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Mediensonntag: kirchliche Medienarbeit im Fokus

Die Mitarbeitenden im Newsroom des Katholischen Medienzentrums in Zürich (von links): Sylvia Stam, Charles Martig, Barbara Fleischmann, Martin Spilker, und Francesca Trento. | © 2017 kath.ch/Hans Merrouche
Die Mitarbeitenden im Newsroom des Katholischen Medienzentrums in Zürich (von links): Sylvia Stam, Charles Martig, Barbara Fleischmann, Martin Spilker, und Francesca Trento. | © 2017 kath.ch/Hans Merrouche

Am Mediensonntag (28. Mai) lädt die Kirche ein, der katholischen Medienarbeit besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Die Herausforderungen an Medienunternehmen verändern sich laufend. Das erfordert Aufmerksamkeit auch von kirchlicher Seite. In drei sprachregionalen Zentren werden auf Initiative der Bischöfe kirchenrelevante Informationen für einen breiten Kreis von Mediennutzenden veröffentlicht. Die drei Medienzentren sind Thema des diesjährigen Mediensonntags.

«Für Sie setzen wir kirchliche Themen ins Bild.» Der Mediensonntag 2017 will die Arbeit der drei 2015 gegründeten katholischen Medienzentren in der Schweiz einer interessierten Bevölkerung näherbringen. Dabei wirkt der Titel «Medienzentrum» bereits etwas antiquiert. Denn wo ist in der Zeit von Snapchat, Instagram, Facebook und vielen anderen Kanälen ein Zentrum in Sachen Kommunikation auszumachen?

Viele Kanäle…
Als Online-Portal sind kath.ch und die Partner-Portale in der Romandie und im Tessin zuerst einmal «im Internet» zu finden. – Die Anführungsstriche sind bewusst gesetzt. Denn Online-Kommunikation erfolgt längst nicht allein durch einen Webauftritt. Die Medienzentren sind also herausgefordert, mehrere Kanäle gleichzeitig zu bedienen. Wo vor dreissig Jahren das Pfarreiblatt das erste und oft einzige Kommunikationsmittel war, über das Pfarreimitglieder geistige Impulse, Gottesdienstzeiten oder Informationen über Anlässe in der Pfarrei suchten und fanden, muss dasselbe heute über viele unterschiedliche Web, App und Social-Media-Kanäle greifbar sein.

…unterschiedliche Sprachen
Das erfordert eine ganz neue Aufmerksamkeit dafür, womit und wie die Leserin, der Nutzer angesprochen werden will. Nach wie vor informiert sich ein grosser Teil der Pfarreiangehörigen über ihr Pfarrei- oder Kirchenblatt. Diese Leserschaft ist der Kirche gegenüber positiv eingestellt und mit einer kirchlich-religiösen Sprache vertraut. Sie wissen, was ein Kreuzweg, eine Ordination oder der Römerbrief ist. Diese Gruppe Mediennutzer wird ihre Informationen weiter erhalten. kath.ch stellt – als Nachfolgerin der Presseagentur Kipa – für Redaktionen kirchlicher Medien täglich aktuelle Inhalte aus der Weltkirche und nationale Meldungen aus der Kirche Schweiz zu Politik, Religion und Gesellschaft zusammen.

Kirchliche Medienarbeit hat aber ebenso die Aufgabe, Menschen anzusprechen, die sich heute auf ganz anderen Kanälen über das Geschehen auf dieser Welt informieren. Auf kath.ch kommen mehr als die Hälfte der Klicks nicht von Personen, die kath.ch direkt aufrufen, sondern über die Themensuche auf Google und die vom Katholischen Medienzentrum bedienten Kanäle Facebook und Twitter.

Schöne Herausforderung
Hier aber gilt es, ganz andere Töne anzuschlagen, eine andere Sprache zu verwenden, um dasselbe auszudrücken, wie es über die altbewährten Printmedien geschieht. «Kurz und einfach» lautet das Motto. Bloss: Wie schreiben Sie zum Thema «Jungfrauengeburt» oder «Apostolische Nachfolge» etwas auf 140 Zeichen? Das ist nicht unmöglich. Und es ist der Anspruch der katholischen Medienzentren, mit den Inhalten unserer Kirche, unserer Religion dort präsent zu sein, wo es «abgeht». Das ist ein ordentlicher Lernprozess, aber auch eine schöne Herausforderung.

Die drei Medienzentren haben den Auftrag, die frohe Botschaft des christlichen Glaubens so zu verkünden, dass die engagierten Pfarreimitglieder Informationen und neue Impulse finden. Dafür gibt es immer wieder ein vielleicht auch ein und gerne ein «Gefällt mir».

Martin Spilker, Redaktionsleiter von kath.ch, dem Portal des Katholischen Medienzentrums Zürich

 

Mit den Menschen sein

Dass der kirchlichen Medienarbeit ein besonderer Tag gewidmet wird, geht auf das Jahr 1967 zurück. Den 51. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel hat Papst Franziskus unter den Leitgedanken «Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir» gestellt. Die Passage aus dem Buch des Propheten Jesaja nimmt die aktuellen Herausforderungen der Medienarbeit sehr gut auf. Wo auch immer wir uns bewegen, haben wir dank Smartphone Massen an Information und Freunde und Kontakte stets bei uns.
Verkündigung heute heisst auch, in diesem unüberblickbaren Netz von Kommunikationssträngen präsent zu sein. Dabei sollen die Medien, so heisst es zur päpstlichen Botschaft des Mediensonntags, «nach der Logik der Frohen Botschaft erzählen und Vertrauen und Hoffnung für die Geschichte stärken». ms