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Maria Vetter: Mit Geduld für ein gutes Miteinander

«Manche Geschäfte dauern länger, als ich es bisher gewohnt war»: die Emmer Kirchmeierin Maria Vetter. | © 2019 Marcel Bucher
«Manche Geschäfte dauern länger, als ich es bisher gewohnt war»: die Emmer Kirchmeierin Maria Vetter. | © 2019 Marcel Bucher

«Die Anfrage, ob ich Kirchmeierin werden wolle, kam vergangenes Jahr gerade zur rechten Zeit. Ich wollte mich sowieso beruflich neu orientieren. Zwei Jahre im Kirchgemeindeparlament Emmen und noch mehr im Pfarreirat Bruder Klaus brachte ich mit, dazu meine Freude am Mitgestalten des Pfarreialltags und Verwurzelung in der katholischen Kirche. Also sagte ich zu. Das 50-Prozent-Pensum plus die regelmässigen Kirchenrats- und Fraktionssitzungen sowie Sessionen sind zwar eine zeitliche Herausforderung, lassen sich jedoch gut in den Familienalltag einbauen.

Ehrlich gesagt wusste ich vor der Anfrage so gut wie nichts über das Zusammenspiel im dualen System. Die Schulungen durch die Landeskirche und Einführung durch meinen Vorgänger waren hilfreich, aber es gibt immer noch Themen, bei denen ich überlegen muss, wer in welcher Weise zuständig ist: Kirchenrat oder pastorale Seite? Das kommt vor allem bei Prozessen mit Überschneidungen vor, etwa in Personalfragen. Die Doppelstruktur bläht meines Erachtens die Arbeitsabläufe manchmal auf. Und weil die Entscheide oft in Ratssitzungen gefällt werden müssen, dauert der Durchlauf eines Geschäfts länger, als ich es bisher gewohnt war.

Berufserfahrung und Glauben verbinden
Damit die Zusammenarbeit von Kirchenrat und pastoral Verantwortlichen mit der Verwaltung als Schnittstelle und der Kommunikation gut, für alle verständlich und einfach klappt, braucht es Reglemente und Arbeitsanweisungen. Zum Beispiel für die Visumsberechtigung oder die Freiwilligenarbeit. Ich finde: Wenn jemand neu für ein Amt wie meines kandidiert, sollte diese Person erst erfahren, wie die wichtigsten Abläufe funktionieren; etwa eine Stellenbesetzung, der Belegfluss oder eine Auftragsvergabe. Dann sieht man schnell, wie das mit dem dualen System geht.

Nach gut einem Jahr im Amt kann ich sagen, dass das Aufgabengebiet sehr vielfältig ist. Vor allem bin ich natürlich für das Budget und den Abschluss zuständig sowie die Berichterstattung dazu vor der Geschäftsprüfungskommission und dem Parlament samt seiner fünf Fraktionen. Daneben bringt der Alltag eine Fülle weiterer Pflichten: Rechnungen kontieren, Versicherungsfragen klären, die Pastoralraumabrechnung erstellen, weiter die Archivaufbereitung sowie die Unterhalts- und Bauplanung. Mir gefällt mein Amt sehr gut; ich kann darin meine berufliche Erfahrung als Controllerin und Betriebswirtin und meinen Glauben gut miteinander verbinden. »

Maria Vetter, 39, aufgewachsen in Süddeutschland, dipl. Betriebswirtin, ist seit Sommer 2018 Kirchmeierin der Kirchgemeinde Emmenbrücke. Sie ist verheiratet und hat zwei Söhne im Alter von drei und neun Jahren.

Dual stark (XVI)

In der katholischen Kirche in der Schweiz verantworten Seelsorge und Behörden die Kirche gemeinsam. Das «Kirchenschiff» lässt Personen zu Wort kommen, die in diesem dualen System tätig sind. In dieser Ausgabe: Maria Vetter, Kirchmeierin von Emmen.