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Neuer Caritas-Geschäftsleiter Daniel Furrer: «Die wertvolle Partnerschaft pflegen»

Die Kräfte bündeln, nicht nur mit der Kirche: der neue Geschäftsleiter der Caritas Luzern, Daniel Furrer. | © 2020 Jasmin Metzger, Caritas Luzern
Die Kräfte bündeln, nicht nur mit der Kirche: der neue Geschäftsleiter der Caritas Luzern, Daniel Furrer. | © 2020 Jasmin Metzger, Caritas Luzern

Corona, Sparmassnahmen in der eigenen Organisation und der Umzug nach Littau: Dem neuen Geschäftsleiter der Caritas Luzern, Daniel Furrer, bleibt kaum Zeit, sich am neuen Ort lange aufzuwärmen. Kirche und Caritas bilden für ihn ein Netzwerk, das es unbedingt zu nutzen gelte.

Die Caritas ist das Hilfswerk der katholischen Kirche, sie wurde von dieser 1982 mitgegründet. In welcher Beziehung stehen Caritas und Kirche heute?

Daniel Furrer: Wir pflegen eine wertvolle Partnerschaft und verstehen uns als Teil der Diakonie der katholischen Kirche im Kanton Luzern. Dies zeigt sich auch in der Zusammensetzung unseres Vorstandes. Die Hälfte der Mitglieder vertritt kirchliche Organisationen und gestaltet das Hilfswerk aktiv mit. Der Synodalrat und das Bischofsvikariat haben zusammen auch ein Vetorecht in der Vereinsversammlung.

Die katholische Kirche unterstützt die Caritas Luzern finanziell. Wie unterstützt umgekehrt die Caritas die Kirche?

Wir beraten und unterstützen die Pastoralräume, Pfarreien, Kirchgemeinden und Ordensgemeinschaften mit Bildungsangeboten, Austauschmöglichkeiten und anderen Dienstleistungen in verschiedenen Themen. Im Bereich soziale Benachteiligung helfen wir beispielsweise beim Aufbau und bei der Weiterentwicklung von diakonischen Angeboten. Wir stellen Grundlagenmaterialien und Angebote zur Verfügung, die in Gottesdiensten, im Religionsunterricht und bei gemeinschaftlichen Aktivitäten eingesetzt werden können. Weiter unterstützen wir Pastoralräume in ihrem Engagement zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Konkret werden kirchliche Mitarbeitende und Freiwillige durch Beratung, Austauschtreffen und Weiterbildungen für ihre Tätigkeit gestärkt. Dies gilt auch in der Palliative Care sowie Begleitung von Menschen in anderen belastenden Lebenssituationen, wo Caritas Plattformen zur Vernetzung und Weiterbildung schafft.

Ist die Bezeichnung «kirchliches Hilfswerk» ansonsten im Caritas-Alltag wichtig?

Die Caritas Luzern ist ein christlich orientiertes Hilfswerk und sich ihrer Wurzeln bewusst. Wir arbeiten mit Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen und Glaubensrichtungen. Das «kirchliche» ist deshalb im Alltag ganz bewusst wenig sichtbar. Aber christliche Werte sind bei uns selbstverständlich stark verankert. Wir setzen uns für Gerechtigkeit und die Chancengleichheit aller ein. Und wir engagieren uns für eine solidarische Gesellschaft und ein friedliches Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen.

Was möchten Sie mit der Caritas Luzern erreichen?

Ich möchte die Stellung der Caritas Luzern als die zentrale Organisation für Menschen in schwierigen Lebenslagen in der ganzen Zentralschweiz festigen und ausbauen. Dabei freue ich mich auf eine enge Zusammenarbeit mit der Kirche. Wir beide haben viel Fachwissen und ein breites Netzwerk. Das müssen wir unbedingt nutzen. Aber auch Partnerschaften mit der Wirtschaft spielen eine wichtige Rolle. Je besser wir all diese Kräfte bündeln, desto wirksamer können wir Menschen unterstützten. Gerade in Zeiten von Covid-19 ist das enorm wichtig.

Interview: Dominik Thali / Jasmin Metzger

Der neue Caritas-Geschäftsleiter

Die Caritas Luzern ist Teil der Diakonie der katholischen Kirche im Kanton Luzern, Daniel Furrer seit Oktober neuer Geschäftsleiter des Hilfswerks und damit Nachfolger von Thomas Thali. Furrer war zuletzt stellvertretender Geschäftsleiter des SAH Zentralschweiz (Schweizerisches Arbeiterhilfswerk) in Luzern. Seine berufliche Laufbahn hatte er vor 30 Jahren mit einem Praktikum bei der Caritas im Asylzentrum Emmenbrücke gestartet. Daniel Furrer ist 49-jährig, verheiratet und Vater zweier Töchter. Er lebt mit seiner Familie in Luzern.

Mehr: Im Gespräch mit den beiden «Neuen» in der Geschäftsleitung der Caritas Luzern, Daniel Furrer und Karin Hunziker