzern haben Christoph Beeler-Longobardi, kath. Gemeindeleiter in Ballwil/Eschenbach/Inwil, und Thomas Seitz, hauptberuflich bei der Swisscom tätig.

2 2014 7.7 Stunden; 2015 8.7 Stunden, 2016 10 Stunden

 

Bilder zum Download

Das für diesen Beitrag verwendete Bild sowie ein weiteres, ähnliches stehen hier zum Download in Druckauflösung zur Verfügung.

Legende und Quellenangabe:

Die Notfallseelsorgen und Care Givers sind da, wenn Menschen Schlimmes widerfährt (gestellte Aufnahme; rechts Notfallseelsorger Christoph Beeler). | Bild: pd / lukath.ch

40 aktive Mitarbeitende

Die NFS/CG kümmern sich in Notsituationen um Angehörige, unverletzte Beteiligte und Zeugen, sie leisten den Hinterbliebenen Beistand bei Suizid oder beim Überbringen von Todesnachrichten. Aufgeboten werden die Notfallseelsorgenden und Care Givers vom Rettungsdienst 144, von der Polizei oder der Feuerwehr. 365 Tage, rund um die Uhr, sind zwei Seelsorgende/Care Giver auf Pikett. Die Zusammenarbeit mit den Blaulichtorganisationen ist sehr gut.

Die Leitung des NFS/Care-Teams teilen sich Christoph Beeler-Longobardi, Gemeindeleiter der Pfarreien Ballwil, Eschenbach und Inwil und Thomas Seitz.

Das Team besteht zurzeit aus 40 aktiven Mitarbeitenden, was fast dem Soll-Bestand von 45 entspricht. Erfahrene Mitglieder können unter gewissen Bedingungen über die Pensionsgrenze hinaus ihren Dienst leisten. Dazu wurde ein Fonds geschaffen, der durch Spenden, Legate und Kirchenkollekten unterstützt werden kann.

Spenden an CH81 8121 2000 0002 6440 2, römisch-katholische Landeskirche des Kantons. Luzern, Synodalverwaltung, Abendweg 1, Postfach, 6000 Luzern 6, Vermerk «Fonds Notfallseelsorge»