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Kirchenlieder in Gebärdensprache oder: Musik ist eine Cremeschnitte

Teilnehmende am Kurs «Kirchliche Lieder mit Gebärden» vom 2. März | © 2018 Fleur Budry
Teilnehmende am Kurs «Kirchliche Lieder mit Gebärden» vom 2. März | © 2018 Fleur Budry

Es war Premiere. Die Landeskirche lud am Freitag (2. März 2018) zum Erarbeiten von Kirchenliedern in Gebärdensprache an den Abendweg ein. «Mit welchen Gebärden kann ein Kirchenlied übersetzt werden?» Dieser Frage versuchten Gehörlose und Hörende zusammen auf den Grund zu gehen. Ein spannender Nachmittag, von lustig bis philosophisch.

Es war vielleicht mehr Probe als Premiere. Agnes Zwyssig, Katechetin und ausgebildete Gebärdensprache-Dolmetscherin mit Weiterbildung MiA (Musik im Auge), leitete beherzt durch den Nachmittag, Bruno Hübscher, Diakon und Fachverantwortlicher Behindertenseelsorge, musizierte. Es ging keineswegs um eine bühnenreife Version eines Kirchenliedes. Für Agnes Zwyssig steht der Prozess im Mittelpunkt. Es ist wichtig, dass nicht sie als Hörende vorgibt, wie ein Wort gebärdet werden soll, denn es gibt kein richtig oder falsch. Im gemeinsamen Diskutieren und Ausprobieren fanden die Kursteilnehmenden zu Gebärden, die dem nahe kommen, was das Lied über den Text hinaus transportiert. Denn Musik drückt Gefühle aus.

«Jedes Lied ist wie eine Cremeschnitte aufgebaut.» Es sind verschiedene Schichten nötig, um den vollen Genuss zu ermöglichen. Mit diesem Sinnbild fand Agnes Zwyssig einen lockeren Einstieg in die Bearbeitung der ersten drei Strophen von «Grosser Gott wir loben dich». Wenn das Lied gebärdet und verstanden werden soll, muss vorerst Schicht für Schicht betrachtet und auseinander genommen werden, um zu schauen, was überhaupt der Inhalt ist. Dazu gehören der Musikstil, die Dynamik, Rhythmus, Liedaufbau, Text und auch die Interpretinnen und Interpreten.

Zwei Stunden reichen natürlich nicht, um alle Schichten zu vertiefen. Der Nachmittag war ein schöner Anfang. Es konnten drei Strophen bis ins Philosophische bearbeitet werden. Denn Zeit ist eben nicht gleich Zeit, auch der Kontext spielt für die treffende Gebärde eine Rolle. Oder wie kann zum Beispiel «Cherumbim und Seraphinen» übersetzt werden? Die Variante, grosse Engel dafür zu gebärden, gefiel. Alle Teilnehmenden wurden zusehends ideenreicher und waren sich am Schluss einig, diesen Prozess fortsetzen zu wollen.

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Singen macht ja bekanntlich glücklich | © 2018 Fleur Budry
Singen macht ja bekanntlich glücklich | © 2018 Fleur Budry
Agnes Zwyssig ist ganz im Element | © 2018 Fleur Budry
Agnes Zwyssig ist ganz im Element | © 2018 Fleur Budry
Agnes Zwyssig und Bruno Hübscher leiten durch den Nachmittag | © 2018 Fleur Budry
Agnes Zwyssig und Bruno Hübscher leiten durch den Nachmittag | © 2018 Fleur Budry
Mit welchen Gebärden kann ein Kirchenlied übersetzt werden? | © 2018 Fleur Budry
Mit welchen Gebärden kann ein Kirchenlied übersetzt werden? | © 2018 Fleur Budry
Besagte Cremeschnitte als Sinnbild für die Bearbeitung des Liedes in Gebärden | © 2018 Fleur Budry
Besagte Cremeschnitte als Sinnbild für die Bearbeitung des Liedes in Gebärden | © 2018 Fleur Budry
Es werden Vorschläge für das Gebärden der ersten Strophe gesammelt | © 2018 Fleur Budry
Es werden Vorschläge für das Gebärden der ersten Strophe gesammelt | © 2018 Fleur Budry
Gemeinsam wird diskutiert und ausprobiert | © 2018 Fleur Budry
Gemeinsam wird diskutiert und ausprobiert | © 2018 Fleur Budry
Ideen sind gefragt – es gibt kein richtig oder falsch | © 2018 Fleur Budry
Ideen sind gefragt – es gibt kein richtig oder falsch | © 2018 Fleur Budry

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In unserem Kursprogramm erfahren Sie die neuen Termine für dieses Angebot, an dem an einem neuen Lied «geprobt» und gefeilt wird. Alle Interessierten, nicht nur Menschen mit einer Hörbehinderung,  sind herzlich dazu eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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