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Nachhaltige Kirche: «Niemand startet bei «Null»

Bei der Renovation ihres Pfarrhauses 2010 profitierte die Kirchgemeinde Grossdietwil von einem zusätzlichen Baubeitrag, weil sie energiesparende Massnahmen traf. | © Felix Fuchs
Bei der Renovation ihres Pfarrhauses 2010 profitierte die Kirchgemeinde Grossdietwil von einem zusätzlichen Baubeitrag, weil sie energiesparende Massnahmen traf. | © Felix Fuchs

Wie muss die Kirche handeln, damit das «gemeinsame Haus» Erde, wie es Papst Franziskus in seiner Enzyklika «Laudato si’» nennt, auch morgen noch steht? Eine Standortbestimmung Anfang Jahr hat gezeigt, wo sich die Luzerner Landeskirche bereits heute einsetzt. – Ein Beitrag zum Zweijahresmotto der katholischen Kirche im Kanton Luzern, «Kirche – weitsichtig handeln».

«Eine Standortbestimmung ist eine sehr gute Möglichkeit, um einerseits zu sehen, wo eine Organisation Verbesserungspotential hat und andererseits eben auch zu realisieren, dass niemand bei Null beginnt», meint Andreas Frei. Er ist Umweltberater und Theologe und hat am 8. Januar gemeinsam mit Synodalverwalter Edi Wigger und weiteren Personen aus dem Team die Landeskirche in den Bereichen «Energie und Gebäude», «Managment und Verkündigung», «Büro, Beschaffung und Entsorgung» sowie «Mobilität» auf das nachhaltige Engagement hin durchleuchtet. Im Schlussbericht der Standortbestimmung fallen neben kleineren besonders zwei Massnahmen auf, welche die Nachhaltigkeit ins Zentrum stellen.


1200 Liter Öl werden pro Jahr gespart

Seit August 2012 steht auf dem Dach des Agnes Ost (Anbau zum Hauptgebäude, im Besitz der Landeskirche) die gut 18 Quadratmeter grosse Vorwärmanlage für Brauchwasser (siehe Titelbild). Über die technischen Daten gibt Werner Müller von der BE Netz AG aus Ebikon Auskunft: «Die Anlage liefert bei einem angenommenen Verbrauch von 1000 Litern pro Tag rund 42 Prozent des im Haus benötigten Warmwassers. Im Sommer kann die Anlage einen Deckungsgrad bis zu 100 Prozent erreichen; dann, wenn der Verbrauch etwa auf Grund von Ferienabwesenheiten geringer und die Sonneneinstrahlung hoch ist.» Dies entspreche pro Jahr einer Einsparung von rund 1200 Litern Heizöl.

Beiträge für das ökologische Bauen

Bereits seit 2009 richtet die Landeskirche für ausgleichsberechtigte Kirchgemeinden den doppelten Baubeitrag aus, «wenn diese den Nachweis erbringen, dass sie ökologische und energiesparende Baumassnahmen ergriffen haben», erklärt Synodalverwalter Edi Wigger. Profitieren konnte zum Beispiel die Kirchgemeinde Grossdietwil. «Bei der Renovation des Pfarrhauses im Jahr 2010 haben wir grossen Wert auf die Wärmeisolation im neuen Bereich und im ausgebauten Dachgeschoss gelegt», sagt Felix Fuchs. Er ist Kirchenrat in Grossdietwil und war damals Mitglied der Baukommission.

Impulshalbtag am 23. April
Für Edi Wigger ist klar: «Die Standortbestimmung vom Januar und die interne Weiterbildung Mitte März werden uns helfen, weitere geeignete Massnahmen zu finden. Wir freuen uns auch auf die Inputs aus dem Impulshabtag am 23. April.»


Matthias Bättig

Aus dem «Luzerner Kirchenschiff» vom März 2016. Zur ganzen Ausgabe und früheren Nummern: hier…