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Neue Angebote zur Beziehungspflege: gemeinsam im Boot, das Date im Weinberg

Wer paddelt, wer steuert? Beim Einwassern am «Gemeinsam im Boot»-Tag am Steg des Kanuklubs Luzern. | © 2021 Dominik Thali
Wer paddelt, wer steuert? Beim Einwassern am «Gemeinsam im Boot»-Tag am Steg des Kanuklubs Luzern. | © 2021 Dominik Thali

Zeit zu zweit in ungewohnter Umgebung stärkt die Beziehung: Die Landeskirche will mit Erlebnis-Angeboten Menschen ansprechen, die sich und ihr Gegenüber neu entdecken wollen. Auf dem Wasser im Kanu etwa oder bei einem sinnlichen «Date im Weinberg». Das zieht.

Was hält unsere Beziehung im Fluss? Welches sind meine, unsere Wurzeln? Was gibt uns Luft? Und wofür brennt unser Feuer der Leidenschaft? Zehn Paare machen sich an diesem Juni-Abend mit Fragen zu den vier Elementen in Etappen auf den Weg durch einen Weinberg. In der Gruppe haben sie zuvor jeweils Impulse erhalten, auf Karten notieren sie unterwegs Gedanken, die sie später in eine leere Weinflasche «abfüllen»: Auf dass ihre Beziehung weiter reife. «Edle Weine entwickeln sich über die Jahre. Sie verlieren Kanten und Ecken, werden runder», sagt Thomas Villiger. «So wertvoll kann doch auch eine Beziehung sein. Sie wird mit zunehmendem Alter köstlicher.»

Ohne Pflege keine tragfähige Beziehung

Der Theologe, bei der Landeskirche verantwortlich für den Bereich Partnerschaft, Ehe und Familie, hat den Abend, das «Date im Weinberg», zusammen mit der Psychologin Hildegard Pfäffli Murer vorbereitet, die bis Anfang Jahr Leiterin der «elbe – Fachstelle für Lebensberatung» war, mit der die Kirche verbunden ist. Die Idee: Ein Abend, der alle Sinne anspricht, Stunden zum Geniessen, eingebettet in eine schöne Landschaft. Dafür konnten Villiger und Pfäffli das Weinbauer-Paar Inès und Thomas Bisang in Altishofen gewinnen. Deren Leidenschaft, die Sprache des Weins, die derjenigen der Liebe so ähnlich ist, und die Geschichten, die sich dazu erzählen lassen, vermählen sich zu einer gelungenen Assemblage.

Die Paare, die am «Date im Weinberg» teilnahmen, füllten ihre eigene Weinflasche mit aufnotierten Erkenntnissen aus dem Abend zu ihrer Beziehung. | © 2021 Dominik Thali

Hildegard Pfäffli weiss aus ihrer Erfahrung in der Beziehungsberatung: Oft geben Paare als Grund für die Probleme an, sie hätten sich auseinandergelebt. «Auf die Frage, wann sie das letzte Mal Exklusivzeit miteinander verbracht hätten, kam immer wieder das grosse Schweigen.» Für Pfäffli ist Beziehungspflege so wichtig wie die Bodenpflege im Weinbau: «Ohne tragen die Stöcke keine Frucht», sagt sie. Und meint augenzwinkernd zu den zehn Paaren: «Ich muss ihnen also ein Kompliment dafür machen, dass die überhaupt da sind.» Ein Müssen ist dieser önologische Paarlauf freilich für keines der Paare. Man trotzt mit gutem Schuhwerk dem Regen und verkostet zu später Stunde am Feuer zur Focaccia, was der Bisangsche Keller nicht passender hergeben könnte. Zwei Cuvées. Sie heissen «Männlich» und «Weiblich».

Dominik Thali

Die beiden Angebote sollen auch 2022 stattfinden; Daten gibt es aber noch nicht.

Auf dem Wasser für den Alltag lernen

«Gemeinsam im Boot – als Paar unterwegs» heisst ein zweites neues Angebot der Landeskirche im Bereich Partnerschaft, Ehe und Familie: ein Kommunikationstraining auf dem Wasser, entstanden in Zusammenarbeit mit der Pfarrei Hünenberg und dem Kanuklub Luzern. Am 12. Juni wurde es erstmals durchgeführt. Den Tag leiteten Regina Kelter von der Pfarrei Hünenberg, Stephan Kuparnik (Pfarrei Kriens) für die Landeskirche und Simone Tanner vom Kanuklub. «Gemeinsam im Boot» will Paaren ermöglichen, zu zweit eine Sportart auszuprobieren und ihnen dabei Anstösse zur Paarkommunikation geben. Sie sollen ihr partnerschaftliches Agieren im Boot hinterfragen und dies auf Alltagssituationen übertragen.

«Zusammen etwas neues erfahren»
Vier Paare liessen sich an diesem sonnigen Juni-Samstag darauf ein. Es sei «befreiend» gewesen, «zusammen etwas Neues zu erfahren», sagten eine Teilnehmerin und ihr Mann danach. Sie beide seien «zwei ganz verschiedene Wesen» und ihre Beziehung deshalb «immer auch Spannungen ausgesetzt». An dem Tag hätten sie sich eingeladen gefühlt, ihrem Zusammensein nachzuspüren, sich tragender Werte bewusst zu werden und Beziehungsarbeit zu gestalten.