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«Mass-4-young» in Luzern: Stiller Start ins Wochenende

«Manchmal kommen mehr, manchmal weniger»: Andreas Schalbetter mit jungen Menschen an der «mass-4-young» in der Pauluskirche. | © 2020 Urban Schwegler
«Manchmal kommen mehr, manchmal weniger»: Andreas Schalbetter mit jungen Menschen an der «mass-4-young» in der Pauluskirche. | © 2020 Urban Schwegler

Junge Erwachsene treffen sich regelmässig am Freitagabend in der Pauluskirche in Luzern zur «mass-4-young», einem Angebot der Hochschulseelsorge «horizonte». Sie schätzen es, dass sie sich selbst einbringen können.

Freitagabend, viertel vor sieben. Die Schatten der hereinbrechenden Nacht breiten sich aus im Innern der Pauluskirche. Von draussen dringen schwach die Geräusche der Stadt, gedämpfter Verkehrslärm, jemand ruft in den Abend. Der vordere Teil des Kirchenraums ist in warmes Licht getaucht, der Altar hell erleuchtet. Davor im Halbkreis eine kleine Gruppe junger Frauen und Männer auf Hockern. Wenn andere zum Feierabendbier gehen, treffen sie sich zur «mass-4-young», also zur «Messe für Junge», einem Gottesdienst für junge Erwachsene.

Eine schlichte Feier

Es ist eine schlichte Eucharistiefeier, nichts Ausgefallenes. Geleitet wird sie von Andreas Schalbetter, Jesuit und noch bis im Mai katholischer Hochschulseelsorger in Luzern. «In der Stadt gibt es viele Eucharistiefeiern für ältere Menschen, jedoch kaum für junge», sagt Schalbetter. Und er betont, dass diese Gottesdienstform der ausdrückliche Wunsch der Studierenden und jungen Menschen gewesen sei. Vor fast anderthalb Jahren traf er sich mit ihnen im «Leo 15», dem Haus der Hochschulseelsorge «horizonte», um ihre spirituellen Bedürfnisse zu erfragen. Die erste «mass-4-young» wurde dann im Februar 2019 in der Peterskapelle gefeiert. Seit Januar dieses Jahres trifft man sich neu in der Pauluskirche. Der Gottesdienst findet wöchentlich statt, es gibt einen gemütlichen, separaten Raum für den anschliessenden Imbiss.

Alle tragen etwas bei

Eingeladen sind auch fremdsprachige junge Erwachsene. Deshalb liegen die Bibeltexte auch in Englisch auf. Tatsächlich greift Antonella, eine Musikstudentin, zur Übersetzung, als Jus-Doktorand Elias die Lesung vorträgt. Nadja liest den folgenden Psalm. Die junge Theologin schätzt es, «dass alle etwas beitragen können». Ueli zum Beispiel macht heute Abend den Sakristanendienst. «Wer einen Beitrag leistet, kann für sich selbst etwas mitnehmen», ist er überzeugt. Die jungen Leute wirken und bestimmen mit. «Auch den Entscheid, jetzt in der Pauluskirche zu feiern, fällten wir gemeinsam», sagt Nadja. Nach der Lesung aus dem Evangelium formuliert der Andreas Schalbetter ein paar Gedanken und lädt dann die Anwesenden ein, frei zu äussern, was ihnen zu den Texten durch den Kopf geht. Ebenso sind die anschliessenden Fürbitten für alle offen.

Zwischen Gebeten und Textelementen wird immer wieder gesungen. Besinnliche Taizé-Gesänge und moderne, fröhliche Lieder. Die Stimmen erfüllen den weiten Kirchenraum mit Wohlklang, eine feierliche Stimmung macht sich breit.

Geborgenheit und Stille

Für den Imbiss hat Katharina eine Gemüsewähe vorbereitet. Dazu gibt es Salat. «Für mich ist die ‹mass-4-young› ein schöner Abschluss der Arbeitswoche», sagt die Historikerin, die an einer Doktorarbeit zum Thema Kosmetika arbeitet. «Der Rahmen des Gottesdienstes, die Nähe zum Geschehen und den Mitfeiernden gefallen mir.» Auch Marco, der zufällig zur Gruppe gestossen ist, schätzt die «meditative Ruhe», welche die «mass-4-young» durchzieht.

Die Gruppe, die sich an diesem Freitag zusammengefunden hat, ist klein. «Manchmal kommen mehr, manchmal weniger», sagt Andreas Schalbetter. Und fügt an: «Wir freuen uns über alle, die den Weg in die Pauluskirche finden!»

Urban Schwegler

«mass-4-young», Eucharistiefeier für junge Menschen, mit anschliessendem Imbiss, jeweils freitags, 18.45 Uhr, Pauluskirche, Luzern