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Nicole Oppliger-Burri: jugendlich spontan, «dual» ausdauernd

Nicole Oppliger-Burri an einer Sitzung mit dem Jungwacht-Leitungsteam. Sie ist Präses der Jungwacht Ebikon. | © 2018 Marcel Bucher
Nicole Oppliger-Burri an einer Sitzung mit dem Jungwacht-Leitungsteam. Sie ist Präses der Jungwacht Ebikon. | © 2018 Marcel Bucher

«Jugendarbeit lebt davon, spontan und flexibel sein zu können. Das passt nicht immer zum dualen System. Denn wenns ums Geld geht, muss ich bis anderthalb Jahre vorausdenken. Das Projekt Erlebnisnacht vom kommenden November zum Beispiel musste im Team schon letzten Mai stehen und ins Budget eingegeben werden. Oder wenn ich auf dem Firmweg ein Angebot ändern will, weil sich die Interessen der Jugendlichen verschieben, so ist dies mitunter erst ein bis zwei Jahrgänge später möglich.

In die kirchliche Jugendarbeit investieren
Klar verlangsamt ein solches System die Prozesse. Es braucht Ausdauer. Wenn Pfarrei und Kirchgemeinde aber Hand in Hand arbeiten, ist das Projekt auch gut abgestützt. Und im Zug der langen Planung können Ideen wachsen, die am Anfang noch gar nicht da waren. Die Herausforderung ist, den Jugendlichen dieses Vorgehen verständlich zu machen. Sie leben im Hier und Jetzt und haben oft Mühe mit solchen Vorlaufszeiten.
Ich verfolge meine Ziele einerseits beharrlich und stelle anderseits fest, dass sich Geduld und Kompromissbereitschaft auszahlen. Den Kirchenräten und Pfarreien möchte ich Mut zusprechen, unbedingt Zeit und Geld in die kirchliche Jugendarbeit zu investieren. Es lohnt sich, auch wenn es lange braucht, bis ein Ergebnis sichtbar wird. Gute Jugendarbeit ist Beziehungsarbeit und sehr nachhaltig. Die Jugend ist unsere Zukunft. Das ist ein vielgehörter Satz, aber er triffts. Denn die jungen Menschen brauchen in unserer schnellen und vielfältigen Welt unser Vertrauen, unsere Unterstützung und Wertschätzung mehr denn je.

Mit dem Hund in der Jugendarbeit
Ich erlebte als Kind und Jugendliche den christlichen Glauben als wertvoll und stärkend. Diese Erfahrung will ich weitergeben und gleichzeitig mit meiner Arbeit Menschen in ihrem Leben begleiten. Weil mir die Theologie zu theoretisch schien, entschied ich mich für die Religionspädagogik. Das war genau richtig für mich. Ich bin ein praxisorientierter Mensch.
Darum gefällt mir auch die Vielfalt meiner Aufgaben so gut. Ich bin veranwortlich für die Jugendarbeit in der Pfarrei Ebikon, arbeite bei Firmung 17+ mit, ich erteile Religionsunterricht auf der Oberstufe und begleite die Jungwacht als Präses. Und noch was: Zurzeit bin ich oft mit meinem Hund Mailo anzutreffen. Ich schliesse nächstens die Weiterbildung zur ‹Fachkraft für tiergestützte Intervention› ab, um professionell den Hund in der Jugendarbeit einsetzen zu können.»

Nicole Oppliger-Burri, 30, hat nach der Matura das Religionspädagogische Institut (RPI) an der Universität Luzern absolviert und ist seit anderthalb Jahren als Jugendarbeiterin und -animatorin in der Pfarrei Ebikon tätig.