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Kollekte vom 8. Dezember geht an die Notfallseelsorge – in der Not einfach da sein

Die ökumenische Notfallseelsorge ist da, wenn Menschen Schlimmes widerfährt (gestellte Aufnahme mit den Care Givers Brigitte Dubacher (links), Edith Planzer und Notfallseelsorger Christoph Beeler).  | © 2017 Dominik Thali
Die ökumenische Notfallseelsorge ist da, wenn Menschen Schlimmes widerfährt (gestellte Aufnahme mit den Care Givers Brigitte Dubacher (links), Edith Planzer und Notfallseelsorger Christoph Beeler). | © 2017 Dominik Thali

Jemand stirbt bei einem Unfall oder nimmt sich das Leben; ein aussergewöhnliches Ereignis verstört Beteiligte: Dann hilft die Notfallseelsorge Betroffenen, mit dem Schlimmen umzugehen. Immer mehr muss sie Lücken im sozialen Netz stopfen.

Etwa 70 Mal rücken die Seelsorger und Care Givers (siehe Kasten links) pro Jahr aus, am häufigsten bei aussergewöhnlichen Todesfällen. Sie kümmern sich um Angehörige, unverletzte Beteiligte und Zeugen, sie überbringen eine Todesnachricht und stehen Hinterbliebenen bei. Das Team des leitenden Notfallseelsorgers Christoph Beeler hat aber auch schon Mitarbeitenden einer Bank und eines Bijouteriegeschäfts nach einem Raubüberfall bei der Verarbeitung des Schreckens geholfen.

Früher über das Pfarramt
«Wir helfen den Menschen, ihre Gefühle und Gedanken zu ordnen, und zeigen ihnen, welche Netzwerke sie für die weitere Verarbeitung aktivieren können», erklärt Beeler. Dabei gehe es vorab um notfallpsychologische Hilfe, nicht spirituelle. Die Einsätze dauern längstens vier Stunden.

Für Christoph Beeler entspricht die Notfallseelsorge der Tradition der Kirche, «dort einzuspringen, wo niemand sonst etwas macht». Er stellt anderseits fest, dass sie gerade deshalb zunehmend gefragt ist. Will heissen: Die Notfallseelsorge rückt häufig auch dann aus, wenn es sie eigentlich gar nicht bräuchte «und man früher einfach ans Pfarramt gelangt wäre». Beeler berichtet, wie er einmal die Nachricht vom Tod einer Person überbringen musste, die nach langer Krankheit gestorben war. «Da war gar nichts vorbereitet. Der Tod ist in den kleiner gewordenen Familien ein seltenes Ereignis geworden, es fehlt uns jene Erfahrung im Umgang damit, die früher in Mehrgenerationen-Haushaltungen selbstverständlich war.» Patchwork- oder zerstrittene Scheidungsfamilien sind weitere Umstände, welche die Notfallseelsorgenden und Care Givers herausfordern.

«Unsere Kernkompetenz»
Diese hätten es auch immer wieder mit Menschen zu tun, die kaum ein soziales Netz und niemanden haben, der sie in der Not auffangen könnte. Die schwindende kirchliche Verbundenheit führe zudem dazu, «dass viele Menschen Hilfe auch gar nicht von der Kirche erwarten», sagt Beeler. «Dabei ist das unsere Kernkompetenz.» (do)

Die Kollekte am Feiertag Maria Empfängnis (8. Dezember) kommt der ökumenischen Notfallseelsorge zugute. Sie fliesst in den neuen Fonds, aus dem vor allem Weiterbildungen finanziert werden.

Spendenkonto:

  • CH81 8121 2000 0002 6440 2
  • Röm.-kath. Landeskirche des Kantons Luzern, Abendweg 1, Postfach, 6000 Luzern 6
  • Vermerk: Fonds Notfallseelsorge.

Kirchen und Staat gemeinsam

Die ökumenische Notfallseelsorge besteht seit 2002; 2012 schloss sie sich mit dem Care Team Zentralschweiz zur Organisation Notfallseelsorge/Careteam Luzern zusammen. Sie zählt rund 40 Mitarbeitende, wovon 6 Seelsorgerinnen und Seelsorger sind. Die weiteren Personen sind zum Beispiel in der Pflege, Spitex oder Notfallpsychologie tätig. Geleitet wird die Organisation von Christoph Beeler, Gemeindeleiter der Pfarreien Ballwil, Eschenbach, Inwil, und Thomas Seitz (Luzern). Die Organisation Notfallseelsorge/Careteam wird gemeinsam getragen von den drei Luzerner Landeskirchen und dem Kanton. Im Notfall wird sie vom Rettungsdienst 144, der Polizei oder Feuerwehr aufgeboten.