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Kurse für neue Kirchenratsmitglieder: Übersicht gewinnen im Kirchengebäude

Gisela Limacher-Stöckli (links) und Hugo Christen am Einführungskurs für neue Kirchenratsmitglieder vom 15. September; vorne Trudi  Bättig. | © 2018 Roberto Conciatori
Gisela Limacher-Stöckli (links) und Hugo Christen am Einführungskurs für neue Kirchenratsmitglieder vom 15. September; vorne Trudi Bättig. | © 2018 Roberto Conciatori

Normenhierarchie, Finanzkennzahlen, Jahrzeitenstiftungen – und dann noch dieses duale System: Wer in einen Kirchenrat gewählt wird, muss vieles kennenlernen. Die Einführungshalbtage von Landeskirche und Bistumsregionalleitung sind für die Neuen deshalb Pflichttermine.

Nein, das habe er noch nicht gewusst, sagte Hugo Christen (49), der neue Kirchmeier von Ebikon, in der Pause. Zuvor hatte Synodalratspräsidentin Annegreth Bienz-Geisseler darauf hingewiesen, dass eine Kirchgemeinde einen geplanten Landverkauf als erstes dem Bistum melden müsse. «Bauland ist Kirchengut, und das unterliegt dem Bistum», stellte Bienz klar.

 

Die Landeskirche hilft

Der Hinweis war einer aus einer Fülle von Informationen, welche die neuen Mitglieder der Kirchenräte in den vier Stunden des obligatorischen Einführungskurses aufnehmen müssen, das duale System eines von vielen Themen. Ein dichtes Programm, fand Hugo Christen. «Aber ich habe nun den Überblick. Und weiss, wo ich Hilfe erhalten kann.»

Christen ist eines von rund 120 neuen Mitgliedern in den Räten der 85 Luzerner Kirchgemeinden. Am 1. Juni traten die Frauen und Männer ihr Amt an; mit ersten Sitzungserfahrungen sassen sie an diesem Samstagmorgen im Hörsaal der Landeskirche, vor sich ein Dossier mit rund 130 Seiten. Hugo Christen, Maschineningenieur, war vor seiner Wahl in den Kirchenrat Mitglied der Rechnungs- und Controllingkommission der Kirchgemeinde Ebikon. Als Mitglied der Wahlkommission für die neue Leitung des Pastoralraums Rontal und der Pfarrei Ebikon sei ihm das duale System «zum ersten Mal richtig bewusst geworden».

 

Der wichtige Paragraph 18

Viel Stoff zu verarbeiten: Kursteilnehmende am ersten Einführungshalbtag am 15. September. | © Roberto Conciatori

Das kanonische Recht, von dem Bischofsvikar Hanspeter Wasmer sprach, besagt unter anderem, dass eine Kirchgemeinde Seelsorgerinnen und Seelsorger nicht ohne Absprache mit dem Bistum anstellen kann. Das hatte Gisela Limacher-Stöckli (43), neue Kirchenrätin in Geiss, zwar gewusst, «vieles andere aber noch nicht. Zum Beispiel, was die Aufgaben und Kompetenzen eines Kirchenrats betrifft.» Trudi Bättig, Verantwortliche für das Finanz- und Rechnungswesen der Landeskirche, und Synodalrat und Jurist Thomas Räber verwiesen dazu auf Paragraph 18 des Kirchgemeindegesetzes. «Den müsst ihr immer vor Augen haben», sagte Bättig. Der Passus regelt die Aufgaben der Kirchgemeindeversammlung und erklärt damit auch, was der Kirchenrat in eigener Kompetenz darf und wo er das Kirchenvolk fragen muss.

Auch Gisela Limacher-Stöckli war in der Rechnungs- und Controllingkommission ihrer Kirchgemeinde tätig. In den Kirchenrat liess sie sich wählen, weil es sie reizte, «die andere Seite» kennenzulernen. Was die Familien- und Kauffrau an dem Kursmorgen erfuhr, fand sie «spannend und informativ», sie habe damit ein Fundament für ihre Kirchenratsarbeit erhalten.

 

Sich vertrauen

Eine weitere, «ganz wichtige» Grundlage dafür ist für Annegreth Bienz-Geisseler gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung der Verantwortlichen im dualen System. Das bedinge, den eigenen Auftrag und die eigenen Kompetenzen zu kennen, das Gegenüber darin zu respektieren und offen zu informieren.

Auffallend war am ersten Kurshalbtag am 15. September die grosse Zahl jüngerer Kirchenrätinnen und -räte: keine Spur von Überalterung. Synodalverwalter Edi Wigger hatte die neuen Ratsmitglieder zu Beginn gemahnt, die Regeln einer Kollegialbehörde «im Hinblick auf eine gute Kameradschaft im Rat» einzuhalten. Die aufgeräumte Stimmung an diesem Morgen stand im Einklang mit diesem Anliegen. Wigger dankte den Neuen am Schluss für ihre Bereitschaft, sich in der Kirche einzusetzen: «Toll, dürfen wir mit euch zusammenarbeiten.»

do

Zweiter Kurs am Samstag, 17. November | Kursunterlagen hier zum Download